{"id":14419,"date":"2021-10-12T08:04:17","date_gmt":"2021-10-12T08:04:17","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14419"},"modified":"2021-10-12T15:28:49","modified_gmt":"2021-10-12T15:28:49","slug":"ichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=14419","title":{"rendered":"ichen"},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14423\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211012_091352-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"355\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211012_091352-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211012_091352-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211012_091352-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211012_091352-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211012_091352-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211012_091352-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/h1>\n<h5>In Indien war ich gleich auf drei unterschiedliche Ichs gesto\u00dfen, die man zumindest gedanklich gewohnt war, auseinander zu halten. Zuerst verstand ich das \u00fcbliche &#8222;ham&#8220; als &#8222;ich&#8220;, bis ich irgendwann herausfand, dass es &#8222;wir&#8220; hei\u00dft. Warum,\u00a0 fragte ich nach bei einem Freund, beziehst du dich st\u00e4ndig auf ein &#8222;Wir&#8220; , wo du doch von dir erz\u00e4hlst. Die Idee war, dass bei einem\u00a0 von allen leicht \u00fcber- und durchschaubaren Lebensstil so ziemlich jeder dasselbe macht wie die anderen. Und das kann ich von meinen anf\u00e4nglichen Beobachtungen auch best\u00e4tigen. Die Frauen blieben alle im Haus und\u00a0 kneteten endlose Teigwarenleiber, die M\u00e4nner wohnten im Drau\u00dfen, nicht, ohne trotzdem der Herr des Hauses zu bleiben. So kann man das &#8222;Wir&#8220; zum Familien-Ich z\u00e4hlen. Aufgabe derjenigen, die sich f\u00fcr ein Leben als Einzelne entschieden hatten (M\u00f6nche, Nonnen, Sadhus, Priester usw.) sa\u00dfen zwar auch in Gruppierungen zusammen, aber man erwartete da doch eine gewisse Kehrtwendung nach innen, wo sich das Ich ergr\u00fcnden l\u00e4sst, das man kennen lernen m\u00f6chte, m\u00f6glichst weit ab vom Get\u00fcmmel des illusion\u00e4ren Konstruktes, Welt genannt. Aber weder wird man automatisch ein guter Vater oder eine gute Mutter, oder ein guter Mensch oder ein guter Yogi), nein, eben nicht automatisch, sondern durch m\u00f6glichst erh\u00f6hte Aufmerksamkeit auf das, was man erschaffen hat und zeitlebens verbunden ist mit dem Resultat eigener Entscheidungen. Das pers\u00f6nliche Ich also, das die Last der Entscheidungen tr\u00e4gt und h\u00e4ufig wegen dieser Belastung ein gefundenes Fressen f\u00fcr Religionen wird. Wo einer, der anscheinend alles besser kann als die anderen, die Verantwortung f\u00fcr alles tr\u00e4gt.\u00a0 Bis hin zu Korruption und Betrug und Drogenmissbrauch und \u00fcberhaupt Missbrauch, weil man sich so ausgeliefert f\u00fchlt und glaubt, gar nicht zu k\u00f6nnen, was da von einem verlangt wird, oder es tats\u00e4chlich nicht kann, weil kein Ich es alleine kann, auch nicht der M\u00f6nch im Kloster. Dieses von sich selbst (und anderen) geknebelte Ich ist gar nicht lebensf\u00e4hig, denn es hat sich selbst ein Gef\u00e4ngnis gebastelt. Oder vielleicht nicht das gro\u00dfe Gl\u00fcck gehabt, das jemand auftauchte, mit dem genug Vertrauen entstehen konnte, sodass Offenheit m\u00f6glich wurde. Die kann sich wiederum als sehr unterst\u00fctzend zeigen, wenn irgendwann und irgendwo der ganz pers\u00f6nliche Wunsch auftaucht, sich tiefer zu verstehen, ja, wie tickt es denn so da drinnen. Ist es das Drinnen, von dem ich stets behaupte, dass &#8222;ich&#8220; es sei. Doch wer wei\u00df schon mehr dar\u00fcber als diese blo\u00dfe Annahme: geboren zu sein und einen Namen zu haben und eine Adresse und\u00a0 einen Beruf und vielleicht eine Familie, aber auf jeden Fall ein Bett und Essen und Trinken, und von allem mehr als genug. Deshalb kommt man zum dritten Ich entweder \u00fcber ein tiefsch\u00fcrfendes &#8222;Genug!&#8220; (ein Erschrecken!), also eine Tiefe der Erkenntnis, die Ver\u00e4nderung zumindest erm\u00f6glicht. Dann ist man auf dem Weg zum dritten Ich, das in Indien, zumindest in den Schriften, bekannt ist als das &#8222;Tat tvam asi&#8220; (Das bist du &#8211; oder: du bist das), also das, was du wirklich bist, erkannt von dir selbst. Auf dieser Reise muss es irgendwann aufh\u00f6ren, dass man die Anderen entweder als Hilfsmittel oder als Hindernisse\u00a0 betrachtet. Les jeux sont faits. Jetzt kommt nochmal was, das kennen wir noch gar nicht, obwohl es gerade stattfindet und ich nichts anderes dar\u00fcber wissen kann als das. Das bin ja ich!<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Indien war ich gleich auf drei unterschiedliche Ichs gesto\u00dfen, die man zumindest gedanklich gewohnt war, auseinander zu halten. Zuerst verstand ich das \u00fcbliche &#8222;ham&#8220; als &#8222;ich&#8220;, bis ich irgendwann herausfand, dass es &#8222;wir&#8220; hei\u00dft. 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