{"id":13995,"date":"2021-08-24T08:05:05","date_gmt":"2021-08-24T08:05:05","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13995"},"modified":"2021-08-24T08:05:05","modified_gmt":"2021-08-24T08:05:05","slug":"hilflos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13995","title":{"rendered":"hilflos"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13994\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210823_172315-293x300.jpg\" alt=\"\" width=\"352\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210823_172315-293x300.jpg 293w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210823_172315-768x785.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210823_172315-1001x1024.jpg 1001w\" sizes=\"auto, (max-width: 352px) 100vw, 352px\" \/><br \/>\nhelpless<\/h6>\n<h5>Furuzan bittet mich am Telefon darum, ihr zu helfen, ihren Bruder aus Afghanistan herauszuretten. Sowas wie eine letzte Verzweiflungsregung, obwohl wir beide wissen, denn sie muss es auch wissen, wie vollkommen aussichtslos das im Augenblick aussieht und die Lage am Flughafen immer brenzliger wird. Schreckliche Dinge geschehen, und vor allem, wenn man auf irgendeine Weise damit in Verbindung kommt, kann man das Ausma\u00df der Hilflosigkeit sp\u00fcren, das einen anr\u00fchrt, wenn es tats\u00e4chlich keine Hilfe mehr gibt. Jetzt gibt es dank der Smartphones die N\u00e4he der Not, aber nicht unbedingt ihre Behebung. Ein vollkommen heimatloses Kind wird in einer Evakuierungsmaschine geboren, ein M\u00e4dchen, dann zieht auch das vor\u00fcber. Manchmal taucht viel sp\u00e4ter jemand auf, der oder die das Unvorstellbare \u00fcberlebt hat und Eigenanteilsanspruch\u00a0 erhebt auf eine Geschichte. Oder man erf\u00e4hrt etwa in den Nachrichten, dass durch verborgen bleibende Vorg\u00e4nge die Gebeine von Josephine Baker ins Pantheon der Halbg\u00f6tter verfrachtet werden, weil sie so viel mehr war, stellte man fest, als eine Bananent\u00e4nzerin. Und genau von diesem Bananentanz h\u00f6rte ich schon als Kind von meiner Mutter, die in Paris eine Tanzperformance von Josephine Baker in den Folies Berg\u00e8re gesehen hatte und au\u00dfer sich war vor schamhaftem Entz\u00fccken \u00fcber den Vorfall des Abends, denn sie, J.Baker, hatte ein Schamhaar entnommen aus ihrem Kost\u00fcm und es einem Besucher geschenkt, ziemlich verwegen, muss man schon sagen. Ich h\u00f6rte auch damals schon von den vielen adoptierten Kindern, die sie hatte und man kommt aus dem Staunen selten heraus, wenn man bedenkt, was ein Menschenleben so alles an unterschiedlichem Werk beinhalten kann. Irgendwann kommt unversehens ein Punkt, an dem es einen gro\u00dfen Unterschied machen kann, wie man die Zeit verbracht hat. Damit man den verbleibenden Zeitraum wertsch\u00e4tzen kann; f\u00fcr das Wesen, das man hineingeatmet hat in sie, sodass sie sich in Verbindung bringen l\u00e4sst mit unserem Tun, unserem Denken, und letztendlich unserem Sein an sich, in dem sich das Tun ergibt. Das \u00e4ndert wenig an der Tatsache, dass ich nichts tun kann f\u00fcr Furuzans Bruder, denn ich sp\u00fcre schmerzhaft diese Hilflosigkeit, die mich anweht. So wie einem ein Tier oder ein Mensch unter den H\u00e4nden wegsterben kann, und l\u00e4sst einen untr\u00f6stlich zur\u00fcck.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>helpless Furuzan bittet mich am Telefon darum, ihr zu helfen, ihren Bruder aus Afghanistan herauszuretten. Sowas wie eine letzte Verzweiflungsregung, obwohl wir beide wissen, denn sie muss es auch wissen, wie vollkommen aussichtslos das im Augenblick aussieht und die Lage am Flughafen immer brenzliger wird. Schreckliche Dinge geschehen, und vor allem, wenn man auf irgendeine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-13995","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13995","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13995"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13995\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13998,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13995\/revisions\/13998"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13995"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13995"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13995"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}