{"id":14943,"date":"2021-12-22T09:36:39","date_gmt":"2021-12-22T09:36:39","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14943"},"modified":"2021-12-22T09:39:50","modified_gmt":"2021-12-22T09:39:50","slug":"wuenschen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=14943","title":{"rendered":"w\u00fcnschen"},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14948\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211222_094424-126x300.jpg\" alt=\"\" width=\"152\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211222_094424-126x300.jpg 126w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211222_094424-768x1829.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211222_094424-430x1024.jpg 430w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211222_094424.jpg 1070w\" sizes=\"auto, (max-width: 152px) 100vw, 152px\" \/><\/h1>\n<h5>Ich hatte nicht im geringsten versucht, mich in christliches Denken zu versenken, aber wer um diese Zeit herum zur (teuren) Goldfarbe greift, darf sich nicht wundern, wenn Verbindungen hergestellt werden. So ist es nun ein Ausschnitt eines vermasselten Bildes, das, weil Weihnachten ist, hier herumh\u00e4ngen darf, ohne dass die Figur gleich der jugendliche Heilige sein muss, \u00fcberw\u00e4ltigt von Ursymbolen. Als Kind hatte mich mal der Gedanke ergriffen, man m\u00fcsste arme Menschen einladen an den reichlich gedeckten Tisch, aber meine Mutter konnte sich f\u00fcr die Idee nicht erw\u00e4rmen, vielleicht fand sie es schwer, an Arme heranzukommen. Oder vielleicht wollte sie einfach nur ausschlafen, eine kollektive Sehnsucht sehr vieler Menschen: einfach mal ausschlafen nach all diesen Endspurten, die Menschen vor ihrem letzten Endspurt packen k\u00f6nnen, damit sie noch alles hinkriegen, was sie von sich verlangen. Gar nichts von sich zu verlangen, ist nat\u00fcrlich auch keine L\u00f6sung. Nein, man kann aber entscheiden, was f\u00fcr eine freiwillige Anstrengung in Frage kommt. Wer m\u00f6chte schon (und tut es doch) in einem Laden sich bewegen unter vielen anderen Maskierten, die entweder eine Liste in der Hand halten, weil es zu viel zum Erinnern ist, was da drauf steht, oder aber wissen, was sie wollen, weil das einfach zum eigenen Haushalt geh\u00f6rt. Der eine entscheidet sich f\u00fcr Bruderh\u00fchner, der andere f\u00fcr Schwesterng\u00e4nse, ein dunkles Witzlein, weil ich eigentlich gar nicht wei\u00df, wie viele Tiere extra f\u00fcr Weihnachten tot sein m\u00fcssen, aber ich denke, es sind mehr, als ich denken m\u00f6chte. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen die geballten W\u00fcnsche sich nur umsetzen, wenn die Lieferketten wieder ordentlich in Gang kommen, sonst muss der Gutschein her, ein trostloses Geschenk, mit dem kein Kind wirklich gl\u00fccklich sein kann., auch keine Erwachsenen. Eigentlich lohnt es sich in so einer weitge\u00f6ffneten Wunschsph\u00e4re, dar\u00fcber nachzudenken, was man sich wirklich w\u00fcnscht, also einen einem selbst authentisch vorkommenden Wunsch zu formulieren, den man sich selber abnimmt. Da hilft es auch nichts, wenn wie ein Stehaufm\u00e4nnchen der Satz aus der Bhagavad Gita erscheint, der meint, dass die Weisen (wer immer das gewesen sein mag) das Entsagen\u00a0 des Wunscherzeugten d i e Entsagung nennen, die sie als befreiend empfanden. Nun geht es beim Heranrauschen so eines Festes nicht um Entsagung, sondern um die Gestaltung dessen, was man selbst nicht nur f\u00fcr ertr\u00e4glich h\u00e4lt, sondern f\u00fcr f\u00f6rderlich und notwendig, damit man nicht unversehens in den falschen Korridor der Zwergenwelt einbiegt, wo die Kargen und Glanzlosen wohnen. Erfreulich fand ich die Nachricht einer zum Zuh\u00f6ren ausgebildeten Gruppe, die sich in der Stadt durch ein Symbol zu erkennen geben und nur daf\u00fcr gekommen sind, Anderen zuzuh\u00f6ren. Eine der Frauen fragte einen jungen Fremdling, wie es ihm denn so ginge um diese Zeit, und er erz\u00e4hlte, wieviel Heimweh er h\u00e4tte, und wie warm es zur Zeit in seinem eigenen Land sei. Aber gut, meinte er, wahrscheinlich gew\u00f6hnt man sich daran. Gerne vergisst man, wie hilfreich es ist, einfach etwas sagen zu k\u00f6nnen, ohne dass es kommentiert wird oder wir denken, jemand sagt es, damit wir unseren Senf dazu geben. Manchmal ja, manchmal nein. Das alles sind Einzelteile eines gro\u00dfen Kunstst\u00fcckes, dessen Fertigstellung und Aufl\u00f6sung permanent ablaufen. Und wir wissen von Beuys, dass alle Menschen beteiligte K\u00fcnstler*innen sind, aber Achtung!, Reisende\/r: nicht alles ist Kunst.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte nicht im geringsten versucht, mich in christliches Denken zu versenken, aber wer um diese Zeit herum zur (teuren) Goldfarbe greift, darf sich nicht wundern, wenn Verbindungen hergestellt werden. 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