{"id":13226,"date":"2021-05-21T08:22:31","date_gmt":"2021-05-21T08:22:31","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13226"},"modified":"2021-05-21T08:22:31","modified_gmt":"2021-05-21T08:22:31","slug":"dortiges-hier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13226","title":{"rendered":"dortiges Hier"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-13227\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210521_092101-292x300.jpg\" alt=\"\" width=\"361\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210521_092101-292x300.jpg 292w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210521_092101-768x789.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210521_092101-997x1024.jpg 997w\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px\" \/><\/p>\n<h5>Tief in mir gibt es eine Ebene, auf der sich das indische Wesen und Wissen \u00fcber Durchsickerung angesammelt hat, zumindest das, was ich selbst wissen wollte und auf meine Fragen und mein Interesse durchaus glaubw\u00fcrdige Antworten\u00a0 bekommen habe. Man kann in Indien verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einfach sich selbst sein, weil man wei\u00df, was und dass immer alles m\u00f6glich ist, also auch man selbst. Die Inder, zumindest die, die ich kennen lernen durfte, schauen geistig ziemlich trainiert auf die turbulente Matrix und machen sich ihre Gedanken, wodurch das Ganze interessant wird f\u00fcr sie, agieren aber wenig davon aus. Es kann sein, dass viele Menschen in Indien eine derartige Bedeutungslosigkeit erlebt haben und erleben, dass sie fast automatisch ins Silchselbstsein rutschen, es aber als solches gar nicht erkennen. M\u00fchsam arbeitet sich jedoch die geistige Ameise von der anderen Seite her auf, ja, auf was zu!? Ist es eine W\u00fcste, ist es eine weitere Karotte, oder etwa eine prall gef\u00fcllte und beatmete Leere, in der das Sein sich \u00fcber einen ergie\u00dft wie ein Regenschauer im Sommer. Man muss es herausfinden, wie es (f\u00fcr einen selbst) ist. Denn auch wenn ich wie ein Reporter einige Hintergr\u00fcnde herausfinde \u00fcber was und wen auch immer, so ist doch auch klar, dass es hinter all den Hintergr\u00fcnden weitere Hintergr\u00fcnde gibt, die eigentlich erst der Stoff sind, mit dem man arbeiten kann. Das hei\u00dft auch nicht, dass ich mich nicht beim Gedanken ertappe, mir zu w\u00fcnschen, dass Narendra Modi \u00fcber die Covind Krise st\u00fcrzt, aber auch \u00fcber das immense Leid ein Erwachungsschock immerhin stattfinden kann. Da w\u00e4re eine Umkehr in das eben noch Gewusste fast noch m\u00f6glich, wobei ich hier nicht in einen naiven T\u00fcmpel waten m\u00f6chte, genauso wenig wie in einen naiven Tempel. Was ich aber dort\u00a0 (u.a.) gelernt habe ist, dass das Leben nur angenehm sein kann, wenn ich darin anwesend bin. Diese orientalische Anwesenheit wird nat\u00fcrlich darin unterst\u00fctzt, dass einem das Schauderhafte jederzeit zusto\u00dfen kann, sei es der Bulle und die K\u00fche hinter einem, oder die Leprakranken vor einem. Was da ist, kann eigentlich keiner fassen, au\u00dfer man vertraut der eigenen Fassung und kann dann auch aus der Anwesenheit heraus agieren. Also alle schauen dem Schauspiel zu und greifen erst ein, wenn es wirklich etwas mit ihnen zu tun hat. Man denkt, was einem nicht passt, aber man sagt es nicht. Eben da ist die indische Kultur an ihre Grenze gekommen. Vor lauter Nichts-Sagen verlernt man, wer man ist oder hat gar nicht gemerkt, dass man es nicht wei\u00df. Als ich jedes Jahr zur\u00fcck in den Westen kam, war ich bald besch\u00e4ftigt mit der Umschaltung. Hier ein Hebel und dort, dann konnte ich auch hier wieder anwesend sein, der Freundeskreis hat es erm\u00f6glicht. Dann dr\u00fccke ich auch gerne aus, was mir durch den Geist geht und wei\u00df sehr wohl aus Erfahrung, dass der ernsthafte Dialog unerl\u00e4sslich ist, da man immer das Wirkungsfeld erschaffen kann und muss, in dem man selbst handeln kann als die, die man ist, und vorz\u00fcglicherweise ist das Gegen\u00fcber auch mit eigenem Feld pr\u00e4sent. Dann ist viel m\u00f6glich. Was ich mich gefragt habe ist, ob es nicht au\u00dfer dem tiefen, stillen Grundton, den ich mit Indien und fr\u00fcherer geistiger Praxis verbinde, eine wache und aufnahmebereite Leere gibt, in der zwar kreatives Denken\u00a0 und Meinungsbildung und Identit\u00e4tswandlung u.s.w. m\u00f6glich sind, aber die einfache und eindeutige Zeugenschaft des Daseienden vorherrschend ist. Das hei\u00dft in gewisser Weise bewegt man sich geistig aus dem Vordergrund zur\u00fcck, ist aber ganz und gar beteiligt an der Zeugenschaft. Die Worte erscheinen vor allem, wenn sie f\u00fcr Mitteilung oder Kl\u00e4rung notwendig sind. Dann kann man sich auf sie verlassen.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tief in mir gibt es eine Ebene, auf der sich das indische Wesen und Wissen \u00fcber Durchsickerung angesammelt hat, zumindest das, was ich selbst wissen wollte und auf meine Fragen und mein Interesse durchaus glaubw\u00fcrdige Antworten\u00a0 bekommen habe. 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