{"id":13865,"date":"2021-08-12T08:26:42","date_gmt":"2021-08-12T08:26:42","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13865"},"modified":"2021-08-12T08:26:42","modified_gmt":"2021-08-12T08:26:42","slug":"erlebbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13865","title":{"rendered":"erlebbar"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-13866\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210811_152007-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"356\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210811_152007-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210811_152007-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210811_152007-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210811_152007-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210811_152007-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210811_152007-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 356px) 100vw, 356px\" \/><\/p>\n<h5>Niemand ahnt, weil es nicht geahnt werden kann, was Menschen innerlich erleben, wenn sie (z.B.) etwas anfertigen, ich also zum Beispiel dieses Bild. Die Fl\u00e4che, auf der ich seit einer ganzen Weile schon meine Bilder pinsle, ist 15cm mal 15cm gro\u00df, was zu von mir so empfundenem Luxus f\u00fchrt, dass auf meinem Schreibtisch au\u00dfer dem Computer auch noch mein Mini-Atelier Platz hat. Unz\u00e4hlige m\u00f6gliche Arten, 15cm im Quadrat zu sprengen, sind mir schon begegnet, und immer wieder mal gelingt es, den Raum zumindest als eine Weite ahnbar zu machen, das ist alles. Durch was wird Weite m\u00f6glich? Es muss etwas durch die Leere ziehen, Formen, Objekte, wesenhaftes Dingsda, das wie von selbst erscheinen kann, eben, um Raum sp\u00fcrbar zu machen, denn w\u00e4re da nichts, w\u00e4re der alles tragende Raum nicht wahrnehmbar. Auch steht eine sich formierende Idee \u00fcber das sich Geb\u00e4rende gerne im Wege, denn da, wo man etwas zu erkennen meint, ist nicht immer das, was man weiterf\u00fchren m\u00f6chte oder kann. Inmitten der Navigation im Ungewissen muss ich an einem bestimmten Punkt doch ziemlich pr\u00e4zise wissen, wo es hingeht. Und es muss ein bestimmter Grad von Akzeptanz entstehen \u00fcber das, was sich \u00fcber die Hand hier geistig formieren m\u00f6chte mit dem Instrument der Umsetzung. Eigentlich bin ich, soviel ich wei\u00df, eine der letzten \u00dcberlebenden des Systems &#8222;Rapidograph&#8220; und habe \u00fcber viele Jahre hinweg keine M\u00fche gescheut, die delikaten Wesen am Leben zu halten, denn wenn man sie vertrocknen l\u00e4sst, was vielen Architekten vertraut war und vielleicht noch ist, dann geben sie keine Lebenszeichen mehr von sich, ein lebendiges Klicken, das allerdings nur verbleibt, wenn man sie t\u00e4glich in Gebrauch nimmt. So kannte ich vor allem die Rapidographen-Zeichnung und das Schreiben mit dem selben Stift, dem man eine gewissen Erotik zuschrieb, da er mit der Zeit immer beweglicher wurde, was vielleicht alle guten Schreibwerkzeuge an sich haben. Und noch kenne ich niemanden, der gerne einen Stift von einem haben m\u00f6chte, um irgendwas niederzu kritzeln. Da muss schon ein Ma\u00df von freundschaftlichem Vertrauen aufgebaut worden sein, und selbst dann. Nun gut, dann erbte ich die beiden Malk\u00e4sten, nicht ahnend, welchen anregenden Torturen ich ausgesetzt werden w\u00fcrde, denn ja, eine gewisse Gro\u00dfz\u00fcgigkeit den eigenen Sch\u00f6pfungserzeugnissen gegen\u00fcber muss nat\u00fcrlich existieren, aber trotzdem gilt auch hier, dass es immer um alles geht oder auch um nichts, oder um das All oder das Nichts, oder beides. Nun habe ich mich durch die Malkastenfarbenpalette hindurchpraktiziert und wei\u00df nun, wenn ich Farben hinzuf\u00fcgen m\u00f6chte, nach was ich Ausschau halte. Denn die \u00dcberw\u00e4ltigung vor der riesigen Auswahl ist vorprogrammiert, und verbl\u00fcfft h\u00f6rt man an der Kasse die praktische Summe des Ergatterten, und wahrlich, es ist immer mehr, als man denkt. Zum Gl\u00fcck ist neben dem berauschenden (Kunstzubeh\u00f6r)- Laden ein Caf\u00e9, in dem man sich erholen kann oder vielmehr mit liebevollen Blicken in die T\u00fcte schauen, wo der Preis nicht nur mehr als gerechtfertigt vor einem liegt, sondern auch noch tiefe, standhafte Freude entl\u00e4dt. Zwei dieser Farben sind oben im Bild. Millimeterweise habe ich sie mit dem d\u00fcnnsten Pinsel aneinander gesetzt, das tiefe Violett mit dem hinrei\u00dfenden Goldgr\u00fcn, bis die Spannung fast unertr\u00e4glich wurde. Eben nicht zu wissen, wie es weitergeht und ob gelingt, was keiner Idee entspringt, und wodurch, und welchen geheimnisvollen Quellen entspringen diese Ordnungen alle, die das Ganze erlebbar machen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Niemand ahnt, weil es nicht geahnt werden kann, was Menschen innerlich erleben, wenn sie (z.B.) etwas anfertigen, ich also zum Beispiel dieses Bild. 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