{"id":13357,"date":"2021-06-08T08:08:24","date_gmt":"2021-06-08T08:08:24","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13357"},"modified":"2021-06-08T08:12:22","modified_gmt":"2021-06-08T08:12:22","slug":"hier-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13357","title":{"rendered":"hier sein"},"content":{"rendered":"<div class=\"zjoqD\">\n<div class=\"qdnLaf isv-id\" data-ved=\"0CAEQ-z9qFwoTCMDxidC7h_ECFQAAAAAdAAAAABAE\">\n<div class=\"v4dQwb\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13358\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210608_090720-240x300.jpg\" alt=\"\" width=\"361\" height=\"451\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210608_090720-240x300.jpg 240w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210608_090720-768x961.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210608_090720-819x1024.jpg 819w\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px\" \/><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h5>Ein weiterer Zettel, der l\u00e4nger schon bei mir herumliegt und gro\u00dfz\u00fcgige Deutungen zul\u00e4sst. Sogar als Liebesbotschaft k\u00f6nnte die Aussage durchgehen, eben: wart doch nicht l\u00e4nger, sondern komm noch heute. Oder aber der Spruch appeliert an die Anwesenheit, und man kann mal kurz checken, ob man bei der Sache ist, die gerade ansteht, oder auch \u00fcber Anwesenheit an sich nachdenken, denn wei\u00df man denn wirklich, was Anwesenheit von Nicht-Anwesenheit unterscheidet, und wie man das zu erkennen vermag. Und was entgeht einem \u00fcberhaupt, wenn man nicht anwesend ist, sondern eben woanders als da, wo man ist. Ich wurde am Morgen schon benachrichtigt, dass der Tourismus\u00a0 in den Startl\u00f6chern steht. Die Busse sind gewartet, die Hotels ausgebucht, die Touristen packen ihre Koffer, startbereit und legal der Berechtigung entgegen strebend, auf Meere , auf Str\u00e4nde, auf Inseln, eben da hin, wo es diese Reisegruppen gibt, und das ist \u00fcberall. Obwohl es sehr unterschiedliche Wahrnehmungen unter einander und voneinander gibt, kann man, das hat man im Lockdown gemerkt, nicht mehr ohne einander leben. Klar hat man sich lustig gemacht \u00fcber die Eindringlinge, aber bald hat man sie schon gebraucht und hat ihnen gerne gebracht, was f\u00fcr einen selbst undenkbar war. Der indische Ort, an dem ich lange gelebt habe, war vermutlich auf der Erde der einzige vollkommen vegetarische Platz, vor allem, weil die oberste Kaste kein Fleisch und keine Eier und keinen Fisch a\u00df, es war verp\u00f6nt. Ich h\u00f6rte allerdings auch mal, dass die Armen sich zuweilen ein Ferkel schnappten und brieten, oder aus dem heiligen See einen Fisch holten, das spricht auch B\u00e4nde.\u00a0 Als die Foreigners kamen, gab es bald alles, was ihre Geschmacksrichtungen begehrten. Diese Sorte Traveller war bald nicht so beliebt, obwohl sie gen\u00fcgend Geld einbrachten f\u00fcr das Leben, das die Einheimischen selbst lebten. Alkohol kam herein und ver\u00e4nderte viel. Dann kam eine Fehleinsch\u00e4tzung bez\u00fcglich der Touristengruppen, die zwar viel Kohle f\u00fcr die \u00fcberteuerten Hotels und aufgemotzten Pal\u00e4ste hinlegten, aber vor dem Kaufen gewarnt wurden von Betr\u00fcgern, die vor Betr\u00fcgern warnten. Und dann das Meer! Klar will ich auch ans Meer, obwohl ich wei\u00df, was ich wei\u00df, und alle anderen wissen es ja auch. Trotzdem wird an jeder freien L\u00fccke der Meere geplanscht, oder getaucht, oder gesegelt oder gesurft, und was man nicht alles am Meer machen und essen kann. Ich fand Blaise Pascals Satz, dass\u00a0 &#8222;das ganze Ungl\u00fcck der Menschen allein daher r\u00fchrt, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben verm\u00f6gen&#8220; nie sehr angesprochen, hatte aber meine eigene Version parat. Die bestand aus best\u00e4ndigen Bewohnern von H\u00e4usern \u00fcberall in der Welt, die WeltwanderInnen willkommen hei\u00dfen w\u00fcrden, sozusagen als Televisionsprogramme, die die Nachrichten allen zug\u00e4ngig machen w\u00fcrden. Man s\u00e4\u00dfe beieinander, die NeuigkeitvermittlerInnen bek\u00e4men Bett und Fr\u00fchst\u00fcck und was zum essen (Grundeinkommen) und soweiter. Aber wandernde Geschichtenerz\u00e4hlerInnen gab es auch schon, ich hoffe, ein paar &#8222;*Innens&#8220; waren dabei, ansonsten kann man sich in N\u00fcchternheit \u00fcben. Tag der Meere (heute), und ja!, beliebt und ger\u00fchmt sind sie, die Ozeane, und das zurecht. Denn kein Mensch wird je ihre wahren Tiefen ausloten k\u00f6nnen, auch wenn des Menschen Plastik vermutlich dort hingelangt. Ansonsten haben wir so ziemlich alle im Lockdown eine eigene Erfahrung des Hierseins gemacht. Wer sich allerdings f\u00fchlte, als w\u00fcrde er oder sie zum Hiersein gezwungen werden, weil man lieber dort w\u00e4re, wo Hingehen nicht m\u00f6glich war, der oder die konnte es dann nat\u00fcrlich nicht genie\u00dfen.<\/h5>\n<div class=\"jZmLbb\"><\/div>\n<div class=\"QnfS4e\">\n<div class=\"ZUo4Ze\">\n<div class=\"fwCBrd\">\n<div class=\"dJcyOc\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein weiterer Zettel, der l\u00e4nger schon bei mir herumliegt und gro\u00dfz\u00fcgige Deutungen zul\u00e4sst. Sogar als Liebesbotschaft k\u00f6nnte die Aussage durchgehen, eben: wart doch nicht l\u00e4nger, sondern komm noch heute. 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