{"id":14803,"date":"2021-12-04T09:50:41","date_gmt":"2021-12-04T09:50:41","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14803"},"modified":"2021-12-04T09:50:41","modified_gmt":"2021-12-04T09:50:41","slug":"wuenschenswert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=14803","title":{"rendered":"w\u00fcnschenswert"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-14804\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211203_160749-295x300.jpg\" alt=\"\" width=\"348\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211203_160749-295x300.jpg 295w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211203_160749-768x781.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/20211203_160749-1007x1024.jpg 1007w\" sizes=\"auto, (max-width: 348px) 100vw, 348px\" \/><br \/>\nWinterstille<\/h6>\n<h5>Ungern nehme ich das scheu\u00dfliche Wort &#8222;Zapfenstreich&#8220; noch einmal auf, nachdem ich mich gestern schon durch h\u00e4ufige Benutzung davon entlastet zu haben glaubte. Denn ich wollte au\u00dfer der Rede der Kanzlerin dann doch nachtr\u00e4glich in das ganze Ritual hineinschauen: was machen die denn da so bei dieser eine einzige Person so hochverehrenden Feier. Abgesehen davon, dass Frau Merkel auf dem kalten Thron ziemlich deplaziert aussah neben der ebenfalls frierenden Frau Karrenbauer und noch jemandem. Aber was fand da statt, was so lange dauerte, dass man sogar den Nutzen der Masken sehen konnte, die die eisige Luft vom eigenen Atemdampf abhielten. Aber was war da n o c h zu sehen!? Da standen \u00fcberall sehr viele gedrillte M\u00e4nner herum und zeigten, was man ihnen alles beigebracht hatte. Es brauchte nur der gro\u00dfe Vorbr\u00fcller einen Befehl hinausjagen in die Atmosph\u00e4re und konnte sich todsicher\u00a0 darauf verlassen, dass alle das Gleiche taten. Die Gesten, die hier offensichtlich schon sehr lange einge\u00fcbt waren, kannten an Sinnlosigkeit keinerlei Grenzen, und zack!, war das Gewehr oben, und zack! in der Mitte, und wieder zack! jetzt war es unten, das Gewehr, das man zum T\u00f6ten von Menschen angefertigt hatte, hier aber nur als Performance vorgef\u00fchrt wurde. Ein Ehrenzirkus sozusagen f\u00fcr politisch Eingeweihte, und dann wieder zack, da muss der Helm runter, und zack! muss er wieder rauf, der Befehl hei\u00dft &#8222;Helm auf den Kopf&#8220;. Alle diese grundverschiedenen Menschen zeigen die unheimlichste aller Shows, das ist die milit\u00e4rische Show, in deren Hinterzimmern es um Blut und Ehre geht. Ich wei\u00df noch, wie wir als \u00f6fters mal bewusste Naivlinge der Sechziger Bewegung den Satz &#8222;Stell&#8216; dir vor, es gibt Krieg und keiner geht hin&#8220; so gerne hatten, weil so vern\u00fcnftig und einleuchtend, und immer wieder mal haben es ja manche tats\u00e4chlich geschafft und sind nicht hingegangen, oder sind rechtzeitig weggegangen, weil sie ahnten, dass etwas geschehen musste, was keinem Wesen gut tun kann. Aber die meisten sind hingegangen, obwohl man davon ausgehen darf, dass viele von ihnen erfahren haben, dass der Tod doch nicht das Schlimmste ist, was einem passieren kann. Denn es gibt noch viel gr\u00e4sslichere Dinge, die an einem Menschen lebenslang zerren und zehren k\u00f6nnen, sodass das, was man gerne &#8222;das Leben&#8220; nennt, gar nicht mehr auf lebendige Weise stattfinden kann, sondern es kann in einem erstarrten Zustand so zusammenschrumpfen und kein Versteck der Welt dieses Nicht-Sein erl\u00f6sen kann. Warum machen all diese M\u00e4nner das mit, so etwas vollkommen Idiotisches und Absonderliches, das immer wieder demonstriert, und hier noch als Auszeichnung, wie leicht es ist, einen Menschen in das dem Menschlichen total Widerstrebende hinein zu manipulieren. Und die, die mitmachen, als w\u00e4re das das Normale, die kommen dann nicht mehr heraus aus dem Spiel, wenn es ans T\u00f6ten geht. Denn wenn man wirklich nicht t\u00f6ten will, warum spielt man dann mit einer Waffe herum. Einmal kam ich ganz nah an die Gefahr einer Anziehung heran, was Waffen betrifft. Eine \u00c4rztin aus Kalkutta, die ich sehr sch\u00e4tzte, wollte ihren Lady Revolver verkaufen, um Verbesserungen in ihrem Krankenhaus vorzunehmen. Ich wollte das Ding unbedingt haben (f\u00fcr 70 000 Rupien). Es \u00fcbte einen geradezu erotischen Reiz auf mich aus,\u00a0 diese scheinbare Sicherung gegen alle m\u00f6glichen Schreckensszenarien, die wir Frauen zuweilen auf dem Schirm haben. Das halte ich f\u00fcr den gef\u00e4hrlichsten Unterton der Waffenhandhabung, eben diese dunkle Note triebhafter Macht oder aber triebhafter Unterwerfung unter etwas, was jedem geistig wachen Menschen gegen den Strich gehen m\u00fcsste. M\u00fcsste, aber nicht muss. Daher auch nicht zu viel Winterstille, sondern eine Bereitschaft f\u00fcr Wachheit in jeder Hinsicht ist immer das W\u00fcnschenswerte.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Winterstille Ungern nehme ich das scheu\u00dfliche Wort &#8222;Zapfenstreich&#8220; noch einmal auf, nachdem ich mich gestern schon durch h\u00e4ufige Benutzung davon entlastet zu haben glaubte. Denn ich wollte au\u00dfer der Rede der Kanzlerin dann doch nachtr\u00e4glich in das ganze Ritual hineinschauen: was machen die denn da so bei dieser eine einzige Person so hochverehrenden Feier. 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