{"id":13322,"date":"2021-06-04T08:02:15","date_gmt":"2021-06-04T08:02:15","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13322"},"modified":"2021-06-04T08:02:15","modified_gmt":"2021-06-04T08:02:15","slug":"zurueck-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13322","title":{"rendered":"zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-13323\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210602_152330-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"362\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210602_152330-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210602_152330-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210602_152330-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210602_152330-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210602_152330-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210602_152330-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 362px) 100vw, 362px\" \/><br \/>\n<strong>Transport und Unterbringung des Vergangenen<\/strong><\/h6>\n<h5>Zur\u00fcck!, zur\u00fcck!, singt allerortens leise anschwellendes Jauchzen \u00fcber das (fast) Durchstandene, und nun zur\u00fcck!, zum Tanzbrunnen, zum Festival, zum Konzertsaal. Zum entbremsten Leben also zur\u00fcck, das zwischendurch auch mal das &#8222;echte&#8220; Leben genannt wird. Den Fans von irgendwas und irgendwem kommen die Tr\u00e4nen in die Augen, denn endlich wieder zur\u00fcck ins Vorher, ins Leben also, so, wie man es kennen gelernt hat. Auf jeden Fall da, wo noch was davon \u00fcbrig ist. Klar f\u00fchle ich mich zuweilen als Luxusgesch\u00f6pf, alles, was mir etwas wert ist und was ich liebend gern tue und wahrnehme, die ganze Zeit bei mir gehabt zu haben, und habe mir gar ein paar Schuhe online kommen lassen, die sofort gepasst haben. Vieles war gar nicht anders, jeder Tag eine willkommene Neugeburt, und an nahem und weiter entfernt stattfindendem Leid hat es wahrlich auch nicht gefehlt. Viele Meinungen und Mahnungen und erhabenen Gedanken fielen lautlos in T\u00fcmpel. Wo also war das Leben denn hingegangen. Wo hielt es sich auf, w\u00e4hrend nicht wie \u00fcblich gelebt wurde, sondern an Entbehrungen gelitten, und unfreiwillige Dimensionen von Einsamkeit wurden erreicht, wobei genau dieses komplexe Wort in anderem Kontext die gegen\u00fcberliegende Seite der Waage darstellt. Auch hat niemand jemandem den freien Willen weggenommen, den Durchgang durch die Pandemie auf eine bestimmte Weise zu leben, nein, auch da war der \u00fcbliche Spielraum zwischen dem dringend Notwendigen und dem sch\u00f6pferisch Gehandhabten. Menschen werden (z.B.) schon nach drei Tagen in einem politischen Hungerstreik von einem Arzt betreut, w\u00e4hrend jeder sich unter guten Bedingungen zum Fasten Entscheidende aufbauende Kr\u00e4fte sammeln kann, Leichtigkeit und klarere Wahrnehmung. Und auch wenn das Unfreiwillige (wie \u00fcblich) auf einen zukommt, \u00e4ndert es nichts an den vielen M\u00f6glichkeiten, wie ich damit umgehe. In Amerika werden gerade Leute mit Geld und Tickets und Spielen gelockt, sich impfen zu lassen. Man wei\u00df, dass man sie nicht zwingen kann, aber warum sollte man sie locken? Sie sind halt die unfreiwilligen Herdenimmunit\u00e4tsgegnerInnen, sie m\u00fcssen ja nicht unbedingt der vorherrschende Herdentrieb sein, eben der, wo alle nicht wollen. So gibt es zur Zeit ein Spannungsfeld, wo die einen zur\u00fcck m\u00f6chten in ein erinnertes Damals, das es nat\u00fcrlich nicht mehr gibt, und einem Drang ins Vorw\u00e4rts, das es auch noch nicht gibt. Man sitzt also irgendwo und ist einfach da. Einfach kann es wiederum nur sein, wenn sich nicht zu viele Turbulenzen in einem oder um einen herum abspielen, wie es auch die ber\u00fchmte Anekdote von Loriot sehr sch\u00f6n zeigt, wo der Mann einfach nur sitzen wollte, was die Frau als untragbar empfand. Kann man das aber ungest\u00f6rt, einfach dasitzen, dann kann man verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig schnell verstehen, warum Menschen auf den Begriff der &#8222;Leere&#8220; kamen, ein Wort wie &#8222;Einsamkeit&#8220;, mit dem jede\/r etwas anderes verbindet. Leere ist nat\u00fcrlich auch einfach\u00a0 ein Potential, das, wenn ben\u00f6tigt, auf vielerlei Art und Weise zum Ausdruck kommen kann, aber nicht muss. Wenn man also an sich selbst erf\u00e4hrt, dass immer weniger zum Ausdruck kommen muss, hat genau das, was gesagt werden m\u00f6chte, mehr Raum. Dasselbe gilt f\u00fcr die Einsamkeit. Sie soll einerseits t\u00f6ten k\u00f6nnen, habe ich gestern unterwegs geh\u00f6rt, aber sie kann auch lebendig machen, und kann geradewegs zu den Anderen f\u00fchren, die auch lebendig da sind.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Transport und Unterbringung des Vergangenen Zur\u00fcck!, zur\u00fcck!, singt allerortens leise anschwellendes Jauchzen \u00fcber das (fast) Durchstandene, und nun zur\u00fcck!, zum Tanzbrunnen, zum Festival, zum Konzertsaal. Zum entbremsten Leben also zur\u00fcck, das zwischendurch auch mal das &#8222;echte&#8220; Leben genannt wird. 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