{"id":14472,"date":"2021-10-22T08:13:32","date_gmt":"2021-10-22T08:13:32","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14472"},"modified":"2021-10-22T08:13:32","modified_gmt":"2021-10-22T08:13:32","slug":"vergehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=14472","title":{"rendered":"vergehen"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14471\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211022_091115-194x300.jpg\" alt=\"\" width=\"293\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211022_091115-194x300.jpg 194w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211022_091115-768x1185.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211022_091115-664x1024.jpg 664w\" sizes=\"auto, (max-width: 293px) 100vw, 293px\" \/><br \/>\nKunstfertiger Stuhl<\/h6>\n<h5>Das ist das dritte Bild der kurzen Reise und ist vom G\u00e4stelager aus gemacht. Der Gast\/die G\u00e4stin (uffh!) trinkt ihren gr\u00fcnen Morgentee und l\u00e4sst die Augen wandern. \u00dcberall, wo sie hinwandern, treffen sie auf tiefe Eigenart der k\u00fcnstlerischen Natur, die sich eine Welt erschafft, an der andere teilnehmen k\u00f6nnen, ohne sie wirklich zu kennen oder zu verstehen. Zu einem Verstehen, das m\u00f6glich ist, braucht es Zeit und Konzentration, damit man auch am eigenen Geschmack nicht h\u00e4ngenbleibt, sondern den \u00dcbergang erkennen kann, wenn etwas &#8222;Kunst&#8220; wird, ohne dass es einem erspart bleibt, immer mal wieder selbst dar\u00fcber nachzudenken, was sie denn nun sei. Die Kunst. Und auch beim meisterlich gestalteten Stuhl h\u00f6rt sie ja nicht auf, sondern flie\u00dft vielleicht in eine gro\u00dfe Schale auf dem Boden, in der eine gro\u00dfe Menge getrockneter Rosen die eigene Verfassung steigern. Wo Lebenswertes gestapelt ist und auch zeigt, wie vieles sich ballt und staut an dem, was ein Menschenleben angesammelt hat, aber kaum mehr bew\u00e4ltigen kann, bew\u00e4ltigen wir eh schon so viel an Unvermeidbarem. Und es liegt auch eine Gefahr in diesem reichhaltig Angeh\u00e4uften. Denn siehe!, die Zeit vergeht und verengt durch unsere potentielles Entschwinden die M\u00f6glichkeiten der Erfahrung. Sodass man sich rechtzeitig k\u00fcmmern muss, was mit dem Schatz des Erschaffenen passiert, damit es weder Last noch Erlischen gebiert. Und dann: nicht jeder Geist nimmt riesige R\u00e4ume in Anspruch, weitet sie noch aus und belebt sie. Denn von dort kommen sie ja urspr\u00fcnglich, die Archive und die Bibliotheken, wobei die Ordnungen flie\u00dfender und beweglicher sind als die manifestierte Materie. Nur fehlt dem Innen die \u00e4u\u00dfere Sichtbarkeit. Und durch Sicht, die wir erkennen k\u00f6nnen als unsere eigene, formt sich letztendlich das Verstehen auch einer anderen Welt, oder das, was wir an Anderem zulassen und unabh\u00e4ngig von uns wertsch\u00e4tzen k\u00f6nnen. Als ich also, als mit wandernden Augen dasitzender Gast, den Stuhl und meine darauf liegende Kleidung betrachtete, weil es mir vorkam wie ein Bild, das sich selbst gemalt hatte, lief nebenan eine online Bar Mitzwa, die aktuell in New York f\u00fcr einen jungen Mann stattfand, der hier sehr aufwendig in die Pflichten eines erwachsenen Menschen eingeweiht wurde, eben so, wie man das in diesem Kontext versteht. Das uralte Wissen, das unvergessliche Ritual, das ich auch in Indien erkannt habe als das verbindende Band unter Gro\u00dffamilien, immer religi\u00f6s ausgerichtet, da wohl alle irgendwann einen Jemand brauchten, dem sie zutrauen konnten, dass er Menschen zusammenf\u00fchrt. Auch bis jetzt hat sich f\u00fcr die Neigung des Menschen entweder zur Herde oder zur Isolation noch kein praktikabler Weg abgezeichnet, der bereitwillig nur unter und mit Menschen entstanden ist, den jeweils Lebenden eben. Und obwohl wir wissen, dass alle geh\u00f6rt und gesehen werden m\u00f6chten, ist es nicht besser geworden. Denn der Hunger nach dem eigenen Seinsraum ist so gro\u00df, dass er das Interesse am Raum der Anderen zum Erlischen bringen kann. Aber ohne den Anderen: wer sind wir (?). Und wie finde ich jetzt zu dem Stuhl zur\u00fcck? Auf jeden Fall habe ich ihn eingeschmuggelt und kann mich nun an dem Bild erfreuen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunstfertiger Stuhl Das ist das dritte Bild der kurzen Reise und ist vom G\u00e4stelager aus gemacht. 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