{"id":13912,"date":"2021-08-17T08:24:06","date_gmt":"2021-08-17T08:24:06","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13912"},"modified":"2021-08-17T08:24:06","modified_gmt":"2021-08-17T08:24:06","slug":"schweigsam-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13912","title":{"rendered":"schweigsam"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13913\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210816_194029-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"358\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210816_194029-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210816_194029-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210816_194029-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210816_194029-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210816_194029-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210816_194029-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><\/p>\n<h5>Eines meiner Gedichte beginnt mit den Zeilen &#8222;Berge machen schweigsam -W\u00fcsten machen schweigsam &#8211; Menschen machen schweigsam&#8230;&#8230;&#8220;, und ich kann heute sagen, dass ich auf jeden Fall die Schweigsamkeit aus eigener Erfahrung kenne, die durch Berge und W\u00fcsten verursacht werden kann. In beiden F\u00e4llen ist es wohl das \u00dcberw\u00e4ltigtsein durch ein weit \u00fcber einen selbst hinaus Geschehendes, worauf man nie vorbereitet ist. Und meistens ist es das Resultat eines Durchhalteverm\u00f6gens, sei es das keuchende Erklimmen eines Bergpfades oder das holprige Durchqueren eines W\u00fcstengebietes mit einem Kamelwagen. Dass auch Menschen einen schweigsam machen k\u00f6nnen, wusste ich lange nicht, denn ich selbst wurde jahrelang als schweigsam wahrgenommen von Freunden oder Beobachtenden, wobei ich selbst das Gef\u00fchl gar nicht hatte, da es keine Worthemmung war, sondern ich es als nat\u00fcrlich empfand, etwas zu sagen, wenn ich das wollte. Wenn man gerne schreibt, kann einem allerdings diese T\u00e4tigkeit vorgaukeln, als w\u00e4re es dem Sprechen \u00e4hnlich, oder gar gleichzusetzen, was es nicht ist. Und wie im Automaten, wenn der Groschen klimpert und die Ware ins Fach f\u00e4llt, so f\u00e4llt mir die Aussage von Hermann Kayserling ein, der Deutsche sei eine Monade (nach Leibniz eine Ureinheit) ohne Fenster. Also einerseits\u00a0 eine Ureinheit, andrerseits oft leider kein Fenster nach drau\u00dfen ge\u00f6ffnet&#8230; Das hei\u00dft, dass es innen mehr oder weniger intensiv vor sich hinbr\u00fctet, bis es das pers\u00f6nliche Denkmodell als allumfassend empfindet, ohne darauf zu achten, dass wesentliche Kontakte zum Au\u00dfen lebensnotwendig sind, insofern &#8222;Leben&#8220; von sich selbst bereits definiert ist als etwas, was in Bewegung bleibt und sich den vielen Varianten der Erstarrung entgegen zu stellen lernt. Aber da, wo Menschen wirklich schweigsam machen (k\u00f6nnen), ist da, wo man erkennen muss, dass das menschliche Verhalten in jeder Hinsicht eine Grenze bietet. Nicht nur sto\u00dfen wir st\u00e4ndig auf Grenzen im menschlcihen Zusammenspiel, sondern wir stellen selbst die Grenze schon allein durch unsere Existenz dar, die nur ich selbst genau kenne, beziehungsweise zu einem ganz bestimmten Grad auch kennen lernen muss, will ich mit einem eigenen Blick das zu Erlebende durch mich selbst erfassen, was schon allein eine gewisse Entscheidung und Ausrichtung braucht. Denn auch, wenn ich eine T\u00fcr in die Monade einbauen lasse, kommt es darauf an, wo ich hingehe und ob ich in Verbindung bleiben kann mit meinem inneren Wohnort, soweit dieser ausgestattet ist mit einer Wohnlichkeit, die mir entspricht. In mir gibt es zum Beispiel einen Banianbaum, der f\u00fcr mich den vollkommenen Wohnort darstellt, da ich dort (so ziemlich) alles habe, was ich brauche, aber es gibt auch Platz genug f\u00fcr die, mit denen ich durch liebevolle Erfahrungen verbunden bin, und immer sind sie willkommen. K\u00f6nnten wir als Menschen selbst einsch\u00e4tzen, wann wir bei uns sind und wann nicht, w\u00fcrde sich der Zusammenklang oft g\u00fcnstiger gestalten. Schlimm ist, wenn man erkennt, dass man schweigen muss, weil es irgendwo oder irgendwie oder irgendwann gar nicht mehr weiter geht. Auch da ist es sinnlos, wenn man sich Schweigsamkeit auferlegt, die nur zu weiteren Spannungsfeldern f\u00fchrt. Ratsam ist sicherlich auch, das Fenster ge\u00f6ffnet zu halten, oder vielleicht sogar aus der T\u00fcre ein Tor zu machen, das sind (geistig) architektonische Feinheiten. Am schlimmsten ist, wenn man sich nichts mehr zu sagen hat. Und genau dann ist Schweigsamkeit wiederum angesagt und angemessen, denn immerhin spricht sie ihre eigene Sprache.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines meiner Gedichte beginnt mit den Zeilen &#8222;Berge machen schweigsam -W\u00fcsten machen schweigsam &#8211; Menschen machen schweigsam&#8230;&#8230;&#8220;, und ich kann heute sagen, dass ich auf jeden Fall die Schweigsamkeit aus eigener Erfahrung kenne, die durch Berge und W\u00fcsten verursacht werden kann. 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