{"id":14756,"date":"2021-11-29T09:23:21","date_gmt":"2021-11-29T09:23:21","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14756"},"modified":"2021-11-29T09:32:00","modified_gmt":"2021-11-29T09:32:00","slug":"ankunft-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=14756","title":{"rendered":"Ankunft"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14757\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211128_151935-292x300.jpg\" alt=\"\" width=\"347\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211128_151935-292x300.jpg 292w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211128_151935-768x790.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211128_151935-996x1024.jpg 996w\" sizes=\"auto, (max-width: 347px) 100vw, 347px\" \/><\/p>\n<h5>&#8222;Advent&#8220;, so h\u00f6re ich, hei\u00dft &#8222;Ankunft&#8220;. Erstaunlich, was man alles nicht wei\u00df. Ankunft gef\u00e4llt mir als Wort wesentlich besser, auch weil es nicht an der Ankunft des kleinen Buben klebt, der angeblich so besonders war, dass ihm K\u00f6nige hinterher reisten. Leider konnte sp\u00e4ter im zugespitzten Drama keiner mehr was f\u00fcr ihn tun, und die Geschichtenschreiber mussten eine Menge Deutungen erfinden, um sein sch\u00e4ndliches Leid dort auf der Gasse der Glotzer zu rechtfertigen. Aber zur\u00fcck zum Ankommen. Heute kommt hier bei uns zum Beispiel der erste Schnee an. Man m\u00f6chte das gewohnheitsgem\u00e4\u00df sch\u00f6n finden, aber es klappt nicht ganz, weil eben der Kindheitszauber, sofern vorhanden, auch nicht mehr reicht f\u00fcr ein strahlendes Glitzern in einem Auge, das noch Zwerge und Engel gesehen hat ohne Gegenbeweise. Ab und zu kommt ein Paket an und enth\u00fcllt zum Beispiel ein Werk, an dem man lange gearbeitet und mit begabten Freunden in eine offizielle Form gebracht hat. Auch die w\u00f6chentliche Zeitschrift kommt regelm\u00e4\u00dfig an und erinnert einen daran, wie verdammt schnell so eine Woche vergeht, dabei hat man vielleicht nur den Artikel von Martenstein gelesen, obwohl die Titelbildfrage einen brennend zu interessieren schien, da es um die Frage ging, ob es auch ohne Religion geht, und ob die Welt dann unmenschlicher oder aber freier w\u00e4re, eine gute und mutige Frage. Da habe ich doch, dachte ich, neulich schon einen Artikel dar\u00fcber in meiner Sammlung gefunden. Ich schaue nach, und oho, der Artikel ist\u00a0 aus dem Jahre 2013 und hei\u00dft &#8222;Gl\u00fcck ohne Gott&#8220;, in dem der amerikanische Philosoph Sam Harris f\u00fcr eine weltliche Moral\u00a0 pl\u00e4diert und meint, dass wir Menschen f\u00fcr unser Wohlergehen keine Religion brauchen. Aber sch\u00f6n ist wiederum gar nicht, wenn man Gl\u00e4ubigen wegen der Braunkohleausbeutung ihre geliebten Kirchenr\u00e4ume wegradiert von der Bildfl\u00e4che. Es sind ja nicht die stillen R\u00e4ume inmitten des weltlichen Getriebes, die st\u00f6ren, sondern was dort alles angestellt wird, weil wir Menschen uns miteinander so schwer tun. Dar\u00fcber kann man immer mal wieder in den verf\u00fcgbaren Zwischenr\u00e4umen nachdenken, obwohl man \u00fcberall in den Innen-und Au\u00dfenbereichen damit konfrontiert ist. Und seit die Mutanten bei uns angekommen sind, schwindet vermutlich zunehmend der Glaube an eine bewusste Kraft, die all unsere Geschicke lenkt, obwohl auch das Spr\u00fcchlein &#8222;Der Mensch denkt und Gott lenkt&#8220; darauf hinweist, dass vom Menschen eigenst\u00e4ndiges Denken erwartet wird. Wahrscheinlich brauchen viele Menschen beide, den Sch\u00f6pfer und den T\u00e4ter, die von der eigenen Verantwortung f\u00fcr das Angetane ablenken. Deswegen gilt es gleicherma\u00dfen in uralten wie in taufrischen Wissenskreisen als vern\u00fcnftig und angemessen, bei sich selbst anzukommen. Und entspricht es nicht auch einer globalen Reife des Menschseins, die eigene Ankunft gr\u00fcndlich zu kontemplieren, auch wenn das Reifezeugnis oft ziemlich mangelhaft aussieht. So kann man (z.B.) die Ankunft von Omikron nicht begr\u00fc\u00dfen, aber es sagt doch etwas aus \u00fcber den Zustand, in dem wir uns gemeinsam befinden, und der geradezu strotzt vor Missbrauch und Gleichg\u00fcltigkeit, selbst wenn man das Gl\u00fcck hat, in Menschen, denen man begegnet oder mit denen man lebt, sehr wunderbare Eigenschaften vorzufinden. &#8222;Endlich angekommen im Kreis der Liebenden&#8220;, h\u00f6rte man schon Rumi seufzen, als er endlich hineintaumelte in dieses unverhoffte Gl\u00fcck. Denn w\u00e4re er noch an einem Strohhalm gehangen, h\u00e4tte der Ort sich ihm nicht erschlie\u00dfen k\u00f6nnen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Advent&#8220;, so h\u00f6re ich, hei\u00dft &#8222;Ankunft&#8220;. Erstaunlich, was man alles nicht wei\u00df. 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