{"id":12962,"date":"2021-04-19T08:35:04","date_gmt":"2021-04-19T08:35:04","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=12962"},"modified":"2021-04-19T14:55:22","modified_gmt":"2021-04-19T14:55:22","slug":"fenster-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=12962","title":{"rendered":"Fenster"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-12964\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210416_173207-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210416_173207-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210416_173207-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210416_173207-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210416_173207-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210416_173207-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210416_173207-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><br \/>\nDer Druck der unerbittlichen Weite<\/h6>\n<h5>Irgendwann einmal hatte ich entschieden, die Kommentare zu meinen Blogbeitr\u00e4gen nicht mehr zu ver\u00f6ffentlichen und nicht, weil etwas zu f\u00fcrchten war, so, wie manche in der \u00d6ffentlichkeit agierenden Menschen einen Shitstorm f\u00fcrchten k\u00f6nnen m\u00fcssen, sondern weil ich meine Auffassung von Kommentar bedenken oder justieren wollte, und Gespr\u00e4che sind ja nicht immer m\u00f6glich und brauchen f\u00fcr ihr Gelingen g\u00fcnstige Bedingungen. So kann ein begeistertes Yeah! genauso schwer zu verstehen sein wie die eher interessante Variante, die, in reflektierten Worten ausgedr\u00fcckt, einen als Beitrag erstaunen kann, wenn sie so ganz anders ist\u00a0 als der eigene Blick. Dann hat vor einer Weile ein junger Mensch, von dessen Kommentar ich ausging, dass es ein junger Mann war, wei\u00df es aber nicht, sondern ich wei\u00df eher, dass er auf Klicks f\u00fcr seine oder ihre Seite aus war, und dieser Mensch meinte also, meine Pinseleien, wie ich sie nenne, w\u00fcrden ihm sehr gut gefallen, allerdings f\u00e4nde er sie etwas depressiv. Interessant, dachte ich tats\u00e4chlich erstaunt, darauf w\u00e4re ich nie gekommen, aber nat\u00fcrlich kann ich mir das schon vorstellen, vor allem, wenn man mit dem eigenen Auge und einem Vergr\u00f6\u00dferungsglas darauf schaut und etwas nutzt als Spiegel, also Reflektion f\u00fcr die eigene Befindlichkeit. Ich habe also dar\u00fcber nachgedacht, und nicht zum ersten Mal, wie ich selbst die Gestalten und Gestaltungen meiner Psyche betrachte. Es gibt zum Beispiel Momente, wo mich eine tiefe Z\u00e4rtlichkeit ergreift f\u00fcr ihre Anwesenheit, ihre angenehme Fremdheit, ihr seltsames Eigenleben. Dasselbe gilt f\u00fcr die Wunden, denn auch Wunden k\u00f6nnen in einem eine W\u00e4rme hervorbringen, \u00e4hnlich einem schutzlosen Tier, und wo die Wahl der Handlung entf\u00e4llt und man das Wesen aufnimmt vom Boden und an die Brust dr\u00fcckt und die Liebe zul\u00e4sst, die aus ihr hervorquillt und \u00fcber sich selbst hinausstrebt. Oder es ist mir wichtig, dass Fenster da sind. In fast allen meinen Bildern sind Fenster, die eine potentielle Weite andeuten, eine M\u00f6glichkeit der Sicht, eine neue und noch unerforschte Dimension, die ihre eigenen Gesetze hat. Aber nat\u00fcrlich ist auch jedes erscheinende Wesen auf einem Bild gefangen im Eingefrorenen, und zwar genau in d e m Moment, in dem der oder die Bildgestalterin sich l\u00f6sen kann von der Sch\u00f6pfung, der letzte Strich ist getan, alles Weitere w\u00fcrde wieder zerst\u00f6ren, Schluss aus, nichts geht mehr. Und da sind sie und bleiben, die Gefangenen dieses Nus, seit (und wenn) man sie entlassen hat aus dem geistigen Vorgang, aus dem Labyrinth, aus der Finsternis, aus dem Licht. Jetzt sind sie allein, haben zwar auch eine bestimmte Lebenszeit, aber die kann unter Umst\u00e4nden sehr viel l\u00e4nger sein als ein Menschenleben. Die ber\u00fchmten Einzelg\u00e4nger werden dann auch noch restauriert, denn da steckt viel Geld drin in dem Gesch\u00e4ft, das damit gemacht werden kann. Doch wer auch immer sein oder ihr eigenes Wesen durch die pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten, die man mitgebracht\u00a0 und dann entfaltet hat, erkennen will oder kann, ist ja auch meist zufrieden, denn alles, was aus einem selbst entsteht, ist sp\u00fcrbar. Das macht es lebendig, beziehungsweise muss hier das Es zum Ich werden, denn es macht m i c h\u00a0 lebendig. Wer sollte sonst daf\u00fcr verantwortlich sein?\u00a0 Manchmal, wie heute, gebe ich einem Bild nachtr\u00e4glich noch einen Titel, das ist dann noch einmal ein ganz eigener Sch\u00f6pfungsakt.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Druck der unerbittlichen Weite Irgendwann einmal hatte ich entschieden, die Kommentare zu meinen Blogbeitr\u00e4gen nicht mehr zu ver\u00f6ffentlichen und nicht, weil etwas zu f\u00fcrchten war, so, wie manche in der \u00d6ffentlichkeit agierenden Menschen einen Shitstorm f\u00fcrchten k\u00f6nnen m\u00fcssen, sondern weil ich meine Auffassung von Kommentar bedenken oder justieren wollte, und Gespr\u00e4che sind ja nicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-12962","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12962","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12962"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12962\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12970,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12962\/revisions\/12970"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12962"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12962"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12962"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}