{"id":13257,"date":"2021-05-25T08:23:35","date_gmt":"2021-05-25T08:23:35","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13257"},"modified":"2021-05-26T08:11:48","modified_gmt":"2021-05-26T08:11:48","slug":"sich-selber-sehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13257","title":{"rendered":"(sich) selber sehen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13258\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210525_091451-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"359\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210525_091451-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210525_091451-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210525_091451-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210525_091451-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210525_091451-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210525_091451-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/p>\n<h5>Das Bildchen musste ich etwas aufp\u00e4ppeln wegen seiner Farblosigkeit, das wirkt sich leider auch auf die Lesbarkeit aus, was leicht zu l\u00f6sen ist, denn die paar Worte sind nicht nur erheiternd, sondern auch tief. Die \u00dcberschrift sagt: &#8222;Wie wir und selbst sehen&#8220;, und im linken Kreis hei\u00dft es: &#8222;Ganz normal&#8220;, und im rechten: &#8222;Nicht, wie alle anderen&#8220;. Das Ganze erscheint in der &#8222;Zeit&#8220; unter der \u00dcberschrift: &#8222;Torten der Wahrheit&#8220;, eine beneidenswerte Formulierung, die nun leider gebunkert ist. Anhand von Kreisen, also Torten, researched und erl\u00e4utert hier Katja Berlin bestimmte Verh\u00e4ltnisse und Themen in Politik und Gesellschaft, die man durch diese Bem\u00fchung dann vereinfacht \u00fcberblicken kann. Meist sieht man kleinere und gr\u00f6\u00dfere Kuchenst\u00fccke, zum Beispiel bei der Frage, was Familien in Deutschland auseinander bringt, und eine Mini-Schnitte zeigt auf\u00a0 &#8222;Alternative Lebensformen&#8220;, und noch eine schmale auf &#8222;Der Feminismus&#8220;, und der Rest des Kuchens geh\u00f6rt zu &#8222;Erbschaften&#8220;. Warum mir aber dieses ins Auge fiel, war die interessante Frage, eben, wie wir uns selbst sehen. Zwei volle Kreise, die sich \u00fcberschneiden und an der Schnittstelle zum &#8222;Selbstbild&#8220; f\u00fcgen. Einerseits sieht man sich integriert in der Gesellschaft mit vielen Anderen, andrerseits ist es vor allem wichtig, nicht wie alle Anderen gesehen zu werden. Man muss sich die ungeheuren Anstrengungen vor Augen halten, mit denen Menschen, die das als das Normale empfinden, sich an die jeweiligen Gepflogenheiten der Zeit so unauff\u00e4llig wie m\u00f6glich anzupassen, um einen gewissen Grad an Zugeh\u00f6rigkeit zu erfahren. Abweichungen von dieser\u00a0 erwarteten Anpassung werden meist \u00fcber Blicke zensiert, und nichts ist leichter, als durch Angebot und Nachfrage den Herdentrieb des Menschen zu erkennen. Die Bereitschaft zur Gleichschaltung macht es ja erst erstaunlich, wenn die Emp\u00f6rung ebenso gro\u00df ist, wenn der Mensch nicht als Einzelwesen erkannt wird. Auch das ist berechtigt, denn die Einzigartigkeit des Menschen dr\u00fcckt sich trotz Blumentapeten, Gummib\u00e4umen oder kecken Smartphones aus. Obwohl diese, wie ich in Indien einmal feststellen durfte, \u00f6fters mal keinen Akku hatten, denn wie konnte man dazugeh\u00f6ren, wenn man nicht irgendwo herumstand und wenigstens so tat, als h\u00e4tte man so Wichtiges zu tun, dass man das Ding nicht mal beim Gem\u00fcsekauf aus der Hand legen konnte. Ersch\u00fctternd war, dass der Gem\u00fcsemann, sonst kastenm\u00e4\u00dfig weit drunter stehend, auch ein schickes Handy hatte. Und obwohl das gesellschaftliche Konstrukt von allen Seiten gespeist wird, wie man zum Beispiel \u00fcber Materie genauso werden k\u00f6nnte wie das, was man sich so als Bild von den &#8222;Erfolgreichen&#8220; gemacht hat. Es wird vor allem \u00fcber die Medien vielf\u00e4ltig erkl\u00e4rt, was zu der gemeinsamen Eingliederung n\u00f6tig ist. Der Einzelne muss sich selbst ja unglaublich wichtig nehmen im Karussel der Gesch\u00e4ftigkeit, und doch ist es schwer bis unm\u00f6glich, die Pferde aus dem vorgeschriebenen Kreis zu lenken. Um sich selbst als &#8218;gar nicht wie die Anderen zu empfinden, ist es gut zu wissen, wodurch das geschieht. Denn die Frage &#8218;Wer bin ich&#8216; hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren, da es immer schwer war, darauf zu antworten, wenn man nicht nur auf den Namen zur\u00fcckgreifen wollte. Auf dem Weg des Sicherkennwollens ist es nicht so wichtig, sich als normal zu empfinden, denn um zu sich selbst zu kommen, muss man die Norm ja verlassen, da sie ein illusion\u00e4res Geb\u00e4ude ist, das zusammenfallen kann wie ein Kartenhaus. Hat man sich f\u00fcr diesen Weg entschieden, ist es vielleicht gar nicht mehr so bedeutsam, n i c h t\u00a0 wie alle Anderen zu sein, denn das besch\u00e4ftigt einen vermutlich dann gar nicht mehr so sehr,<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bildchen musste ich etwas aufp\u00e4ppeln wegen seiner Farblosigkeit, das wirkt sich leider auch auf die Lesbarkeit aus, was leicht zu l\u00f6sen ist, denn die paar Worte sind nicht nur erheiternd, sondern auch tief. 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