{"id":13028,"date":"2021-04-26T08:31:59","date_gmt":"2021-04-26T08:31:59","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13028"},"modified":"2021-04-26T08:34:38","modified_gmt":"2021-04-26T08:34:38","slug":"geschehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13028","title":{"rendered":"geschehen"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13032\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210425_192311-300x293.jpg\" alt=\"\" width=\"367\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210425_192311-300x293.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210425_192311-768x749.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210425_192311-1024x999.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210425_192311.jpg 1731w\" sizes=\"auto, (max-width: 367px) 100vw, 367px\" \/><br \/>\nEntschwundenes Reisen<\/h6>\n<h5>Ich liebe den indischen Begriff &#8218;Maha Lila&#8216;, das &#8218;Gro\u00dfe Spiel&#8216;, der das ganze Weltenget\u00fcmmel auch als ein gigantisches Drama bezeichnet, und in einem indischen Zug kann man so gut wie mit jedem Reisenden dieses Verst\u00e4ndnis abnicken. Oder sollte ich &#8218;konnte man&#8216; sagen, da auch in den Z\u00fcgen nun eher die Besessenheit mit dem Smartphone vorherrscht als die Freude an gelingendem Gespr\u00e4ch. In Deutschland bin ich aber doch sehr vorsichtig geworden, dieses gl\u00fcckhafte Konzept z u sorglos zu erw\u00e4hnen, denn mit Recht wird eine reale Einsch\u00e4tzung des Leidens erwartet, die sich mit &#8218;Spiel&#8216; schlecht vertr\u00e4gt. Nat\u00fcrlich wird es dort gar nicht als oberfl\u00e4chliche Sichtweise betrachtet, sondern als kaum auslotbare Tiefe, wenn man in sich selbst zu dem Ort gelangt, wo man wahrnehmen kann,\u00a0 dass es durchaus um den eigenen Spielstand geht, also da, wo gar nicht mehr (viel) gezockt werden kann, sondern man gar keine Wahl hat, als den pers\u00f6nlichen Einsatz zu geben, ohne auf das Klimpern der M\u00fcnzen zu warten. Nein, einfach weil man ins Spiel gesetzt wurde und dann herausfinden muss oder kann, wie es geht. Mit &#8218;gro\u00df&#8216; ist in Indien nat\u00fcrlich die G\u00f6tterwelt gemeint, denn offensichtlich traut man den Menschen gar nicht zu, dass sie die Verantwortung f\u00fcr sich selbst \u00fcbernehmen k\u00f6nnen, wollen sie doch vorrangig von all den Anderen, die im pers\u00f6nlichen Umfeld auftauchen, bestimmt werden. In der Covid-Krise kann man sehr gut beobachten, wie selbstverst\u00e4ndlcih es ist f\u00fcr die meisten Menschen, sich von einem Oben bestimmen zu lassen. Dann ist mein Spiel immer mit dieser Au\u00dfenbestimmung verhaftet, und die automatisch in Bewegung kommende, ung\u00fcnstige Form der Abh\u00e4ngigkeit kommt ins Rollen. Gibt es eine g\u00fcnstige?\u00a0 Und so schaue ich zur Zeit mit trauerbeladenem Blick auf mein Indien, so herzensnah in der eigenen Spielweise, so lange verst\u00e4ndlich im Ungreifbaren, so mitrei\u00dfend wirklich und ausgeliefert im direkten Kontakt, im lebendigen Nu, oft kostbar durch seinen noch sp\u00fcrbaren Ernst des Hineingeworfenen mit all seinen dramatischen Auswirkungen des Schicksals, ja, klar, selbst erzeugt durch viele Leben hindurch (nicht (mehr) meine Auffassung) und dadurch am Anfang und am Ende des Tunnels ein Lichtblick, eine weitere Chance f\u00fcr Vermasseltes. Und \u00fcberhaupt wei\u00df man es ja selbst gar nicht besser, und so schliddert der Hindu zum Guru hin, wie so viele Foreigners auch zu dem sogenannten Wissen hingeschliddert sind, und manche sind davon ein St\u00fcck mehr erwacht, und manche ein St\u00fcck mehr eingeschlafen. Viel ging es darum, wie man den Turbulenzen des Spiels gewachsen sein kann, wie das Unvermeidliche handhaben, wie die nat\u00fcrliche Souver\u00e4nit\u00e4t des Selbstseins erringen, da niemand sie anbietet und man damit ziemlich allein ist. Wenn ich also heute das indische Verst\u00e4ndnis des Spiels bedenke, so kommt es trotz der erschreckenden Lage des neuen indischen Virus-Tsunamis in mir zu einem L\u00e4cheln. Denn auf der indo-germanischen Stra\u00dfe ist wieder ein Austausch geschehen. Indien, das Land, wo viele von uns das Atmen gelernt haben, bittet Deutschland um Sauerstoff, weil die Regierung verpasst hat, sich um das eigenen Volk rechtzeitig zu k\u00fcmmern. Die H\u00f6he des kollektiv verbreiteten Wissens, also bis zum kleinen Teashop hin, hat auf einmal die gro\u00dfe Grenze des Spiels erreicht (wenn es denn eine gibt). Die Unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit zwischen Unmenschlichkeit und Waffenkauf kann (zum Beispiel) durchaus in Frage gestellt werden und erfasst als bedrohlichen Schicksalsschatten. Was ist geschehen?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entschwundenes Reisen Ich liebe den indischen Begriff &#8218;Maha Lila&#8216;, das &#8218;Gro\u00dfe Spiel&#8216;, der das ganze Weltenget\u00fcmmel auch als ein gigantisches Drama bezeichnet, und in einem indischen Zug kann man so gut wie mit jedem Reisenden dieses Verst\u00e4ndnis abnicken. 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