{"id":14664,"date":"2021-11-17T09:03:02","date_gmt":"2021-11-17T09:03:02","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14664"},"modified":"2021-11-17T09:03:02","modified_gmt":"2021-11-17T09:03:02","slug":"behueten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=14664","title":{"rendered":"beh\u00fcten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14653\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211115_163142-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"355\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211115_163142-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211115_163142-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211115_163142-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211115_163142-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211115_163142-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211115_163142-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/p>\n<h5>Als ich gestern wieder einmal mit Raphael in einem unserer Abgrundstiefe nicht scheuenden Gespr\u00e4che landete, stellte er eine der (Kinder-) Fragen, die uns allen bekannt sind, wer auch immer &#8222;uns&#8220; hier ist. Und zwar fragte er, warum wir das nicht alles auch anders machen k\u00f6nnten, sodass weniger Grauenhaftes geschieht unter Menschen, ja warum blo\u00df. Ohne gro\u00dfe Umwege konnte ich leider nur an den Buddha denken, der nicht in den Tempeln herumtobte wie es von Jesus bekannt ist, sondern der so ersch\u00fcttert war, als er mal herunterkam von seinen Palaststufen und au\u00dferhalb der Mauern sah, was da los war. Bis dahin hatte er in der Palastblase gut gelebt, aber das war nun f\u00fcr immer vorbei. Auch in diesem Gespr\u00e4ch f\u00fchlte ich mich gen\u00f6tigt, zu unseren eigenen, komplexen Blasenkonstrukten zur\u00fcckzukehren, in denen wir alles nur M\u00f6gliche denken und wollen und w\u00fcnschen k\u00f6nnen, aber wie sieht es mit der Umsetzung aus. Raphael selbst erw\u00e4hnt gerne, dass er selbst schon das Menschenm\u00f6gliche tue, und ich habe ihn schon l\u00e4nger in leisem, aber unbeschwertem Verdacht, dass er sich selbst eher wie ein Engel unter Menschen vorkommt. Das kann ja jedem mal passieren, vor allem in der kontemplativen oder meditativen Welt, wo ich einst auch von den Schwingen schrieb, mit denen wir jeden Morgen aus der Totenstille traten. Das kam allen Beteiligten damals sehr nat\u00fcrlich vor. Ich nenne mich zuweilen (vor allem im Westen) auch Eremitin und h\u00e4tte zu gerne, dass alle Anwesenden sich als H\u00fcter und H\u00fcterinnen begreifen in den paar J\u00e4hrchen, in denen sie hier herumwandern. Aber gleichzeitig bin ich mir sehr klar dar\u00fcber bewusst, dass ich kein Sprachrohr einer H\u00fctergemeinde bin, da es sie gar nicht gibt. In der Welt, oder soll ich &#8222;in den Welten&#8220; sagen, die wir Menschen gemeinsam erschaffen haben, wird nicht geh\u00fctet, was da ist, sondern mehr wird gefordert zu haben. von dem, an was man gewohnt ist, und eben auch gewohnt ist, es als das &#8222;Normale &#8220; zu bezeichnen. Bei den Einen ist es die warme Heizung, bei den Anderen die Burka. Man kann ja nicht vorschreiben, was den Anwesenden als normal erscheint, wie wir das im Pandemiekurs f\u00fcr alle noch einmal durchgeackert haben. So nicken die meisten von uns ab, dass es keine Impfpflicht geben soll wegen unserer eingebleuten Freiheit, die allerdings f\u00fcr vieles andere auch nicht wirklich genutzt wird, denn wir habe sie ja, zumindest in einem vorher nie dagewesenen Ausma\u00df. Von &#8222;wir&#8220; also zu &#8222;uns&#8220;, dann zu &#8222;ich&#8220;. So ist Raphaels Frage einerseits vollkommen berechtigt, denn man muss tats\u00e4chlich einmal sehen, dass alles ganz anders sein k\u00f6nnte, als es ist, und dann wiederum ist der Gedanke sofort eine Sackgasse. Denn ich bin, wie Cioran so trefflich beklagte, hineingeworfen in dieses Daseinsr\u00e4tsel, und jede\/r hat nur den einen roten Faden in der Hand, mit dem er angekommen ist. Und ziemlich fr\u00fch arbeite ich mit am Webstuhl und schaue mir das Gebilde an, dass durch mein Tun herauskommt. Ist es der Teppich, auf dem ich mich niederlassen m\u00f6chte, und ist das Gewebte gro\u00df genug, dass auch Freunde und G\u00e4ste darauf Platz haben? So ein gewebter Banianbaum, unter dem das H\u00fcten nicht schwerf\u00e4llt, aber auch nicht das Beh\u00fctetsein?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich gestern wieder einmal mit Raphael in einem unserer Abgrundstiefe nicht scheuenden Gespr\u00e4che landete, stellte er eine der (Kinder-) Fragen, die uns allen bekannt sind, wer auch immer &#8222;uns&#8220; hier ist. Und zwar fragte er, warum wir das nicht alles auch anders machen k\u00f6nnten, sodass weniger Grauenhaftes geschieht unter Menschen, ja warum blo\u00df. 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