{"id":14873,"date":"2021-12-14T08:56:29","date_gmt":"2021-12-14T08:56:29","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14873"},"modified":"2021-12-14T16:16:49","modified_gmt":"2021-12-14T16:16:49","slug":"denken-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=14873","title":{"rendered":"denken"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14874\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211214_085556-217x300.jpg\" alt=\"\" width=\"293\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211214_085556-217x300.jpg 217w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211214_085556-768x1059.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211214_085556-742x1024.jpg 742w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211214_085556.jpg 1700w\" sizes=\"auto, (max-width: 293px) 100vw, 293px\" \/><br \/>\nDas erwachende Auge der Hippeastrum<\/h6>\n<h5>Man darf sich ja freiz\u00fcgig und uneingeschr\u00e4nkt wundern, dass allen Menschen erwiesenerma\u00dfen st\u00e4ndig etwas im Kopf herumgeht, ohne dass der bewusste Zugang dazu gew\u00e4hrleistet ist. Dieses herumirrende Etwas, dass das Innere von K\u00f6pfen gerne begleitet, kann man nicht unbedingt Denken nennen. Vielleicht kann man dadurch unterscheiden, wenn man &#8222;es denkt in mir&#8220; sagt im Gegensatz zu &#8222;ich denke&#8220;.\u00a0 Wenn ich denke, ist es schon immer an etwas gekn\u00fcpft, das gilt auch f\u00fcr oberfl\u00e4chliches Denken. Oberfl\u00e4che jetzt im Sinne der Weltwahrnehmung: alles was ich denke, wenn ich was sehe oder h\u00f6re und mich damit besch\u00e4ftige. Wenn ich ein Reh im Garten sehe, kann ich anfangen, \u00fcber Rehe nachzudenken, weil es sich durch das Bild angeboten hat. Und entdeckt man eine gewisse Freude an dieser Forschung, kann man ja auch was lernen. Allerdings kann man sich durch Weltanschauung auch st\u00e4ndig ablenken von dem, was\u00a0 ich eigentlich denke. Dazu muss ich wissen, ob ich &#8222;eigentlich&#8220; \u00fcberhaupt was denke, also etwas, was aus meiner eigenen Quelle kommt und direkt mit meinem Bed\u00fcrfnis oder noch besser mit meiner Gewohnheit gekoppelt ist, mit mir und meinem Denken verbunden. Also zu wissen, was mich besch\u00e4ftigt und bewegt, und ob mir dieses Denken, in dem ich mich bewege, \u00fcberhaupt gut tut oder meine Befindlichkeit eher beunruhigt. In Indien gab es oder gibt es vielleicht noch in den geistigen Schulen eine \u00dcberzeugung, dass man es schaffen kann, das Denken zu lassen und gerade dadurch in den Raum des Seins einzutreten. Einen Nu lang kann einem das absolut einleuchten, vor allem, wenn man beides zur Verf\u00fcgung hat, eben das Denken und das Nicht-Denken. Ich habe auch in Indien niemanden getroffen, der diese exzellente Balance erreicht h\u00e4tte. Sri Aurobindo, einer der gro\u00dfen indischen Philosophen, erz\u00e4hlte, dass sein Mentor ihn eines Tages aufforderte, das Denken zu lassen, und vermutlich hat er ihm auch den Trick verraten, den man selbst ausprobieren kann. Man konzentriert sich also nicht auf die Worte, sondern auf die L\u00fccken dazwischen, auf die leeren Zwischenr\u00e4ume, die man dann durch \u00dcbung erweitert, bis man es eben schafft, keine Worte mehr zu denken. Aurobindo hat sich angeblich sofort an die Arbeit gemacht und behauptet, es in drei Tagen m\u00fchevoller Konzentration geschafft zu haben. Zweifellos war ihm diese Yoga \u00dcbung behilflich, sp\u00e4ter seine philosophischen Werke klar zu vermitteln, zumindest verst\u00e4ndlich f\u00fcr Interessierte oder Praktizierende oder Eingeweihte. Es ist von unermesslicher Bedeutung, mit was ich mich gedanklich befasse, denn das ist der andere Weg, Klarheit in die eigene Gedankenwelt zu bringen: man konzentriert sich auf sie, will sie kennenlernen, sie herauslocken aus ihrem affenartigen Herumstreunen, und kann ihnen dann beibringen, was ich von ihnen m\u00f6chte. Schlie\u00dflich sind es meine Gedanken, und es ist doch ungeheuerlich, dass ich nicht informiert bin, was in meiner eigenen Dachstube los ist. Auch fehlt m.E. nach dem sicherlich bedeutungsvollen Satz von Descartes &#8222;Ich denke, also bin ich&#8220; noch eine weitere Nuance, die man vielleicht &#8222;Ich bin, also bin ich&#8220; nennen k\u00f6nnte im Sinne, dass Sein nur durch Sein erfahren werden kann und das Denken dabei nicht unbegrenzt die Hauptrolle spielt. Ich denke, man muss sich um beides bem\u00fchen: um den Zugang zum Denken, und um den Zugang zum Nicht-Denken, beides nur durch bewusste Aufmerksamkeit zu erreichen, durch wahrnehmende \u00dcbung also.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das erwachende Auge der Hippeastrum Man darf sich ja freiz\u00fcgig und uneingeschr\u00e4nkt wundern, dass allen Menschen erwiesenerma\u00dfen st\u00e4ndig etwas im Kopf herumgeht, ohne dass der bewusste Zugang dazu gew\u00e4hrleistet ist. Dieses herumirrende Etwas, dass das Innere von K\u00f6pfen gerne begleitet, kann man nicht unbedingt Denken nennen. 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