{"id":13149,"date":"2021-05-12T08:32:21","date_gmt":"2021-05-12T08:32:21","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13149"},"modified":"2021-05-12T08:32:21","modified_gmt":"2021-05-12T08:32:21","slug":"hell-und-finster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13149","title":{"rendered":"hell und finster"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-13150\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210511_154131-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"361\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210511_154131-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210511_154131-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210511_154131-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210511_154131-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210511_154131-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210511_154131-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px\" \/><\/p>\n<h5>So sind wir nach eineinhalb Jahren Corona-Drama wieder angekommen bei dem Ausbruch der Kirschbl\u00fcten und der Magnolien-und Apfelbl\u00fcten. Sind sie besonders leuchtend dieses Jahr, oder kommt es mir nur so vor nach dem Winter ohne indische Sonne auf dem K\u00f6rper, verl\u00e4sslich wie ein Briefbote.Und selbst in der Bl\u00fctenwelt hat sich etwas Unheimliches eingeschlichen &#8211; die Insekten, wo sind die Insekten, die wir noch vor den \u00c4pfeln brauchen, seltsam still ist es in der Luft. Aber wie wohltuend, auf das satte Gr\u00fcn der Wiesen zu schauen, und wohltuend auch, dieses simple Gl\u00fcck bewusst wahrzunehmen in seiner Helle, w\u00e4hrend die andere Seite (in mir) so schwer wiegt. Nat\u00fcrlich bin ich auch bei all den anderen Katastrophen, die au\u00dfer Covid noch laufen, gedanklich nicht dabei, obwohl es eine gute Frage bleibt, was einen tats\u00e4chlich angeht und was nicht. Und nicht f\u00fcr jede\/n ist das Ausma\u00df der indischen Coronawelle sp\u00fcrbar bis in die verf\u00fcgbaren Zellen hinein. Ach, ein gro\u00dfer Tod ist im Gange, und f\u00fcr mich bleicht er die Wangen des menschlichen Angesichts bis zu seinem knochend\u00fcrren Ende. Hier kann, und hier muss man auch lernen, was die Menschheit immer wieder in den Irrgarten gef\u00fchrt hat, und ziemlich vieles hat hier ein Ende. Es ist ja schon lange nicht mehr f\u00fcnf vor zw\u00f6lf, obwohl diese Zahl ein fester Begriff wurde und so erstarrt und gebannt ist wie die Uhr aus Hiroshima, von der man wusste, wie sp\u00e4t es war, als es passierte. Doch gibt es auch das schleichende Passieren, das dann irgendwann in der R\u00fcckschau endet: ach so war das! So, als wussten wir&#8217;s nicht. Und um Himmels Willen will man nichts sagen, was auch QuerdenkerInnen querdenken k\u00f6nnten, oder Verschw\u00f6rungsdarstellerInnen darstellen, nein, will man \u00fcberhaupt etwas sagen oder fragen, und wenn ja, wen. Und wann kommt einem das Wort &#8218;apokalyptisch&#8216; in den Geist, im Sinne von Unheil und Grauen, die nicht mehr zu fassen sind, keinen Ausweg mehr zeigen, nur noch Tod und Vernichtung, wohin das Auge schaut. Kein Gott, der mehr \u00fcbrig bleibt, aber auch kein Tropfen der Menschenw\u00fcrde, die im Gesetzbuch verankert ist, also genau da, wo ihr der Untergang droht. Denn sie ist eben auf grausamste Weise antastbar, diese W\u00fcrde, und wenn es zu sp\u00e4t ist, um es anders zu sehen, als man gewohnt ist, dann wei\u00df man es, oder man wei\u00df es auch dann noch nicht.\u00a0 Am Ufer des einst heiligen Ganges, dort Ganga genannt, eine G\u00f6ttin, wurden nur an einem einzigen Ort 40 Leichen angeschwemmt. Man beschuldigte einander, woher sie k\u00e4men, und wer es getan hat. Aber alle kannten die vorherrschenden zwei Gr\u00fcnde: einerseits werfen die Armen, die sich das teure Holz f\u00fcr die Leichenverbrennung nicht leisten k\u00f6nnen, ihre Angeh\u00f6rigen hinein,\u00a0 aber vor allem soll \u00fcberall die Angst umgehen, man k\u00f6nne sich anstecken an den K\u00f6rpern, also am besten hineinwerfen in den Fluss, wer soll das beweisen. \u00dcber hundert Angeschwemmte soll es gegeben haben an den geeigneten Ufern, wo sie h\u00e4ngen blieben und erschrocken angestarrt wurden von den Einheimischen. Ich habe auch draufgestarrt auf die Bilder, die zu mir aus Indien kamen. Niemand konnte ahnen, dass es so offensichtlich finster wird, w\u00e4hrend sich an der Spitze der Regierung wieder ein grotesker Dummkopf zum Gott k\u00fcren l\u00e4sst, weil er der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen kann. Es ist schwer, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, und nicht zuletzt, weil es ja nur vorletzte Wahrheiten gibt, damit muss man leben.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So sind wir nach eineinhalb Jahren Corona-Drama wieder angekommen bei dem Ausbruch der Kirschbl\u00fcten und der Magnolien-und Apfelbl\u00fcten. 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