{"id":14540,"date":"2021-11-02T09:02:56","date_gmt":"2021-11-02T09:02:56","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14540"},"modified":"2021-11-02T15:35:06","modified_gmt":"2021-11-02T15:35:06","slug":"strebungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=14540","title":{"rendered":"Strebungen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14541\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211031_111620-291x300.jpg\" alt=\"\" width=\"341\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211031_111620-291x300.jpg 291w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211031_111620-768x792.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211031_111620-993x1024.jpg 993w\" sizes=\"auto, (max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/p>\n<h5>Nicht nur gibt es den Sog, aus sehr unterschiedlichen Interessensgebieten hervorkommend, in die Dunkelkammern der menschlichen Psyche so tief hinein und\u00a0 hinunter zu blicken wie nur m\u00f6glich, sondern dieselbe Strebung gibt es nach oben und zuweilen mit einer uns\u00e4glichen Intensit\u00e4t gewisse Ebenen anstrebend, von deren Existenz es nur wenige Zeugen oder Zeuginnen gibt, die den jeweils \u00fcblichen Rahmen ihrer Gesellschaftssysteme \u00fcberschreiten konnten, um von diesen Welten Kunde zu tun. In Indien zum Beispiel ist der Begriff des &#8222;Heiligen&#8220; gang und g\u00e4be, und noch habe ich keinen Hindu getroffen, der nicht zumindest \u00fcberzeugt war, dem G\u00f6ttlichen sehr, sehr nahe, also sozusagen identisch damit zu sein. Come on, sagte Anil eines Tages zu mir, jeder Mensch will doch letztendlich ein Gott sein. Das wusste ich nicht, obwohl mir die offensichtlich genetisch oder klimatisch\u00a0 bedingte Entgrenzung des indischen Denkens vertraut ist. Es gibt dort auch Gespenster-Austreibungs-Rituale, aber t\u00e4glich sieht man menschliche K\u00f6rper, die als G\u00f6tter verkleidet durch die Stra\u00dfen ziehen, und wenn einer gut darin ist, wird ihm auch Respekt daf\u00fcr gezollt. Ansonsten erlebte ich in Gespr\u00e4chen mit Hindus verschiedenster Ausrichtungen (was ihre religi\u00f6sen Rituale betrifft) in den letzten Jahren eher eine sich verbreitende Ern\u00fcchterung im Angesicht realer Vorkommnisse unter denen, die gerne als &#8222;heilig&#8220; betrachtet werden. Man war nicht wirklich erstaunt, denn durch den kreisl\u00e4ufigen Ablauf der Geschichte wusste man, dass die Dinge profan werden und k\u00fcnstlich und ohne authentischen geistigen Antrieb. Aber Achtung, das war auch nicht alles, denn es gibt ein Gegengewicht. Wer aus welchen Gr\u00fcnden auch immer gelernt hat, der kosmischen Ausgewogenheit zu vertrauen, findet hier verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig m\u00fchelos eine praktische L\u00f6sung, ich meine hier durch die Praxis der Kontemplation. Ich selbst muss erkennen, wie und wodurch ich etwas erlebe und erkenne, eben damit meine eigene Substanz im Strudel des Weltgeschehens nicht mitgerissen wird. Auf das &#8222;heilig&#8220; kam ich \u00fcber die Worte einer protestantischen Pfarrersfrau, deren letzte Worte ich vor den Nachrichten noch aus Versehen mitbekam und h\u00f6rte, dass sie &#8222;heilig&#8220; als widerstandsf\u00e4hig bezeichnete, und dass es daf\u00fcr notwendig sei, der Weltordnung zu widerstreben. &#8222;Heilig&#8220; verstanden als heilend, das fand ich dann doch interessant und entspricht, allerdings \u00fcber andere Begrifflichkeiten, meinem eigenen Denken. Denn ohne diese ganz bewusste Herausl\u00f6sung aus der bestehenden Weltordnung kann ich nicht wirklich heilen. Ganz einfach, weil der Blick nach au\u00dfen nicht der Blick nach innen ist und wir f\u00fcr die Teilnahme am kosmischen Balanceakt beides brauchen, um einerseits beweglich, andrerseits zutiefst konzentriert zu sein auf unsere individuelle Wahrnehmung, die wir wiederum f\u00fcr unsere Handlungsf\u00e4higkeit nach drau\u00dfen brauchen. Wo die Anderen sind und ihre Spielarten.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur gibt es den Sog, aus sehr unterschiedlichen Interessensgebieten hervorkommend, in die Dunkelkammern der menschlichen Psyche so tief hinein und\u00a0 hinunter zu blicken wie nur m\u00f6glich, sondern dieselbe Strebung gibt es nach oben und zuweilen mit einer uns\u00e4glichen Intensit\u00e4t gewisse Ebenen anstrebend, von deren Existenz es nur wenige Zeugen oder Zeuginnen gibt, die den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-14540","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14540","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14540"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14540\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14547,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14540\/revisions\/14547"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14540"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14540"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14540"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}