{"id":13193,"date":"2021-05-17T08:31:26","date_gmt":"2021-05-17T08:31:26","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13193"},"modified":"2021-05-19T08:12:00","modified_gmt":"2021-05-19T08:12:00","slug":"lindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13193","title":{"rendered":"lindern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13156\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210511_180108-e1621235207618-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"154\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210511_180108-e1621235207618-225x300.jpg 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210511_180108-e1621235207618-768x1024.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210511_180108-e1621235207618.jpg 1060w\" sizes=\"auto, (max-width: 154px) 100vw, 154px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13194\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210516_152400-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"272\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210516_152400-300x225.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210516_152400-768x576.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210516_152400-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 272px) 100vw, 272px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13195\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210516_152333-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"154\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210516_152333-225x300.jpg 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210516_152333-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 154px) 100vw, 154px\" \/><\/p>\n<h5>Gut, man kann auch ohne Dauerregen nicht wirklich etwas festhalten. Oder man kann es und macht es auch, um sich zum Beispiel daran zu erinnern, dass eigentlich Sommer ist, zwischendurch ist\u00a0 er ja auch ganz kurz mal da. Man steht dann und staunt hinein in diese Pracht, wo die Kirschbl\u00fcten in die Magnolienbl\u00fcten \u00fcbergehen und die Apfelbl\u00fcten im Garten alles \u00fcberstrahlen mit ihrem Licht. Und ja, das Ohr lauscht hin zum emsigen Gebrumme eines einzigen Tieres, das vermutlich f\u00fcr das Erscheinen unserer \u00c4pfel verantwortlich sein wird. Klar ist auch geworden, dass es ein uneingeschr\u00e4nktes Wohlbefinden nur in vor\u00fcberziehenden Momenten gibt. Die k\u00f6nnen sich allerdings zuweilen in Stunden hinausdehnen und werden dann von uns als eine Art Gl\u00fcck empfunden: ein gutes Gespr\u00e4ch, eine tiefe Vertrautheit, ein geteilter, angstloser Raum. Denn auch das gelungene Alleinsein muss ja umkr\u00e4nzt sein von guten Beziehungen, die diese reichhaltige Einsamkeit erst zur Geltung bringen, bzw. erm\u00f6glichen. Und so, wie hinter jedem Witz der Tod lauert, so lauert auch hinter den Bl\u00fcten noch all das andere, das begleitend mitwirkt. Da bin ich jedoch nicht ausgeliefert, sondern habe Entscheidungs-Spielraum. Wie wohltuend ist es doch in der Tat f\u00fcr die Augen, so viel Sch\u00f6nes und Frisches und Gr\u00fcnes aufzunehmen, und man muss sie wandern lassen \u00fcber all dieses aus sich selbst Hervorgestr\u00f6mte, damit man den Reichtum und die Sch\u00f6nheit der Welt nicht vergisst. So vertieft sich das Wesen dieser Erfahrungen, und dann, wenn es Zeit ist, (z.B.) auf Indien zu schauen, braucht es Kraft, will man auch dort nicht nur h\u00e4ngenbleiben an den moderierten Berichterstattungen. Es ist m\u00fchsam, f\u00fcr sich selbst eine akzeptable Ausgleichung zu finden, die einem lebendige Bewegung erlaubt auf der Skala der M\u00f6glichkeiten. Heute fr\u00fch kurz vor den 3 Minuten Nachrichten, die mich beim Schminken informieren, h\u00f6re ich eine Pristerin kundtun, dass heute der Internationale Tag gegen Homo-,Bi-,Inter- und Transphobie ist. (Das musste ich mir auch von Lord Google nochmal buchstabieren lassen). Die Priesterin war froh, dass sie in einer Zeit lebt, in der sie nicht verbrannt, versto\u00dfen, oder ins Gef\u00e4ngnis verbannt wird f\u00fcr ihre nat\u00fcrlichen Neigungen, sondern als Frau in einer Kirche predigt und mit einer Frau verheiratet ist. Die Beurteilung der Homosexualit\u00e4t als Krankheit, erz\u00e4hlt sie, ist erst vor ein paar Jahren von der WHO aufgehoben worden. Sie ist also nicht krank, sondern kerngesund und geht davon aus, dass Gott gegen Liebe nichts haben k\u00f6nne, au\u00dferdem habe er sie bei der Taufe schon akzeptiert. Und obwohl ich pers\u00f6nlich nicht f\u00fcr so intensives Diskussions-Gendern bin, muss man all den K\u00e4mpferInnen dankbar sein, dass sie daran geackert haben, den Irrsinn der Welt, oder muss man hier\u00a0 &#8218;den Irrsinn der Menschen&#8216; sagen, etwas zu lindern.\u00a0 Was das Gendern betrifft, so soll ein Mensch irgendwo vorgeschlagen haben, dass man, um die Gefahren der Empfindsamkeiten zu umrudern, einfach auf jegliche Frage mit &#8218;divers&#8216; antworten sollte. Das gef\u00e4llt mir, dass man zum Beispiel auf die leidige Frage, wie es einem denn so geht, mit &#8218;divers&#8216; eine neue Nuance h\u00e4tte, die der jeweiligen Realit\u00e4t vermutlich mehr entspricht als vieles andere. Mir geht es auch gerade divers, da ich entschlossen war, mich heute auf Bl\u00fcten auszurichten und eben nicht die tausend angeschwemmten Leichen am Ganges zu erw\u00e4hnen, die , wie sich nun herausstellte, so viele wurden, weil im Hintergrund die totale Ausbeutung im Gange ist, das Holz und die Riten sind f\u00fcr die meisten nicht mehr bezahlbar. Und bei dem Wort &#8218;lindern&#8216;, ein sch\u00f6nes Bl\u00fctenwort, ist mir eine Zeile von Pablo Neruda eingefallen, die ich in dem Buch &#8218;Journal&#8216; von Carolin Emke gefunden habe, und dieser Satz (m.E.) leisten kann, was nur Poesie vermag: sie kann tr\u00f6sten und lindern und gibt, im besten Fall, genug Raum, damit man das, was man erf\u00fchlt hat davon, in einen eigenen, h\u00f6chstpers\u00f6nlichen Kontext bringen kann. Poesie ist immer gut, wenn sie auch aktuell sein kann. Von allen Jahrhunderten her haben wir daf\u00fcr Beweise erhalten. Hier also die Zeile:<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Die Erde lebt leiser nun,<br \/>\ngelinder ist ihr Verh\u00f6r,<br \/>\nausgebreitet das Fell ihres Schweigens.<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut, man kann auch ohne Dauerregen nicht wirklich etwas festhalten. Oder man kann es und macht es auch, um sich zum Beispiel daran zu erinnern, dass eigentlich Sommer ist, zwischendurch ist\u00a0 er ja auch ganz kurz mal da. 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