{"id":14868,"date":"2021-12-13T08:50:59","date_gmt":"2021-12-13T08:50:59","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14868"},"modified":"2021-12-13T08:50:59","modified_gmt":"2021-12-13T08:50:59","slug":"montag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=14868","title":{"rendered":"Montag"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-14869\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211212_160824-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"307\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211212_160824-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211212_160824-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211212_160824-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211212_160824-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211212_160824-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211212_160824-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 307px) 100vw, 307px\" \/><\/p>\n<h5>Das ist nun mein zweiter Winter in Deutschland, leider nicht selbst gew\u00e4hlt, obwohl die Abschiedswehen, in denen ich mich schon aufgehalten hatte, also Abschied von Indien,\u00a0 nun einfach in eine unfreiwillige Verl\u00e4ngerung geraten ist, und sollte noch ein dritter Winter dazukommen, dann w\u00fcrde ich diese Abl\u00f6suing als beendet bezeichnen und auch empfinden. Als Fremdling kann man einer Kultur sehr nahe kommen, aber immer gibt es einen Moment, wo man sich entweder f\u00fcr das Eine oder das Andere entscheidet, ich meine bis zur Staatsangeh\u00f6rigkeit hin. Einmal wurde mir die indische angeboten, aber ich konnte mich von meinem deutschen Pass nicht trennen. Vermutlich auch nicht von der offenen T\u00fcr, die im Hintergrund immer vorhanden war. Und obwohl ich zeitenweise weniger besa\u00df als alle, die ich kannte, war immer noch diese T\u00fcr da, durch die ich dann letztendlich auch wieder zur\u00fcckkam in den Westen. Auf der Botschaft in Delhi zeigten sie mir eine Liste, auf der vermerkt war, dass ich mich ohne g\u00fcltige Papiere in Indien aufhielt, aber sie gaben mir einen g\u00fcltigen 24 Stunden Zettel, der mich legal machte und mich trennte von der bl\u00fchenden Anarchie Indiens. Mein Gl\u00fcck ist, dass ich von beiden Seiten durchatmet bin. Und obwohl es sich im Geist anf\u00fchlen kann wie eine Vollendung, wenn man den Osten mit dem Westen zusammenf\u00fcgen k\u00f6nnte, so kann es doch nur im Geist geschehen, und weit sind sie voneinander entfernt, und nur der Geist kann das Verbindende leisten und genie\u00dfen und lieben. Gut, insofern habe ich mein Indien hier, obwohl meine Augen auf undurchdringliches Grau schauen, mit dem man umgehen muss. Es wird einem klar, dass das Wetter doch einen viel gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf den lebendigen Verlauf hat, als man wahrhaben will. Und w\u00e4hrend in Indien alles nach oben gespielt wird, zieht es einen hier im Angesicht der Wolkendichte nach innen und nach unten, wo das Gr\u00fcbeln sich gerne breitmacht. Dann holt man die Lichter hervor, Kerzen und flackerndes Feuer, damit man dem Sog der D\u00fcsternis widerstehen kann. Es ist auch keineswegs mit heiteren Gedanken verbunden, wenn man wei\u00df, dass man trotz glitschiger Matschwege da drau\u00dfen \u00f6fters herumlaufen sollte, damit der K\u00f6rper das Seine bekommt und nicht beginnt, einem zu schaden. Und man wird eben nicht von der Sonne beschienen, und manchmal vergisst man fast, wie es ist, sich in ihrer W\u00e4rme aufzuhalten. Aber ja, es gibt das Innen, es gibt die Freundschaften, die am Herzen liegen, es gibt die M\u00f6glichkeit, \u00fcber alles gehaltvoll zu reden, wenn einem danach ist. Durch Sprache kann man sich leichter machen, und was eignet sich die deutsche Sprache doch pr\u00e4chtig zum Erringen des Klanges, beziehungsweise zum Ereignis der N\u00e4he von Vermutetem, Geahntem, und Bewusstem. So h\u00f6re ich wohl das Klagelied, das sich ergie\u00dfen m\u00f6chte \u00fcber die braunen Blattfl\u00e4chen, und dann sp\u00fcre ich auch eine Kraft, die zum Durchhalten bereit ist, denn auch auf dieser grauen Leinwand wird bald wieder Farbe auftauchen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist nun mein zweiter Winter in Deutschland, leider nicht selbst gew\u00e4hlt, obwohl die Abschiedswehen, in denen ich mich schon aufgehalten hatte, also Abschied von Indien,\u00a0 nun einfach in eine unfreiwillige Verl\u00e4ngerung geraten ist, und sollte noch ein dritter Winter dazukommen, dann w\u00fcrde ich diese Abl\u00f6suing als beendet bezeichnen und auch empfinden. 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