{"id":14397,"date":"2021-10-09T10:04:56","date_gmt":"2021-10-09T10:04:56","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14397"},"modified":"2021-10-09T10:43:36","modified_gmt":"2021-10-09T10:43:36","slug":"dosiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=14397","title":{"rendered":"dosiert"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14404\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211009_115025-163x300.jpg\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"429\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211009_115025-163x300.jpg 163w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211009_115025-768x1413.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211009_115025-557x1024.jpg 557w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211009_115025.jpg 1924w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/p>\n<h5>Die eher milde Dosierung einer Passion hat sich bei mir eingeschlichen, von der ich ausgehen kann, dass sie keine weiteren Leiden schafft. Rechts auf meinem Schreibtisch liegen also bedruckte Bl\u00e4tter, die ich aussortiert habe, und deren andere Seite ich nutze, um Farben oder Farbzusammenh\u00e4nge-und kl\u00e4nge auszuprobieren, das geht schnell und hat keinerlei Anspruch auf Gestaltung. Sind aber erst einmal ein paar Pinselstriche zusammen gekommen, entsteht ein Sog des Auges. Vorbei der fl\u00fcchtige Windhauch der Freiheit, oder entsteht er erst jetzt, n\u00e4mlich durch die Zwanghaftigkeit des Gestaltungswillen, der hier auf unbedeutenster Ebene agiert, nichtsdestotrotz aber da ist. So entsteht dennoch etwas, zuweilen auch Zusammenh\u00e4nge, die sich kreiren lassen. So k\u00f6nnte man die blaue Figur, die hier mit ihrem\u00a0 Schatten an einer Luke vorbeigeht oder aber dort sitzt, als eines der Wesen sehen, die auf meinem gestrigen Bild bereits vorbeigegangen sind, und woher kommen sie, und wohin sind sie auf dem Wege. Menschen, die (idealerweise gute) Romane schreiben k\u00f6nnen, sind sicherlich von einer ganz bestimmten Art, Art hier als &#8222;Kunst&#8220; zu lesen, denn sie trauen sich zu, die Teppiche der Schicksale zu weben und sie in Zusammenh\u00e4nge zu bringen, die es nie gab. Oder manchmal gab es einiges davon, oder ein Pers\u00f6nlichkeitsanteil meldet sich und will unter anderem Namen eine Rolle spielen in einer Story. Neulich habe ich etwas \u00fcber den Hohenhenzollern Clan gelesen, und wie sie immer wieder ihre Nazi-bzw. Aristokratennummer neu zusammengebastelt und erfunden haben, nur, um ihre eigene Vorstellung eines herausragenden Wertes um jeden Preis fortsetzen zu k\u00f6nnen. Vielleicht gef\u00e4llt mir bei diesen Schmierbl\u00e4tter-Kompositionen die Auflockerung des Anspruchs. Das muss auch nicht unbedingt dazu f\u00fchren, dass hier erwartungsgem\u00e4\u00df ein Nichts entstanden ist, nein, sondern es ist einfach etwas anderes als das, was mit Anstrengung und viel Konzentration sich aus sich selbst bzw. aus mir selbst herausgeb\u00e4ren will mit oft unvorstellbaren Spannungsfeldern, weil es, wie sagt man so flott, immer um alles geht. Oder geht es um nichts. Oder worum geht es denn, mir, oder worum geht es dir? Und vergiss nicht, es mir auch mal mitzuteilen, damit ich mich an den Wegen, die ihr anderen geht, erfreuen kann, nur teilbar \u00fcber diesen Weg der Kommunikation, wie auch immer dieser zustande kommt und wohin er auch f\u00fchrt. Schweigen wie Reden kann zu Wirrnis f\u00fchren, und Gold gl\u00e4nzt nur so lange, als es nicht missbraucht wird. Zur\u00fcck zu den anspruchslosen Pinseleien, denen es trotzdem gelingt, Freude zu erzeugen. Gerade die richtige Dosis f\u00fcr heute, am Samstag, an dem sich die Herbstsonne verausgaben soll. Oder tut sie&#8217;s bereits, w\u00e4hrend ich noch hier sitze?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die eher milde Dosierung einer Passion hat sich bei mir eingeschlichen, von der ich ausgehen kann, dass sie keine weiteren Leiden schafft. Rechts auf meinem Schreibtisch liegen also bedruckte Bl\u00e4tter, die ich aussortiert habe, und deren andere Seite ich nutze, um Farben oder Farbzusammenh\u00e4nge-und kl\u00e4nge auszuprobieren, das geht schnell und hat keinerlei Anspruch auf Gestaltung. 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