{"id":13568,"date":"2021-07-02T08:46:53","date_gmt":"2021-07-02T08:46:53","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13568"},"modified":"2021-07-02T08:49:30","modified_gmt":"2021-07-02T08:49:30","slug":"natuerlich-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13568","title":{"rendered":"nat\u00fcrlich"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13569\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210702_094708-274x300.jpg\" alt=\"\" width=\"359\" height=\"393\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210702_094708-274x300.jpg 274w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210702_094708-768x840.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210702_094708-936x1024.jpg 936w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><br \/>\nLob des nat\u00fcrlichen Auges<\/h6>\n<h5>Gerade noch habe ich es dem Salat entrissen und mir dadurch erm\u00f6glicht, es ein nat\u00fcrliches Auge zu nennen. Ich benutze das Wort &#8222;nat\u00fcrlich&#8220; sehr selten, und auch die Rote Beete Scheibe hat nichts davon, wenn ich sie lobe, denn nur mich verbl\u00fcfft sie\u00a0 (wieder einmal) durch ihre Strahlkraft und diesen hervorgereiften Kern, als Kreis oder eben als Auge zu sehen. Dass Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse Eigenschaften besitzen, die ihre VerzehrerInnen in Andacht st\u00fcrzen k\u00f6nnen, habe ich vor allem in Indien gelernt. Dort ist mir eigentlich so ziemlich alles, was man vor dem Ausbruch der Fast Food Revolution an Nahrhaftem zu sich nehmen konnte, als &#8222;holy&#8220; deklariert worden. Schon das intensive und gekonnte Kneten des Teiges weist auf das sich Geb\u00e4rende hin und wird hier, direkt \u00fcber dem Feuer und vor dem eigenen Auge, zum Planeten, immer gleich und doch immer anders, sodass man die dazu auserw\u00e4hlte Frau des Haushaltes geradezu verehrt hat, indem man sich auf sie bezog (ich nicht!) als die Hervorbringerin dieser zyklischen Vollkommenheiten. Ich hab&#8217;s ein paar Mal versucht, meine Formen erinnerten eher an illegale Ausuferungen, aber ein waschechter Hindu isst eh ungern von Fremdlingen, egal, wie eingeheimscht man empfunden wird. Das hat pr\u00e4chtig mit mir \u00fcbereingestimmt, fern angesiedelt wie ich war von dem Wunsch, durch zwanghafte Nat\u00fcrlichkeit gl\u00e4nzen zu m\u00fcssen oder gar zu wollen. Fr\u00fch gr\u00fcbelte ich \u00fcber den Satz Nietzsches nach, die Natur m\u00fcsse \u00fcberwunden werden, und meinte vermutlich die eigene, die genauso sprie\u00dfen und \u00fcberw\u00e4ltigen und vernichten kann wie der Mensch, der allerdings ein Instrumentarium zur Verf\u00fcgung hat, mit dem seine Anlagen zu handhaben und zu begleiten sind, sodass man eines Tages unter g\u00fcnstigen Umst\u00e4nden sagen kann, man sei d e r\u00a0 Mensch geworden, der oder die man sein wollte. Hat sich herausgelockt und hineinbegeben ins Get\u00fcmmel des Dramas, bis ein paar Dinge, die einem ganz pers\u00f6nlich klar wurden, zu Hinweisen und Richtungen f\u00fchrten. Auch in der Yoga-Ausbildung war es \u00fcblich, ganz speziell die Nahrung zu ehren. Es gab ein System mit vier unterschiedlichen Aufteilungen gem\u00e4\u00df der Berufe und Berufungen und der damit verbundenen geistigen Einstellungen. Oder ein Granatapfel wurde geehrt, weil man seinen Inhalt mit mehreren teilen konnte. Das alles war dann mehr oder minder schlagartig zu Ende, und niemand hat Zeit, bei aller Freude am Neuen, das Verlorene zu betrauern. Ich selbst habe mich nie als nat\u00fcrlich empfunden, weil ich nie wirklich verstanden habe, was damit gemeint ist. Ich kenne Menschen, die ich als nat\u00fcrlich empfinde, aber da verstecken sich schon die Finger einer einzigen Hand. Was haben sie nur, diese Wenigen, was man so oft vermisst bei anderen Begegnungen. Dar\u00fcber werde ich selbst noch nachdenken. Denn wenn Liebe der Raum ist, in dem Nat\u00fcrlichkeit sich entfalten kann, dann \u00f6ffne ich mich auch gerne diesem Ungewissen, das man nur erfahren kann, wenn man ganz und gar anwesend ist. (Was weitere Fragen aufwirft).<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lob des nat\u00fcrlichen Auges Gerade noch habe ich es dem Salat entrissen und mir dadurch erm\u00f6glicht, es ein nat\u00fcrliches Auge zu nennen. 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