{"id":14693,"date":"2021-11-20T10:12:15","date_gmt":"2021-11-20T10:12:15","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14693"},"modified":"2021-11-20T10:14:17","modified_gmt":"2021-11-20T10:14:17","slug":"schweifend-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=14693","title":{"rendered":"schweifend"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-14684\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211117_172311-290x300.jpg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211117_172311-290x300.jpg 290w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211117_172311-768x795.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211117_172311-989x1024.jpg 989w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211117_172311.jpg 1905w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><br \/>\nSch\u00f6nheit des Gruseligen<\/h6>\n<h5>Man kann ja fast schon dankbar sein, wenn im tosenden und tobenden Coronawirbelsturm noch andere Themen in einem selbst auftauchen, obwohl auch sie sich als fl\u00fcchtige Blinklichter erweisen k\u00f6nnen, durch die ich immerhin einige neue Einblicke in mein Wesen erhalten kann. So schweift zum Beispiel mein Auge \u00fcber ein kleines Marmorst\u00fcck, auf dem ich nur schwarze und rote Farbe zum Pinseln verteile. Auf einmal sehe ich ein Gesicht und verst\u00e4rke es mit Farbtupfern. Etwas in mir schaudert, fast kann ich es genussvolles Schaudern nennen. Denn das Entstandene ber\u00fchrt mich, und vielleicht ist es wahr, dass alles einen Ber\u00fchrende auch etwas Sch\u00f6nes hat, ob es nun aus der dunklen oder der hellen Seite tritt. Auch das Schreckliche hat seine Vielfalt, und wer war nicht schon mal erstaunt, als Rilke alle Engel als schrecklich bezeichnete. Oder\u00a0 kann kaum etwas so tief die innere Bereitschaft zur Weltbeteiligung aufw\u00fchlen, wenn man merkt, wie erschreckt und besch\u00e4mt man sich innerlich immer wieder von den W\u00e4ldern im Grenzgebiet Belarus\/Polen abwendet, wo Menschen in bitterer K\u00e4lte auf das vollkommen Hoffnungslose warten. Und wir, die wir dort nicht frieren und hoffen, sind trotzdem auf andere Art gef\u00e4hrdet durch die Versklavung des Zuschauens, das wir uns nicht mehr ersparen k\u00f6nnen. Wir leben in einer Zeit, in der sehr viele neue Entscheidungen getroffen werden m\u00fcssen, die keine\/r vorher kannte. Oder waren sie doch schon bekannt, m\u00fcssen aber durch die aktuellen Notlagen neu bewertet werden. So kann ich mich stets aufs Neue wundern, wie sich t\u00e4glich bei uns zur Zeit 60 000 Menschen an Covid anstecken k\u00f6nnen, aber sie k\u00f6nnen. Und auch wenn man auf die 80 Millionen B\u00fcrgerInnen hinweist, so sind doch hunderttausende von Covidinfizierten auch kein Klacks. Es ist ja auch kein Klacks mehr, sondern ein\u00a0 riesiges Dunkelfeld, so als w\u00e4re in der Matrix auf einmal die Beleuchtung ausgegangen und man w\u00fcrde zuhause sitzen mit der brennenden Kerze und richtig sch\u00f6n Zeit und Mu\u00dfe haben zum Nachdenken. Denn so ist es eben auch. Neue K\u00fcnste sind gefragt, wenn die Lieferketten im Stau stehen und das neue Smartphone nicht rechtzeitig in den H\u00e4nden landet, die es gewohnt sind, alles sofort zu erhalten, was sie begehren. Und von den Ideen, die man letztes Jahr hatte, als der ganze Zirkus sich zuspitzte, kann auch noch einiges umgesetzt werden. Schwerf\u00e4llig bewegt sich der Gewohnheitswurm durch die K\u00e4sten und Kisten, die man zu leeren bereit war, denn man wusste, nie mehr w\u00fcrde man wirklich dort noch einmal hineinschauen, denn hatte man nicht schon das darin Vorhandene aufgenommen und sozusagen bereits hinter sich gelassen und dann gefangen genommen in diesen Beh\u00e4ltern, die keinen Aufschluss mehr geben k\u00f6nnen \u00fcber den lebendigen Verlauf, in dem man sich befindet. Anders vielleicht mit den B\u00fcchern, auch wenn man da bereits mal durchgegriffen hat und ein paar Kisten weggetragen. Liebevoll schweift der Blick \u00fcber die aussagekr\u00e4ftigen R\u00fccken, hinter denen sich jedenfalls Gelebtes verbirgt, mit dem man sich noch heute verbinden kann. Die Geister, die man zu den Lichtblicken z\u00e4hlen darf, die das eigene Denken vers\u00fc\u00dft und gest\u00e4rkt haben. Und Freunde und B\u00fccher und Papier und Stifte und Tasturen (zum Beispiel) haben sich in Notzeiten pr\u00e4chtig bew\u00e4hrt, das kann man nicht leugnen. Hat man aber Verbundenheit gefunden mit der Liebe, halten sich die Klagen nur noch im Sinne des Ausgleichs. Denn was soll man machen: Es ist, wie es ist.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00f6nheit des Gruseligen Man kann ja fast schon dankbar sein, wenn im tosenden und tobenden Coronawirbelsturm noch andere Themen in einem selbst auftauchen, obwohl auch sie sich als fl\u00fcchtige Blinklichter erweisen k\u00f6nnen, durch die ich immerhin einige neue Einblicke in mein Wesen erhalten kann. 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