{"id":13286,"date":"2021-05-31T08:27:58","date_gmt":"2021-05-31T08:27:58","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13286"},"modified":"2021-05-31T08:27:58","modified_gmt":"2021-05-31T08:27:58","slug":"zusammenhaenge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13286","title":{"rendered":"Zusammenh\u00e4nge"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13287\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210528_161023-276x300.jpg\" alt=\"\" width=\"364\" height=\"396\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210528_161023-276x300.jpg 276w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210528_161023-768x834.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210528_161023-943x1024.jpg 943w\" sizes=\"auto, (max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/><\/p>\n<h5>Langsam tuckert der Corona-Dampfer zu seinem Stillstand. Wenn es so weitergeht wie zur Zeit in den uns umgebenden L\u00e4ndern, dann muss er gar nicht viel Anker werfen, sondern kann dahin gehen, wo solche Unternehmungen sich aufhalten, obwohl sie zumindest in einem Netz gesichert werden konnten, um nicht weiteren Schaden anzurichten. Die praktische Wir-Karotte in Zeiten des Notfalls kann getrost von unserem Ich aufgel\u00f6st werden, falls sie noch Spuren hinterlassen hat. Unweigerlich kommt dann tats\u00e4chlich die Frage, die man an sich selbst richten kann, n\u00e4mlich: wie war es denn f\u00fcr mich, gleichzeitig weiterhin offen f\u00fcr die Abenteuer und Herausforderungen der Anderen, die nun in M\u00e4rchen- und Geschichts- und Aufsatz- und Buchform hervorsprudelnden Erlebnisse aus der langen Fahrt. Mittendrin im Drama fiel mir zum Beispiel auf, wie fixiert ich auf das Van Dyck Braun war. Und obwohl ich das Braun als Farbe an sich gar nicht so mag, erschien mir dieses Braun die Quintessenz aller Farben zu sein:\u00a0 in der Lage, m\u00fchelos alle Welten hervorzuholen, die f\u00fcr mich selbst verf\u00fcgbar waren, und mit einer Spannbreite von tiefem Dunkel bis zu transparentem Hell. Eines Tages entdeckte ich einen Malkasten und war ganz \u00fcberrascht, wie unterhaltsam und herausfordernd es war, andere Farben zuzulassen und zu sehen, ob ich damit umgehen lerne, also den eigenen Ausdruck damit zu finden. In dieser Zeit, in der sich u.a. die Pandemie in eine Katastrophe zu entwickeln begann, fiel auch die Wahl des neuen amerikanischen Pr\u00e4sidenten und das damit verbundene, politische Verschwinden des schillernden Narren Trump, der eben nicht verschwunden ist, sondern weiter sein Unwesen treibt. Ich versank eine Weile in der Zeugenschaft des nun endg\u00fcltig sterbenden, amerikanischen Traumes, dessen letzten Staubzipfel ich selbst noch wahrnehmen konnte, als ich mit 16 Jahren in den Ferien dort lange genug war, um mir nicht nur ein Bild zu machen, sondern selbst im Bild zu sitzen. Denn Dinge und Menschen sprachen mich an, und das Ganze hatte tats\u00e4chlich eine Art befreiender Wirkung auf mich, die mich bef\u00e4higte, neue Weichen zu stellen f\u00fcr meine Zukunftsvisionen, wie auch immer sie geartet waren. In dieser Zeit des Abschieds von Amerika lief in mir die Trauer \u00fcber das verlorene Indien schon mit, ein weiterer Staubfaden einer hohen Kultur, den mir noch zu erleben vor vielen Jahren verg\u00f6nnt war.\u00a0 Kulturen haben es so an sich, dass sie entstehen und wieder vergehen, und immer denken die jeweils Lebenden, das war schon immer da und kann nur so sein, wie wir es erleben. Und \u00fcber die Erfahrung in Indien habe ich auch gelernt, dass es gleicherma\u00dfen schmerzhafte Prozesse bergen kann, wenn man z.B. aus einem historisch schwarzen Loch wie das dritte Reich herausgeboren wurde, oder die Kraft aufbringen muss, ein entstehendes scharzes Loch als solches zu erkennen und zu wissen, dass danach tats\u00e4chlich vieles anders sein wird. Wenn also eine gro\u00dfe Anzahl Menschen gemeinsam eine Finsternis durchwandert hat, und das jede\/r f\u00fcr sich allein. Und gerade in Deutschland kann man sehen, dass es nicht wirklich aufh\u00f6rt, nicht das Grauen, nicht der Missbrauch, nicht die Verschw\u00f6rungstheorien. Sie sind nur mehr am Rande und werden im Zaum gehalten durch den Schrecken, der sich in Knochen der Erinnerung gesetzt hat. Gibt es Wunderheilung? Man wei\u00df es nicht. In Indien, habe ich heute fr\u00fch erz\u00e4hlt bekommen, gibt es nun ein Dorf, dessen Heilkr\u00e4utermann eine Zusammensetzung gefunden hat (haben soll), die selbst schwerkranke Covid-Patienten in k\u00fcrzester Zeit wieder aufgerichtet haben soll. Das \u00dcbliche ist geschehen: die Stra\u00dfen waren verstopft, tausende von Menschen str\u00f6mten hinter Polizeikontrollen vorbei \u00fcber die Felder in Richtung Ger\u00fccht. Und wer wei\u00df, vielleicht glaubten einige von ihnen so sehr an die Heilkraft der Kr\u00e4uter, sodass das Virus von ihnen wich. Wenig wei\u00df man noch \u00fcber die endlosen Varianten der Zusammenh\u00e4nge.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langsam tuckert der Corona-Dampfer zu seinem Stillstand. 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