{"id":15009,"date":"2021-12-31T09:23:32","date_gmt":"2021-12-31T09:23:32","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15009"},"modified":"2021-12-31T09:29:21","modified_gmt":"2021-12-31T09:29:21","slug":"drauf-achten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=15009","title":{"rendered":"drauf achten"},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-15018\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211231_101959-282x300.jpg\" alt=\"\" width=\"345\" height=\"367\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211231_101959-282x300.jpg 282w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211231_101959-768x816.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211231_101959-964x1024.jpg 964w\" sizes=\"auto, (max-width: 345px) 100vw, 345px\" \/><\/h1>\n<h5>Wegen dem sch\u00f6nen Flow der G\u00e4ste war ich nicht zu meinen Pinseln und Farben vorgedrungen und fand es passend f\u00fcr den letzten Tag des Jahres, unvermeidlich wie er nun mal ist, gar kein Bild zu haben, als mir dieses ins Auge fiel. Es entsprach sofort der N\u00fcchternheit, die ich an solchen Tagen in mir hege, wobei ich erst sp\u00e4t bemerkte, dass am oberen Rand etwas stand, n\u00e4mlich: das Kleinste. Sofort ahnt man, dass das rechts unten damit gemeint sein k\u00f6nnte, wozu einem einiges einfallen k\u00f6nnte, was aber nicht sein muss. Ich sehe es eher als eine Stra\u00dfe, die irgendwo hinf\u00fchrt, das reicht ja auch erst einmal. Immer habe ich es gerne vermieden, am Jahresende zwanghaft dar\u00fcber nachzudenken, was denn alles so los war, w\u00e4hrend ich an allen anderen Tagen des Jahres daf\u00fcr bin, dar\u00fcber nachzudenken, was alles so los ist. Auch kann ich mich selten bei einem Vorsatz ertappen, den ich hier im Angesicht einer vorw\u00e4rtsr\u00fcckenden Zahl besonders gerne formulieren m\u00f6chte, wobei nat\u00fcrlich die neue Zahl einen tiefen Eindruck hinterlassen kann. Wow, die Reste der Unsterblichkeitsphantasien verblassen allm\u00e4hlich, und nun wei\u00df man schon, hier wechsle ich zum Ich, wei\u00df also schon, dass ich bestimmte weltumwandelnde Geschehnisse nicht mehr erleben werde, sowas wie ein grasgr\u00fcnes, von lieben Menschen durchtanztes Erdreich zum Beispiel, das kann sich kurz mal jammerschade anf\u00fchlen, also alle dabei, nur ich nicht, aber gut: daf\u00fcr braucht man an solchen Tagen die Stockn\u00fcchternheit, nat\u00fcrlich nicht ohne einen Schu\u00df Bereitschaft zu Glanzvollem, wie immer es sich selbst ausdr\u00fccken m\u00f6chte: in der Entspannung, im Planlosen, im Essen, in der Freiheit, ins Bett zu gehen, wenn man m\u00fcde ist. Aber klar, meistens h\u00e4lt man dann ja doch durch. Hey, man war dabei, als einem klar wurde, dass wir nicht einmal ein gemeinsames Mitternacht auf dieser Erde haben, nein, \u00fcberall bricht sich der kollektive Feuerwerksorgasmus zu anderen Zeiten Bahn, bzw. brach sich Bahn, denn Z\u00fcndeln und Crackern ist dieses Jahr fast verboten. Auf jeden Fall gibt es Feuerwerksk\u00f6rperverbotszonen. Nat\u00fcrlich m\u00f6chte man keinen B\u00fcrgerkrieg, und man kann auch am 8.Januar noch hoffen, dass es irgendwelchen begabten Diplomaten gelingt, Putins Selbstherrlichkeit in Zaum zu halten, ohne dass das potente B\u00e4renfell auf seinen russischen Schultern Schaden nimmt. Was f\u00e4llt mir denn sonst noch Unn\u00fctzes ein? Geradewegs ein Traum, der gar nicht so unn\u00fctz war, allerdings nur f\u00fcr mich, aber das darf am letzten Tag des Jahres ruhig mal so sein. Ich sa\u00df also tats\u00e4chlich in\u00a0 einem Flugzeug nach Indien und f\u00fchlte mich h\u00f6chst begl\u00fcckt, ja, fast \u00fcberrascht, dass ich es trotzdem geschafft habe. Meine Blicke fielen beim Hinunterschauen am Vordersitz auf ein paar Socken. Offensichtlich hatte der Mann seine Schuhe ausgezogen und ich wusste, dass es der zweite Mann meiner Mutter war, und freute mich riesig, dass er dabei war. Er lebt schon lange nicht mehr, aber das Gef\u00fchl war trotzdem authentisch, auch wenn etwas versp\u00e4tet. Alles andere, was mir einfallen k\u00f6nnte, wei\u00df eh jede\/r: dass der Regierungswechsel auffallend friedlich verlief, dass Omikron sein Heereslager am Rand des Daseins aufgeschlagen hat und keiner wei\u00df, ob er einr\u00fccken wird oder nicht. Und halt so weiter innerhalb der sehr individuellen Schicksale, in denen viel Schweres zu ertragen und tragen ist, aber auch viel Sch\u00f6nes und Strahlendes vor sich geht, und auf beiden Seiten muss oder kann man auf die Konturen achten, und nat\u00fcrlich auf sich und die Anderen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wegen dem sch\u00f6nen Flow der G\u00e4ste war ich nicht zu meinen Pinseln und Farben vorgedrungen und fand es passend f\u00fcr den letzten Tag des Jahres, unvermeidlich wie er nun mal ist, gar kein Bild zu haben, als mir dieses ins Auge fiel. 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