{"id":13127,"date":"2021-05-08T09:16:26","date_gmt":"2021-05-08T09:16:26","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13127"},"modified":"2021-05-08T09:16:26","modified_gmt":"2021-05-08T09:16:26","slug":"was-dann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13127","title":{"rendered":"Was dann?"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13128\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210508_101435-233x300.jpg\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210508_101435-233x300.jpg 233w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210508_101435-768x989.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210508_101435-796x1024.jpg 796w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210508_101435.jpg 1950w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13129\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210508_101548-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210508_101548-225x300.jpg 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20210508_101548-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><br \/>\nEin japanischer Maskentr\u00e4ger beobachtet fasziniert, wie Hannah Arendt<br \/>\nihre Zigarette in den kristallenen Aschenbecher dr\u00fcckt.<\/h6>\n<h5>Da, wo ich viele Jahre in Indien verbrachte, hatte der Samstag einen ganz bestimmten Ruf. Es war so, als d\u00fcrfte sich etwas vom Unheimlichen zeigen, das sonst verborgen liegt. Oder aber man hatte die tausendj\u00e4hrige, \u00fcber Erz\u00e4hlungen vermittelte Erfahrung gemacht, dass gerade an diesem Tag viele unheimlichen Dinge geschehen, die ansonsten gebannt schienen. Seltsame Priester wanderten umher mit einem gerahmten Bild von Shani, dem Gott der Samstage, und hielten es waagrecht zu einem hin, sodass man M\u00fcnzen darauf legen konnte. Es ist eine der vielen Methoden f\u00fcr Gl\u00e4ubige, sich durch Mini-Spenden ein gutes Gewissen zu verschaffen. In den H\u00e4usern soll es oft gebrodelt, oder man benutzt den Samstag einfach zum Brodeln, weil man dann die Verantwortung auf Shani schieben kann, der von seiner Existenz und ihrer Wirkung gar nichts wei\u00df. Aber nat\u00fcrlich gibt es auch die M\u00f6glichkeit, wenn man etwas ganz lange und unbedingt auf eine bestimmte Weise sehen will, obwohl es keinerlei Beweis f\u00fcr diese Fassung gibt, dann kann es schon vorkommen, dass der Gl\u00e4ubige beginnt, einen gro\u00dfen, schwarzen Vogel durch die D\u00e4mmerung fliegen zu sehen, auf dem Shani seine Nachtrunden dreht, vor denen man sich f\u00fcrchten darf, denn daf\u00fcr hat man ihn ja erschaffen. Und so ist man inmitten der Pandemie mit der tiefsten Sorte der Weltproblematik auf einmal ganz allein, obwohl es endlich mal zur Sache geht, und was ist sachlicher und interessanter gleichzeitig, als zu wissen, wie ich es selbst handhabe, und dann mit den Anderen. Je mehr ich wei\u00df, wie ich selbst es sehe, desto unbelasteter kann ich mich letztendlich f\u00fchlen im Sinne, dass ich mehr Raum habe f\u00fcr mich und die Anderen. Gef\u00e4hrlich finde ich es auch zu bemerken, wenn mein Humor sich wieder einmal bedeckt h\u00e4lt, nicht, dass er verpflichtet ist, mich t\u00e4glich bei Laune zu halten. Die Verzweiflung an der menschlichen Darstellung, die einen ergreifen kann, muss ja stets aufs Neue balanciert werden mit gewissen anderen Erkenntnissen, die der Unterschiedlichkeit der Darstellungen gerecht werden. Niemandem ist entgangen, dass die Erde ein knallharter Ort sein kann, und es h\u00f6rt ja nicht auf, dass man mit Varianten und Mutanten besch\u00e4ftigt ist, und der Weg tats\u00e4chlich das Ziel ist und eben keine gro\u00dfe Karotte vor einem Eselswagen. Auch Religionen k\u00f6nnen beides sein, einmal die praktische Stufe, um in die Vertikale zu dehnen, ein andermal eben ein verdammt z\u00e4hes Meinungsgewirr, wo es in endlosen Teufelskreisen um alles geht au\u00dfer der Kernaussage, die meistens ein einziger Mensch erlebt hat, woran man die Seltenheit des wahrhaft Authentischen sieht. Nun warten zwar ganz viele auf einen Erl\u00f6ser, aber selbst wenn er kommen k\u00f6nnen w\u00fcrde, w\u00fcrde er sehen, dass die St\u00fchle schon alle besetzt sind. Wir sehen einen potentiellen Erl\u00f6ser sich dem goldenen Stuhl von Narendra Modi n\u00e4hern. Modi: Wer ist das denn? Keiner wei\u00df es, und niemand will gesehen haben, wie er reinkam durch die dichten Reihen der Secret Service Garde. Man fragt den Erl\u00f6ser nach seinem Impfpass. Wussten sie&#8217;s doch, hat er eben nicht. Und so beginnt der Leidensweg, denn er kann niemanden \u00fcberzeugen oder erkl\u00e4ren, mit welchem Auftrag er gekommen ist. Er selbst ist nat\u00fcrlich nicht abh\u00e4ngig von den Impflingen, aber wenn er der einzig Ungeimpfte bleibt, was dann, ja, was dann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein japanischer Maskentr\u00e4ger beobachtet fasziniert, wie Hannah Arendt ihre Zigarette in den kristallenen Aschenbecher dr\u00fcckt. 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