{"id":13384,"date":"2021-06-11T07:46:37","date_gmt":"2021-06-11T07:46:37","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13384"},"modified":"2021-06-11T07:46:37","modified_gmt":"2021-06-11T07:46:37","slug":"muehe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13384","title":{"rendered":"M\u00fche"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-13385\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210610_173938-294x300.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210610_173938-294x300.jpg 294w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210610_173938-768x784.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210610_173938-1004x1024.jpg 1004w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><\/p>\n<h5>Schwerlich kann man (z.B.) einem Neugeborenen den schwer wiegenden Titel &#8222;Mensch&#8220; versagen, denn, kaum das Licht der Welt erblickt, erhebt er oder sie automatischen Anspruch auf das Grundrecht. Man ist eben k e i n Tier oder k e i n Gegenstand, wird aber in die Nat\u00fcrlichkeit der Erscheinungen m\u00fchelos eingereiht. Denn jetzt ist man da und wird als &#8222;Mensch&#8220; gesehen.\u00a0 Erst sp\u00e4ter wird einem klar, was das beinhaltet, und zieht die Konsequenzen aus den Erkenntnissen, die man ansammelt und die zu weiteren Entscheidungen f\u00fchren. Das, was sich dadurch entfaltet oder nicht entfaltet, ist der Mensch, der man ist und den man dadurch kennen lernt. Die Kontemplationen \u00fcber das Menschsein und was es nun eigentlich sei und ist, kommen meist in reiferem Alter, wenn einem klar wird, dass man um sehr komplexe Gedankeng\u00e4nge nicht herum kommt, will man wissen, aus welchem Stoff man selbst gemacht ist. Und zwar einerseits von der angelegten Geschichte her, andrerseits aber durch ein bestimmtes, eigenes Verhalten, das sich im \u00e4u\u00dferen Raum zu zeigen beginnt. Ohne Beweise, dass man das Andere tats\u00e4chlich s o sehen kann, wie es wirklich ist. Und ja: was ist schon wirklich, wenn ich die &#8222;Wirklichkeit&#8220; eines Anderen nicht infrage stellen kann. Kann ich ja trotzdem, nur beweist das wiederum gar nichts. Wenn ich nun ohne den Wunsch oder die Ausrichtung, mich selbst erkennen und kennen lernen zu wollen, mein Leben erfahre, befinde ich mich zwangsl\u00e4ufig in der ber\u00fchmten Blase, und irgendwie ist die Blase nicht der g\u00fcnstigste Aufenthaltsraum, um weitere Einsch\u00e4tzungen des planetarischen Vorgangs bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, da das Matrix-Feld selbst ein illusion\u00e4res Konstrukt ist, in dem jede\/r schaltet und waltet gem\u00e4\u00df den f\u00fcr sie oder ihn vorhandenen M\u00f6glichkeiten. Ich habe da also auch einen gewissen Spielraum, das, was ich bin oder denke zu sein, auszuprobieren, um die beiden Extreme meiner Anlagen wahrnehmen zu k\u00f6nnen. Was aber muss passieren, damit ich den Tellerrand, dessen unterst\u00fctzende Rundung lange ein sicherer Ort schien, damit ich also diesen Rand verlassen kann, um mich dem Ungewissen in seiner absoluten Neuheit oder Fremdheit \u00fcberlassen zu k\u00f6nnen, ja muss das denn sein. Zum Gl\u00fcck kommt einem so ein Gedanke erst, wenn man ohne ihn nicht weiter kommt. Hier ist genau der richtige Ort, um einen genialen Satz zum besten geben zu k\u00f6nnen, den mir ein Freund neulich am Telefon &#8222;schenkte&#8220;, m\u00f6chte ich schon fast sagen, denn er schlug ein wie ein Blitz, traf auf sich selbst und nahm allen Raum ein, den er f\u00fcr seine Wirkung ben\u00f6tigte. Der Satz ist: &#8222;F\u00fcr einen Hammer sieht alles aus wie ein Nagel.&#8220; Eben ein voll auf den Kopf getroffener Satz, der auf vielen Ebenen seine Kraft entfalten kann, bis man sich ersch\u00fcttern l\u00e4sst von seiner scheinbar harmlosen Tiefe. Es ist nat\u00fcrlich nur ein anderes Bild als das mit der Blase, aber es vermittelt einem noch einmal die Tatsache, wie viel Verantwortung man tr\u00e4gt f\u00fcr die Qualit\u00e4t des eigenen Blickes, und dass die Menschwerdung, auf deren Pfad man st\u00e4ndig unterwegs ist, kein Klacks ist, sondern sehr viel M\u00fche bereitet, wenn man wissen will, was f\u00fcr ein Mensch man selbst ist, und was f\u00fcr M\u00f6glichkeiten man hat, sich auch selbst, ganz pers\u00f6nlich, darum zu k\u00fcmmern, mit was man st\u00e4ndig so alles unterwegs ist.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwerlich kann man (z.B.) einem Neugeborenen den schwer wiegenden Titel &#8222;Mensch&#8220; versagen, denn, kaum das Licht der Welt erblickt, erhebt er oder sie automatischen Anspruch auf das Grundrecht. Man ist eben k e i n Tier oder k e i n Gegenstand, wird aber in die Nat\u00fcrlichkeit der Erscheinungen m\u00fchelos eingereiht. 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