{"id":12911,"date":"2021-04-16T08:47:52","date_gmt":"2021-04-16T08:47:52","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=12911"},"modified":"2021-04-16T08:47:52","modified_gmt":"2021-04-16T08:47:52","slug":"ankommen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=12911","title":{"rendered":"ankommen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-12945\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210414_114524-285x300.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210414_114524-285x300.jpg 285w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210414_114524-768x808.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210414_114524-974x1024.jpg 974w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/p>\n<h5>Der Titel eines Buches von Carolin Emcke lautet &#8218;Weil es sagbar ist&#8216;. Es ist lesenswert und handelt von den schrecklichen Dingen, bei deren Erfahrung es Menschen erst einmal die Sprache verschl\u00e4gt, es manchmal aber doch m\u00f6glich wird, Aussage dar\u00fcber zu machen (z.B. \u00fcber Folter und Vergewaltigung). Mich hat das Wort &#8217;sagbar&#8216; ber\u00fchrt und habe bedauert, dass es mir nicht selbst eingefallen ist, denn es bedeutet, dass es m\u00f6glich ist, Worte zu finden f\u00fcr das, was uns uns\u00e4glich erscheint, und dass das Ungesagte uns in den eigenen Abgr\u00fcnden gefangen halten kann. Manchmal vergesse ich, dass ich auch einmal als extrem verschwiegen galt und erst in der Zeit in Indien, wo es kaum auffiel oder eher positiv, \u00fcber die fremde Sprache (Hindi) in das gesprochene Reich der Worte zur\u00fcckfand. Und obwohl ich in diesen Jahren im Orient so ziemlich jeden Tag (deutsch) geschrieben hatte, also gedacht und reflektiert, konnte ich mich bei meiner R\u00fcckkehr in Deutschland l\u00e4ngere Zeit nicht verst\u00e4ndlich machen. Vermutlich brauchte ich diese andere Kultur, um in ihrer gesprochenen Sprache heimisch zu werden, wo es dann, nach langj\u00e4hriger Meditationspraxis, viel darum ging, wer wann und wie und warum in den Katastrophen der Kindheit s o\u00a0 zur\u00fcckgehalten wurde vom Schrecken, der sich verkrochen hatte und schwer aufzufinden war, war man doch schon das befl\u00fcgelte Surfen im \u00c4ther gewohnt. Gut, also her mit der Eremitinnenlampe und durchs Ger\u00f6ll in die Tiefe vorgedrungen, wo die T\u00fcren der Kammern ohne Bereitschaft dastehen, sich von selbst zu \u00f6ffnen, nein, sondern ich muss, auch wenn ich den Weg hunderte Male von Anderen beschrieben gelesen habe, dann doch alleine dort mich zurechtfinden mit dem, was ich zur Verf\u00fcgung habe. Auch wie ich es sehe, kommt ganz und gar auf mein Schicksal an und wie ich es handhabe. Ich habe allerh\u00f6chste Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr Orte, wo geschulte ExpertInnen die Kunst der Schicksalsbegleitung einsetzen und das Sagbare unterst\u00fctzen und dass auf diesem Wege Heilung des Schreckens immerhin m\u00f6glich ist, oder zumindest ein Umgang damit. So kann die HeldInnenreise sich zumindest weiterbewegen. Mit HeldIn ist hier gemeint, wer sich selbst und den Anderen keinen Schaden mehr zuf\u00fcgt oder wenigstens noch erschrickt, wenn es doch vorkommt. Hei\u00dft es nicht: &#8218;Auge sei wachsam&#8216;, und d a s auch noch ohne Ferien oder Pause, denn auch nachts wandert das Auge auf dem Weg, den Freud den K\u00f6nigsweg genannt hat, weil die bewusste Kontrolle im Traum nicht anwendbar ist. Aber nicht umsonst dr\u00e4ngt eine tiefe Kraft manchmal den Traveller, mit der Story auch mal zum Punkt zu kommen, denn es geht ja weiter. Wie es weitergeht? Nun ja, keine\/r wei\u00df es so genau, denn dann hat man zwar immerhin sein Ich vor Augen, steht aber genau damit sich selbst im Weg. Daher ist die Frage hier offen, was dann mit dem Ich geschieht, denn hier leuchtet schon das Ungewisse in seiner vollkommenen Unsagbarkeit. Und da es von dort an keinen Weg mehr zur\u00fcck gibt in die Verstummung, passiert da noch was g\u00e4nzlich Unerwartetes, was man erleben kann. Vielleicht h\u00f6rt man der M\u00fcnze zu, wie sie im eigenen Automaten herunterpurzelt., also am vorgesehenen Ort ankommt.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Titel eines Buches von Carolin Emcke lautet &#8218;Weil es sagbar ist&#8216;. Es ist lesenswert und handelt von den schrecklichen Dingen, bei deren Erfahrung es Menschen erst einmal die Sprache verschl\u00e4gt, es manchmal aber doch m\u00f6glich wird, Aussage dar\u00fcber zu machen (z.B. \u00fcber Folter und Vergewaltigung). 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