{"id":13897,"date":"2021-08-16T08:03:07","date_gmt":"2021-08-16T08:03:07","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13897"},"modified":"2021-08-16T08:06:11","modified_gmt":"2021-08-16T08:06:11","slug":"angehen-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13897","title":{"rendered":"angehen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13899\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210815_162743-e1629098014913-300x293.jpg\" alt=\"\" width=\"168\" height=\"164\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210815_162743-e1629098014913-300x293.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210815_162743-e1629098014913-768x749.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210815_162743-e1629098014913-1024x999.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 168px) 100vw, 168px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13902\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210815_170251-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"140\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210815_170251-225x300.jpg 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210815_170251-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 140px) 100vw, 140px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13898\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210815_195745-e1629097059276-300x292.jpg\" alt=\"\" width=\"159\" height=\"155\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210815_195745-e1629097059276-300x292.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210815_195745-e1629097059276-768x747.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210815_195745-e1629097059276-1024x996.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 159px) 100vw, 159px\" \/><\/p>\n<h5>Das ist nicht so einfach zu beantworten, wann und warum und wodurch ich das Gef\u00fchl habe, dass mich etwas angeht, oder warum oder wodurch ich wei\u00df und zuweilen auch merken muss, dass etwas mich \u00fcberhaupt nichts angeht, auch wenn es mich anregen k\u00f6nnte, dar\u00fcber etwas in den Ausdruck zu bringen. Allerdings habe ich in den letzten Jahren ganz klar erfahren, dass mich vor allem etwas ber\u00fchrt, wenn ich eine pers\u00f6nliche Verbindung dazu herstellen kann. So habe ich zu den Fluten erst einmal weniger Zugang, wenn ich dort keinen beklagen muss, den ich kenne, was mich nicht abhalten muss, still zu werden vor Schrecken und Mitgef\u00fchl. Aber es ist doch nochmal anders, wenn ich mit Indern \u00fcber die angeschwemmten Covid-Leichen am Ganges rede und wei\u00df nicht nur, wie es da vorher ausgesehen hat, sondern auch, was dieser Fluss f\u00fcr eine unersetzbare Bedeutung in ihrer Geschichte und Lebensweise hat. Etwas, was hell schien, wird schlagartig rabenschwarz. Nun starren wir also wieder einmal auf einen Leichenverbrennungsplatz der Gro\u00dfm\u00e4chte, und selbst der dunkle Wahn von Donald Trump ist in den politischen Hintergrund getreten vor dem Grauen, das sich hier entfaltet. Wieder einmal dachten zu viele zu lang zu wenig nach, da h\u00e4ngen schon die sogenannten Ungl\u00e4ubigen an den Masten. Jeder wei\u00df, was hier zu erwarten ist, und niemand wei\u00df, wie es noch einged\u00e4mmt werden kann, das gro\u00dfe seelische Gemetzel. Unsere afghanischen Freunde haben auch noch Familie dort. Leute, \u00fcber die man \u00fcber Erz\u00e4hlungen etwas geh\u00f6rt hat, und die keinerlei Mittel und M\u00f6glichkeiten haben, einfach zu fliehen. Und das kennen wir doch aus unserer Geschichte, dass sich eine unbekannte Zahl von Deutschen vielleicht gerne aus Deutschland herausbewegt h\u00e4tte, oder nicht? Um nicht automatisch ein Spieler oder eine Spielerin zu werden im Monsterfilm. Und es ist in der Tat schwer, der Ahnung, wie schrecklich etwas bereits ist, ein Gewicht zu geben, sodass man handlungsf\u00e4hig bleibt und andere nicht ins Visier der Schuldigen nehmen muss, sondern sich selbst die Klarheit einer Entscheidung zumuten kann. Und dann wird auch das nur Gerede, denn wer h\u00e4tte wann genau vorausahnen m\u00fcssen, wie schnell und schreckenserregend die Dinge sich entwickeln k\u00f6nnen. Bis jeder Spielraum verschwunden ist und unz\u00e4hlige Lebensentw\u00fcrfe \u00fcber Nacht in Asche liegen. Auch wenn man es nicht immer kann und muss, so braucht es doch Kraft, sich zuweilen das Leid dieser Welt zu Herzen zu nehmen, denn es ist unendlich tief und sprengt jede Vorstellungskraft. Shivani, eine indische Freundin, schickt mir eine Mail mit ihrem Mitgef\u00fchl f\u00fcr die afghanischen Frauen, die jetzt (wieder) unter dem Schwert der Scharia leben, wenn die Flucht eben nicht m\u00f6glich ist. Als ich vor vielen Jahren, noch in Friedenszeiten, durch Afghanistan gereist bin, fand ich jetzt nicht, dass es ein Paradies f\u00fcr Frauen war. Einmal schaute ich bei einem Reiterspiel zu und ein Afghane hielt ein brennendes Streichholz in mein Haar, damit ich merke, dass Frauen unerw\u00fcnscht waren beim M\u00e4nnersport. Aber vieles war trotzdem sch\u00f6n und wahrlich \u00fcberw\u00e4ltigend in seiner Andersartigkeit. Wir besuchten die Gr\u00e4ber toter Sufi-Poeten und dachten schon damals das Ganze als ein Damals, in dem man meist etwas Verlorenes sucht, das es vielleicht so, wie man es denkt, nie gab. Und immer ist es vor allem einzelnes Schicksal, und gerne beugt man sich auch mal vor dem, was jeneseits des eigenen Verstehens liegt.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist nicht so einfach zu beantworten, wann und warum und wodurch ich das Gef\u00fchl habe, dass mich etwas angeht, oder warum oder wodurch ich wei\u00df und zuweilen auch merken muss, dass etwas mich \u00fcberhaupt nichts angeht, auch wenn es mich anregen k\u00f6nnte, dar\u00fcber etwas in den Ausdruck zu bringen. 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