{"id":14857,"date":"2021-12-11T09:39:06","date_gmt":"2021-12-11T09:39:06","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14857"},"modified":"2021-12-12T10:16:35","modified_gmt":"2021-12-12T10:16:35","slug":"konfessionslos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=14857","title":{"rendered":"konfessionslos"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14858\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG-20211210-WA0002-300x223.jpg\" alt=\"\" width=\"354\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG-20211210-WA0002-300x223.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG-20211210-WA0002-768x570.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG-20211210-WA0002-1024x760.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG-20211210-WA0002.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/>*<\/p>\n<h5>Ausgesprochen positiv finde ich die Nachricht, dass Olaf Scholz, Christian Lindner und Robert Habeck alle drei konfessionslos sind. \u00dcberfl\u00fcssig die danach folgende Bemerkung, die Ampelkoalition sei deswegen nicht gottlos, was soll das denn bedeuten. Die drei sind gottlos, die anderen Vertreter der Parteien aber nicht? Nicht umsonst wird von Poeten und Poetinnen verlangt, ich wei\u00df allerdings nicht von wem, dass sie sich zumindest zeitenweise mit den sogenannten ganz gro\u00dfen Themen befassen und Worte daf\u00fcr finden, sodass andere Menschen sich dadurch angesprochen und unterst\u00fctzt f\u00fchlen beim Aufbau ihrer Werteskala. Es bedeutet auch, dass man um die Auseinandersetzung mit Gott kaum herumkommt, so ist es auch mit der Liebe. Einer der tiefgreifendsten S\u00e4tze des sprachlichen Universums ist von Augustinus und lautet (amare et quod vis): &#8222;Liebe, und tu was du willst.&#8220; Grandios einfach und schwer zu verstehen. Was f\u00fcr eine Liebe kann das sein, wenn man durch sie tun kann, was man will. Und was will man denn, wenn man das gute Schicksal hatte, anhand der eigenen Erfahrung unterscheiden zu k\u00f6nnen zwischen dem, was man f\u00fcr Liebe h\u00e4lt und dem, was sie ist. Denn vor allem sagt man \u00fcber sie, sie k\u00f6nne nur in freiem Raum existieren und gedeihen, und wer will nicht an der Liebe festhalten, wenn sie des Weges kommt und viele wunderbare Dinge in einem bewegt und verursacht, die man nicht f\u00fcr m\u00f6glich hielt. Und hat sie \u00fcberhaupt eine greifbare Form, die auf einen zukommt und sagt &#8222;Ich bin f\u00fcr dich&#8220; oder \u00e4hnliche Zauberworte, von denen man sich erhofft, dass sie die Fl\u00fcgelbreite besitzen, auf der man sich endlich niederlassen kann und sich zum besten Teil des Daseins wenden. Deswegen ist Gott vermutlich so popul\u00e4r, weil man gnadenlos und angstlos in seine Richtung powern kann, ohne dass sich Erm\u00fcdungsspuren zeigen. Und auch Mystik ist Macht, denn man kann das G\u00f6ttliche oder was oder wen man damit verbindet, hautnah erfahren. Kranke werden zuweilen geheilt vom Unheilbaren, Blut dringt aus Jesuswunden, und Shiva , der Liebhaber\/cum Yogi verwandelt im Wald f\u00fcr Parvatis Vergn\u00fcgen alles ins Weibliche, eben damit sie sich erfahren kann in der Freude an sich, obwohl er nat\u00fcrlich der Ausl\u00f6ser des Ganzen ist. Wer will leugnen, dass das alles im unergr\u00fcndlichen Rahmen des Erfahrbaren seine Attraktivit\u00e4t haben kann. Auch kann man es nicht wirklich leugnen, denn inneres Sehen birgt viele M\u00f6glichkeiten, die man dann nicht mit der materiellen Welt vergleicht. Geht man aber rigoros weiter, ohne das Erfahrene ablehnen zu m\u00fcssen, beginnen sich die Geschichten zu lichten. Als ich mich neulich gen\u00f6tigt f\u00fchlte, das Hindi Wort &#8222;Bhutkal&#8220; zu \u00fcbersetzen, erinnerte ich mich daran, dass Bhut (oder bhoot) Gespenst bedeutet, und Kal (oder kaal) Zeit, die Vergangenheit also als eine Gespensterzeit bezeichnet. Anders mit der Erfahrung, die wir pers\u00f6nlich mit etwas gemacht haben und die sich meist als St\u00f6rungen bemerkbar machen, um die man sich g\u00fcnstigerweise k\u00fcmmert. Ich habe mich sehr bem\u00fcht, vor allem nach der langen Zeit in Indien, ein Land, in dem von jedem Einzelnen einfach alles f\u00fcr m\u00f6glich gehalten wird, zur\u00fcckzuschauen in das, was ich einmal zu sein schien, oder mich noch immer erfahre als jemand, der daraus hervorgegangen ist. Aber es kann schon sehr gespenstisch sein oder wie in einem Spiegelkabinett, wenn \u00fcberall T\u00fcren und Tore sich ins Unendliche hinausdehnen, gerade jetzt, wo ich einkaufen gehen muss, denn es ist Samstag, und auf der Liste stehen ein paar Sachen. Und wo ist denn nun schon wieder meine ausgeleierte Lieblingsmaske.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>*Bild aus der FAZ, bearbeitet von U. G\u00fcdelh\u00f6fer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>* Ausgesprochen positiv finde ich die Nachricht, dass Olaf Scholz, Christian Lindner und Robert Habeck alle drei konfessionslos sind. \u00dcberfl\u00fcssig die danach folgende Bemerkung, die Ampelkoalition sei deswegen nicht gottlos, was soll das denn bedeuten. Die drei sind gottlos, die anderen Vertreter der Parteien aber nicht? 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