{"id":13810,"date":"2021-08-04T08:31:56","date_gmt":"2021-08-04T08:31:56","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13810"},"modified":"2021-08-04T08:31:56","modified_gmt":"2021-08-04T08:31:56","slug":"relevant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13810","title":{"rendered":"relevant"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13811\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210804_092718-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"358\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210804_092718-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210804_092718-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210804_092718-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210804_092718-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210804_092718-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20210804_092718-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><\/p>\n<h5>Da ist dieses Ph\u00e4nomen, dem man immer mal wieder begegnet und sich selbst erkl\u00e4rt: zum Beispiel, wenn mich auf einmal ein Thema besch\u00e4ftigt, sagen wir mal &#8222;Labyrinthe&#8220;, und pl\u00f6tzlich f\u00e4llt mir alles m\u00f6gliche dazu ein, oder dass ich sogar ein Buch dar\u00fcber habe, in dem ich mal vor Jahren gebl\u00e4ttert habe. Und dann kann es unheimlich werden, denn auf einmal sehe ich auf einmal alles in Labyrinthen und erschaudre vor der Offensichtlichkeit der Wahrnehmung, dabei ist es meist nur eine vor\u00fcbergehende Fixierung, die allerdings ihr K\u00f6rnchen Wahrheit birgt. Alle sind innerhalb und au\u00dferhalb des Labyrinthes zugleich, und die Frage, ob es \u00fcberhaupt einen Ort gibt au\u00dferhalb der Systeme, ist schwierig zu beantworten, wenn \u00fcberhaupt. Es ist behauptet worden, dass es ihn gibt, eben so, wie einmal behauptet wurde, dass die Erde flach ist. Man kann\u00a0 ergiebig auf den theoretischen Feldern lustwandeln, aber selbst wenn es einen Menschen g\u00e4be, der alle Systeme verlassen hat, wer w\u00fcrde das erkennen k\u00f6nnen au\u00dfer einem weiteren, der alle Systeme gesprengt hat. Auch &#8222;Systeme sprengen&#8220; hei\u00dft ja nicht unbedingt, dass man wissen kann, wo man sich nach einer Sprengung befindet. Auf jeden Fall nicht in einem systemlosen Raum, denn wo kann er nur sein. In letzter Konsequenz bin ich ja selbst das System, das gesprengt werden m\u00fcsste, um zu erfahren, ob es \u00fcberhaupt geht, und w\u00fcrde ich mir vorgaukeln, so einen Raum betreten zu haben, dann w\u00fcrde gerade das Bewusstsein dar\u00fcber wieder auf eine Struktur hindeuten. Alle Identit\u00e4ten, die ich mir \u00fcber die Jahre angeeignet habe, um mich selbst zu verstehen, m\u00fcssten sich also an diesem Tor freiwillig zur\u00fcckziehen, denn man br\u00e4uchte sie ja nicht l\u00e4nger, um zu sein. Aus was aber best\u00fcnde dann das Sein an sich. Man k\u00f6nnte sich neu orientieren und\u00a0 anstatt das Sein zu bestimmen und bewusst zu gestalten, das Sein f\u00fcr sich selbst sprechen lassen. Doch w\u00e4re auch dann die Quelle immer noch das eigene Sein, und je mehr ich mich gedanklich und gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig da hineinbegebe, desto wahrscheinlicher kommt es mir vor, dass es m\u00f6glich ist, es theoretisch zu verstehen, aber sehr schwer, es praktisch zu manifestieren. Sich selbst also nicht im Weg zu stehen, d.h. die Weite und Sch\u00f6nheit des Horizontes nicht durch meine Form zu begrenzen, damit alles als das erscheinen kann, was es wirklich ist, ohne dass ich (z.B.) durch meine \u00c4ngste begrenzt bin in der Wahrnehmung. Einmal, es war in Marokko w\u00e4hrend meiner Arbeit mit dem &#8222;Living Theatre&#8220;, wurden wir einmal von einer Gruppe von dort ber\u00fchmten und gef\u00fcrchteten Dervischen eingeladen, &#8222;Maschoon&#8220; zu nehmen, ein Gemisch aus, so geht das Ger\u00fccht, 40 gef\u00e4hrlichen Substanzen, die wohl (bei ihnen) dazu f\u00fchren konnten, dass sie sich die K\u00f6rper in gewissen Ritualen aufschneiden und dann wieder heilen konnten, was wir nat\u00fcrlich nicht zu sehen bekommen haben. Von dem leckeren Gebr\u00e4u habe ich etwas mehr genommen als geraten war und verlor den Zugang zu meiner Vernunft. Das sage ich heute so. Damals f\u00fchrte es dazu, dass nur noch zwei Dinge in meiner Welt existierten, als ich mich unbemerkt nachts aufmachte und tagelang auf marrokanischen Sra\u00dfen zum Gl\u00fcck Richtung Tanger lief, wo jemand mich entdeckte und mich in eine relative Sicherheit brachte. Ich hatte kurz davor &#8222;Dune &#8220; gelesen von Frank Herbert und das dort vorkommende Mantra gegen Angst offensichtlich auswendig gelernt, denn es rotierte in meinem Kopf. Das war der einzige Text und in der minimalen Erinnerung, die ich noch davon habe, war ich vollkommen angstlos trotz einiger gef\u00e4hrlichen Momente. Dann, deswegen erinnere ich mich gerade daran, war da der Horizont, oder ein Horizont als einziges Bild in meinem Kopf. Die Worte und die helle, lichte Linie des unbegrenzten Horizontes. Dass ich von da aus zur\u00fcckkehren konnte, fand ich selbst ein Wunder, obwohl ich gar kein Bewusstsein von R\u00fcckkehr\u00a0 hatte. Meine gewohnte &#8222;Realit\u00e4t&#8220; war ver-r\u00fcckt. So ungef\u00e4hr k\u00f6nnte ich mir allerdings den systemlosen Raum vorstellen, hier bewusst und wach in einer verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einfach gestalteten Grundausstattung, auf die man sich verlassen kann, weil ja alles vorhanden ist, was man braucht, zumindest in den geistigen Lagerhallen und den Archiven. Man k\u00f6nnte sich dem lebendigen Sein ungest\u00f6rt \u00fcberlassen. Doch die Frage nach den Systemen oder der M\u00f6glichkeit des Systemlosen muss also noch offen bleiben. Auf manche Fragen wird es unter gegebenen Umst\u00e4nden nie eine Antwort geben, vielleicht da, wo nur die Frage relevant ist.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ist dieses Ph\u00e4nomen, dem man immer mal wieder begegnet und sich selbst erkl\u00e4rt: zum Beispiel, wenn mich auf einmal ein Thema besch\u00e4ftigt, sagen wir mal &#8222;Labyrinthe&#8220;, und pl\u00f6tzlich f\u00e4llt mir alles m\u00f6gliche dazu ein, oder dass ich sogar ein Buch dar\u00fcber habe, in dem ich mal vor Jahren gebl\u00e4ttert habe. 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