{"id":13822,"date":"2021-08-06T07:58:24","date_gmt":"2021-08-06T07:58:24","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13822"},"modified":"2021-08-06T07:58:24","modified_gmt":"2021-08-06T07:58:24","slug":"wellen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13822","title":{"rendered":"Wellen"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-13823\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210803_174556-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210803_174556-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210803_174556-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210803_174556-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210803_174556-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210803_174556-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210803_174556-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><br \/>\nRot aus dem japanischen Tuschkasten<\/h6>\n<h5>Echt jetzt also!, warten &#8222;wir&#8220; nicht mehr auf die vierte Welle, sondern sind bereits in ihr, Jugendliche und Ungeimpfte landen auf den Intensivstationen (wird gesagt), und \u00fcberhaupt steht vielerorts die Welt in Flammen oder der ganze Schwei\u00df, den man in den Hausbau gesteckt hat, schwimmt sinnlos hinweg mit den Fluten. Und inmitten all dieses planetarischen Katastrophen-Szenarios bin ich immer wieder mal froh gewesen, dass hier bei uns eben keine unheimlichen Hitzegrade am Werk waren, denn aus den Wurzeln meiner ganz pers\u00f6nlichen Geschichte heraus habe ich Angst vor Feuer, und wir wohnen praktisch am Waldrand und nicht weit entfernt von Baumst\u00e4mmen, die nach der Borkenk\u00e4ferfra\u00dforgie so trocken sind wie Streichh\u00f6lzer. Immer wieder mal erscheint eine nackte Realit\u00e4t an der eigenen T\u00fcre, nicht, dass es allzu viele schick gekleidete Realit\u00e4ten gibt. So ist es sicherlich in ganz bestimmten Zeiten dringlicher zu schauen, wo sich die eigenen \u00c4ngste verbergen, sodass man sie herauslocken kann und ihre Spuren finden und nachvollziehen. Fakt ist, dass man sich eine Katastrophe ja gar nicht vorstellen kann, und selbst, wenn man mittendrin ist, kann man es sich wahrscheinlich am wenigstens vorstellen, denn da stellt sich ja nichts vor, sondern da ist was, mit dem man umgehen muss. Trotzdem habe ich tats\u00e4chlich irgendwann letztes Jahr ein schon existierendes T\u00e4schchen in die N\u00e4he (des Schreibtischs) gebracht, in dem zur Zeit nur das schon \u00dcbliche steckt, der Pass, ein paar Euros und noch viel mehr Rupien, und ein exzellentes indisches Ger\u00e4t (Jio), gro\u00df wie eine Puderdose, mit dem ich besten Internetempfang hatte. Betonung auf hatte, denn je langer die Wellen dauern, desto mehr entschwindet mein Indien, von dem ich mich allerdings, o Wunder der Eingebung, bereits verabschiedet habe. Trotzdem nimmt sich die Trauer immer mal wieder Raum, dann starre ich eine Weile in ein Etwas, das nicht einmal mehr der W\u00fcste gleicht, sondern eher einem sterneverschlingenden Wurmloch, von dem man nicht genug wei\u00df, um ahnen zu k\u00f6nnen, wo das alles hingeht. Denn obwohl die totale Bedeutungslosigkeit der eigenen Existenz im Kontext des universellen Geschehens selbstverst\u00e4ndlch ist, so ist es ausschlie\u00dflich dieses Verstehen des Selbst oder Ichs oder wie auch immer man das, was man ist, nennen will, das den ganzen Unterschied macht, \u00e4hnlich wie bei Wahlen, bei denen eine einzige Stimme den ganzen Unterschied machen kann. Und noch heute fallen mir wichtige Fragen ein, die ich gerne meinen Eltern gestellt haben w\u00fcrden h\u00e4tte. Zum Beispiel, wie sie das Unheimliche, das im Land schon lange vor dem Morden herumging, selbst erfahren haben, und wann und wie haben sie miteinander dar\u00fcber geredet. Mein Vater, obwohl (als Chemiker und Ohysiker) u.k. gestellt bis vier Tage vor dem Kriegsende, musste zusammen mit meiner Mutter und uns das Haus in Berlin verlassen und sein Labor irgendwo auf dem Land wieder aufbauen. Allerdings nicht lange, denn er kam gar nicht zur\u00fcck. So gibt es in mir immer noch die Angst vor der Feuersbrunst, die Menschen an W\u00e4nde geworfen und dort verbrannt hat. Dann der Einbruch des Winters, als alles mit tiefem Schnee bedeckt war, h\u00f6rte ich in den ber\u00fchmten Anekdoten, in denen sich das Unfassbare in die Gehirnwindungen der ProtagonistInnen schreibt und dort lagert oder lauert, bis man die Kraft hat, es an sich zu nehmen. Denn selbst im Mutterleib ist man schon dabei, wenn gemordet wird. Und wenn man als Kind schon eine Maske tr\u00e4gt, dann tr\u00e4gt man u.a, auch das Schicksal der Erde und das, was damit verbunden ist.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rot aus dem japanischen Tuschkasten Echt jetzt also!, warten &#8222;wir&#8220; nicht mehr auf die vierte Welle, sondern sind bereits in ihr, Jugendliche und Ungeimpfte landen auf den Intensivstationen (wird gesagt), und \u00fcberhaupt steht vielerorts die Welt in Flammen oder der ganze Schwei\u00df, den man in den Hausbau gesteckt hat, schwimmt sinnlos hinweg mit den Fluten. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-13822","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13822","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13822"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13822\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13827,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13822\/revisions\/13827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13822"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13822"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13822"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}