{"id":13018,"date":"2021-04-24T08:41:16","date_gmt":"2021-04-24T08:41:16","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13018"},"modified":"2021-04-24T08:41:16","modified_gmt":"2021-04-24T08:41:16","slug":"befindlich-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=13018","title":{"rendered":"befindlich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13019\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210421_182858-289x300.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210421_182858-289x300.jpg 289w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210421_182858-768x798.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210421_182858-986x1024.jpg 986w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><\/p>\n<h5>Irgendwann habe ich es mir abgew\u00f6hnt, auf die Frage, wie es mir geht, entweder mit der generell angewandten Methode der\u00a0 Oberfl\u00e4chlichkeit zu antworten oder mit der Gegenfrage, was denn damit gemeint sei. Alle Worte k\u00f6nnen als etwas Voranschiebendes dienen, einen Zugang darstellen zum Irgendwas oder Irgendwem, oder ganz bewusst eingesetzt werden als Hauptinstrumentarium der Verst\u00e4ndigung unter menschlichen Wesen. Sich selbst zu fragen, wie es einem geht, klingt erst einmal genauso einfach, bringt aber schnell in die staunenswerte Wahrnehmung, dass man oft gar nicht bewusst wei\u00df, wie es einem geht. Das hat seine Logik, da man sich ja nicht st\u00e4ndig in diesem Dialog mit sich selbst befindet. Um eine ernst gemeinte Antwort erhalten zu wollen auf diese Frage nach der eigenen momentanen Befindlichkeit, muss ich innehalten und hineinschauen, was da so alles gerade vorhanden ist. Oft werden wir nur durch den Austausch mit Anderen dar\u00fcber bewusst \u00fcber unseren Befindlichkeit, und oft genug heften wir sie auch an den Augenblick, sodass er davon get\u00fcncht wird. Wie geht es mir?, ist eine schwer zu beantwortende Frage, au\u00dfer vielleicht in den raren Momenten, in dem eine Form der reinen Freude sich Bahn bricht, denn das ist einfacher zu beantworten als z.B. &#8218;mir geht&#8217;s gerade gar nicht so gut&#8216;, denn da h\u00f6rt die Antwort nicht auf, weil sich im Schatten des Unwohlseins etwas verbirgt, was zu enth\u00fcllen w\u00e4re. Und, habe ich mich gefragt, kann ich wirklich w\u00e4hlen zwischen zwei vollkommen unterschiedlichen Befindlichkeiten wie zum Beispiel die tief in mein Inneres sinkende Traurigkeit \u00fcber das Indien, das ich gerade verliere, weil da (endlich) die unheimliche Mystik des kollektiven Bewusstseins, das von einem G\u00f6tterolymp aus regiert wurde, zusammenbricht unter der Last einer nicht mehr zu verbergenden Realit\u00e4t, und auf der anderen Seite mein eigenes, ganz pers\u00f6nliches Sein, das stattfindet unter einem guten Stern, der Teil einer nat\u00fcrlichen Konstellation ist. Also Raum muss sein f\u00fcr den Schatten, denn die Finsternis ist immer da, und ja, ist die Quelle des Lichtes, denn sonst k\u00f6nnte man es gar nicht sehen, das Belichtete, das Wertgesch\u00e4tzte, das Gelungene. Und so kann man vielem ausweichen, aber nicht der Frage, wie es einem eigentlich geht, und schon sieht man vor dem Auge die S\u00e4ulen von Delphi mit der zeitlosen Frage ins Nichts gemei\u00dfelt, denn wie kann ich wissen, wie es mir geht, wenn ich nicht wei\u00df, wer ich bin. Bin ich aber bei mir angekommen, durch welchen Vorgang auch immer, ist die Wahrnehmung meiner Befindlichkeit gew\u00e4hrleistet und tritt von selbst aus der Reihe vorrangiger Themen. An diesem Punkt schaltet sich wie automatisch die Selbstkorrektur ein, das Polieren, das Entstauben, das Lassen undsoweiter. Das Denken, irgend jemand au\u00dfer mir selbst sei verantwortlich f\u00fcr meine Existenz, als k\u00f6nnte das sein. Hier wird auch das Spiel und seine angelegten Ordnungen\u00a0 erst verstanden, denn f\u00fcgen muss sich der nach vollkommener Freiheit lechzende Geist einer noch gr\u00f6\u00dferen Freiheit, vergleichbar den Galaxien, die nicht nur kein menschliches Auge je gesehen hat, sondern sie sind schlicht und einfach das f\u00fcr den Menschen Unerreichbare. Doch haben wir das Gl\u00fcck, uns selbst erreichen zu k\u00f6nnen, und von da sieht das Ganze schon anders aus. Wenn die Begrenzung akzeptiert wird, \u00f6ffnet sich genau das Wesen des Ungewissen, und auf geht&#8217;s ins lebendige Abenteuer, Lockdown or not Lockdown.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwann habe ich es mir abgew\u00f6hnt, auf die Frage, wie es mir geht, entweder mit der generell angewandten Methode der\u00a0 Oberfl\u00e4chlichkeit zu antworten oder mit der Gegenfrage, was denn damit gemeint sei. 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