{"id":13218,"date":"2021-05-20T08:23:43","date_gmt":"2021-05-20T08:23:43","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13218"},"modified":"2021-05-20T08:28:54","modified_gmt":"2021-05-20T08:28:54","slug":"simpel-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13218","title":{"rendered":"simpel"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13219\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210519_163001-292x300.jpg\" alt=\"\" width=\"361\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210519_163001-292x300.jpg 292w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210519_163001-768x789.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210519_163001-996x1024.jpg 996w\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px\" \/><\/p>\n<h5>Einmal habe ich in dem wunderbaren Buch von Jonathan Safran Foer &#8218;Tiere Essen&#8216; einen Satz gelesen, der mich zutiefst ber\u00fchrt hat. Ich war es schon lange gewohnt, Vegetarierin zu sein, ohne viel dar\u00fcber nachzudenken. As ich Anfang meiner Zwanzigerjahre im Ensemble des &#8218;Living Theater aufgenommen wurde, waren alle vegetarisch, a\u00dfen aber Eier, was ich dann in meinem indischen Dorf auch lassen musste, weil dort schon seit Urzeiten\u00a0 vegetarisch gegessen wurde, dar\u00fcber dachte damals noch keiner nach. F\u00fcr mich machte es an diesem Punkt einfach keinen Unterschied, und wer indisches Essen liebt, wei\u00df auch warum. Ein Unterschied kam, als ich den Satz las. Jonathan Foer erz\u00e4hlt, wie er auch gewohnt war, Fleisch zu essen, selbstverst\u00e4ndlich war das in seiner Familie, bis er einen Sohn bekam und sich Gedanken dar\u00fcber machte, wie er ihn zu ern\u00e4hren gedenke. Es kam der Tag, an dem der Kleine auf den Teller schaute und fragte,was das sei darauf. Das sind Tiere, mein Sohn, das sind Tiere, sagte der Vater. Da rutschte in mir etwas tiefer im Inneren, so, als h\u00e4tte ich auf einmal die Info bekommen, warum ich selbst Vegetarierin bin, eben weil es Tiere sind, an deren Vernichtung zu meinem lukullischen Wohlbefinden wenigstens ich nicht mehr teilnehmen m\u00f6chte. Mir gefiel die Wirkung des sehr einfachen Satzes. Wir wissen alle, dass die Dinge sehr komplex sind, will man sie wirklich verstehen, aber es gibt auch die Wirkung der schlichten und einfachen Wahrnehmung. So muss jede Generation mit irgendeinem Krieg umgehen, den man nicht \u00fcbersehen kann, denn wir sind Kinder unserer Zeit. Und obwohl ich mit meinen pers\u00f6nlichen Betroffenheiten zur Zeit etwas weniger in Amerika, daf\u00fcr aber mehr in Indien unterwegs bin, so ist es mir doch nicht gelungen, \u00fcber den Krieg in Israel einfach den Kopf zu sch\u00fctteln, in beide Richtungen nat\u00fcrlich. In jedem Krieg muss es einen Punkt geben, wo das Absurde sich zeigt und dann selbst \u00fcberholt. Als wenn nicht alle w\u00fcssten, dass da profitiert wird, und wieder ist der Ausl\u00f6ser beklemmend banal. Irgendeiner ging irgendwohin, um sich behandeln zu lassen, was andere nicht gerne gesehen haben. Aber es z\u00fcndet ja nur, wenn alle bereit sind zum Z\u00fcnden. Echt jetzt, denkt man etwa, so viele Raketen haben die da zum Abschie\u00dfen, wer finanziert das? Die sich zum Gott Erhebenden oder um diese Auszeichnung Bangenden basteln sich dann eine eigene Ebene. Aber man kann ruhig fragen, warum Indien eine Atommacht ist und unbedingt auf den Mond muss, wenn das zu regierende Land in Chaos versinkt und seine Menschen auf den Stra\u00dfen unbeachtet verenden. Und sind \u00fcber sechzig tote Kinder, egal auf welchem Streifen, nicht genug Grund, um einen Krieg zu beenden? Es ist ja besch\u00e4mend, wie fast normal es gesehen wird, dass Kriege immer wieder aus den \u00e4hnlich gearteten Gehirnen heraus als Notwendigkeit proklamiert werden, w\u00e4hrend die, die sich so eine krieglose Welt vorstellen k\u00f6nnen, eher als harmlos gelten. Ist ja auch so, zumindest in der Ausrichtung bem\u00fcht, so wenig Harm wie m\u00f6glich zu verursachen, Und dann zu merken, wie schwer es ist, weil jede\/r Einzelne etwas anderes Harmvolles erfahren hat, das ihn oder sie zu dem macht, was man dann ist. Wie man damit umgeht, f\u00fcr was man sich letztendlich entscheidet. Gerne m\u00f6chte man denken, dass die sogenannten neueren Generationen da etwas bewusster sind, und vielleicht kommt ja mal der Tag, wo im Angesicht irgend welcher schwer nachvollziehbaren Umst\u00e4nde zum Krieg gerufen wird und keiner mehr hingeht.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einmal habe ich in dem wunderbaren Buch von Jonathan Safran Foer &#8218;Tiere Essen&#8216; einen Satz gelesen, der mich zutiefst ber\u00fchrt hat. Ich war es schon lange gewohnt, Vegetarierin zu sein, ohne viel dar\u00fcber nachzudenken. 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