{"id":14342,"date":"2021-10-05T08:35:31","date_gmt":"2021-10-05T08:35:31","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14342"},"modified":"2021-10-05T08:38:25","modified_gmt":"2021-10-05T08:38:25","slug":"ent-sagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=14342","title":{"rendered":"(ent) sagen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-14343\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211004_111358-186x300.jpg\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211004_111358-186x300.jpg 186w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211004_111358-768x1236.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211004_111358-636x1024.jpg 636w\" sizes=\"auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-14344\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211004_111125-196x300.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211004_111125-196x300.jpg 196w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211004_111125-768x1176.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211004_111125-669x1024.jpg 669w\" sizes=\"auto, (max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-14349\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211004_144347-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211004_144347-225x300.jpg 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211004_144347-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-14354\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211005_102313-151x300.jpg\" alt=\"\" width=\"151\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211005_102313-151x300.jpg 151w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211005_102313-768x1531.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211005_102313-514x1024.jpg 514w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211005_102313.jpg 1486w\" sizes=\"auto, (max-width: 151px) 100vw, 151px\" \/><\/p>\n<h5>Manchmal ist es hilfreich f\u00fcr die Erfahrungserweiterung, Realit\u00e4ten, die einem einfach vorkommen, ganz nahe an sich heranzur\u00fccken, etwa um eigene Fl\u00fcchtigkeiten der Wahrnehmung zu justieren. So kann und muss man sofort \u00fcbereinstimmen, dass wir, die wir gerade leben, alle gleichzeitig da sind, aber in genau so vielen Wahrnehmungsmodulen wie unsere genaue Anzahl. Wir wissen nicht, gemessen an westlichen Ma\u00dfst\u00e4ben, wie viel Freiheit unter einer Burka wirklich m\u00f6glich ist, genauso\u00a0 wenig, wie wir wissen, was ein SUV-Fahrer so denkt. Das sogenannte Schicksal hat seine eigenen Wege, und wie alles andere auch, ziehen diese wiederum bestimmte Handlungsweisen nach sich. Aber um zum Beispiel ein Jihadi zu werden, muss ich schon gravierende Entscheidungen treffen, die eine eigene Lebensform nach sich ziehen. Sich f\u00fcr Morden zu entscheiden, ist kein Klacks, und Kain hat es bestimmt auch nicht gut getan, als ihn die nagende Stimme fragte, wo er denn sei, sein Bruder, obwohl er kaum leugnen konnte, dass er ihn selbst umgelegt hatte. Selbst die epischen und religi\u00f6sen Anekdoten m\u00fcssen gar nicht wahr sein, um erkannt zu werden als etwas, was schon immer da war. N\u00e4mlich, dass\u00a0 Lebende irgendwann, ob sie nun wollen oder nicht, einen Pfad einschlagen, an dessen F\u00fchrung und Richtung sie zumindest prozentual beteiligt sind. Man kann nat\u00fcrlich, wenn man hochgradig unzufrieden oder verzweifelt ist, auch aus dem Spiel aussteigen, aber auch hier gibt es noch enorme Unterschiede in der Handhabung souver\u00e4ner Rechte. Heute musste ich an eine andere Lebensgestaltungsform denken, die ich in dieser Art und Weise nur von Indien kenne. Es gibt dort eine religi\u00f6se Bruderschaft, &#8222;Nagas&#8220; genannt, die Nackten, und sie tragen tats\u00e4chlich nichts als Asche, leben aber meist in Gegenden, wo Menschen jetzt nicht unbedingt in gro\u00dfen Mengen herumwandern. Die Asche und die Nacktheit sagen aus, dass sie abgeschlossen haben mit den Verf\u00fchrungen der Matrix, wer soll das schon \u00fcberpr\u00fcfen. Auf der ber\u00fchmten Kumbh Mela d\u00fcrfen sie das heilige Bad anf\u00fchren, und das erste Mal, als ich dort, ebenfalls als praktizierende Yogini, der Gruppe ein paar Schritte zu nahe kam, drohten sie mir mit Speeren. Schade, dass ich damals nicht selber einen hatte, weil ich mir wohl noch nicht sicher war \u00fcber die Angemessenheit meiner Instrumentarien. Vor ungef\u00e4hr drei oder vier Jahren kam einer von ihnen zu uns ins Dorf. Au\u00dfer seiner Nacktheit sprach er auch nicht, vielleicht fand er keine Worte. M\u00fchelos wurde er schon alleine dadurch geehrt, dass er Tag und Nacht im Sichtbaren lebte. Man r\u00e4t ihnen u.a., in der Gesellschaft ihr Geschlecht zu bedecken, und so tragen sie im \u00d6ffentlichen meist eine Art Lendenschurz, nur kleiner, Lungoti genannt. In der Pandemie kam ein Witz auf, der Mundschutz sei aber in Indien sehr tief gerutscht. Nun, der Nackte trug auch bald kein Lungoti mehr, nur Asche. Dann lief er noch eine Weile herum mit einm Tuch auf der Schulter, dann bald ohne. Nackt war er und sprach nicht und wirkte ziemlich lebensfroh. Als Symbol von etwas, was sonst keiner konnte, gewann man ihn lieb, denn es war ja auch angenehm, mit seinem Denken nicht konfrontiert zu sein, und vielleicht hatte er auch gar keins. Was er war, gen\u00fcgte. Hoffentlich ihm selbst ebenso. Und wenn er inzwischen nicht gestorben ist, tr\u00e4gt er wahrscheinlich immer noch Asche und sagt kein Wort.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal ist es hilfreich f\u00fcr die Erfahrungserweiterung, Realit\u00e4ten, die einem einfach vorkommen, ganz nahe an sich heranzur\u00fccken, etwa um eigene Fl\u00fcchtigkeiten der Wahrnehmung zu justieren. 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