{"id":12852,"date":"2021-04-03T08:34:33","date_gmt":"2021-04-03T08:34:33","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=12852"},"modified":"2021-04-03T08:37:57","modified_gmt":"2021-04-03T08:37:57","slug":"urspruenglich-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=12852","title":{"rendered":"urspr\u00fcnglich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12853\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210403_074628-e1617435602388-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210403_074628-e1617435602388-225x300.jpg 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210403_074628-e1617435602388-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-12854\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210403_074711-277x300.jpg\" alt=\"\" width=\"129\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210403_074711-277x300.jpg 277w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210403_074711-768x833.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210403_074711-944x1024.jpg 944w\" sizes=\"auto, (max-width: 129px) 100vw, 129px\" \/><\/p>\n<h5>Der Film von Beuys tauchte wieder auf, diesmal im Haus, und klar m\u00f6chte man ihn noch einmal sehen, denn es sind schon (wieder) ein paar Jahre her, dass wir ihn gesehen haben in einer Zeit, als die Filmtheater noch ge\u00f6ffnet hatten.F\u00fcr mich war er auch ohne Lockdown nur der e i n e Film des Jahres, auf den man sich von vorneherein gerne einl\u00e4sst. Bei den Aktionen von Beuys kann man sich\u00a0 gnadenlos einlassen, denn regt sich bei seinen Performances\u00a0 noch der Wunsch, etwas zu verstehen, l\u00e4sst man es bald sein und ist erstaunt, dass man trotzdem etwas versteht, oder vielleicht gerade deshalb. Man versteht Beuys, und was man nicht von ihm versteht, das erkl\u00e4rt er, stets in konsequenter Eigenwilligkeit, dann aber doch sehr pr\u00e4zise. Ach ja, jetzt mache ich genau dasselbe, was ich eigentlich vermeiden wollte, n\u00e4mlich zu dem, was man meint, Beuys gewesen sein soll oder war oder aber vielleicht gar nicht oder noch nicht oder \u00fcberhaupt nicht, da noch etwas hinzuzuf\u00fcgen, kommt einem oder kann einem vor allem im Beuys Jahr ziemlich \u00fcberfl\u00fcssig vorkommen. Spricht man jedoch \u00fcber Beuys mit Anderen, als in diesem Fall \u00fcber den Film, dann merkt man schnell, dass es sich doch lohnt, denn man ist, ob man will oder nicht, mit dem g\u00e4nzlich Undeutbaren konfrontiert. Durch seinen Flugzeugabsturz, meinte er, h\u00e4tte sein &#8218;Dachschaden&#8216; ihn zurechtgeschossen. Und in der Tat wirkt er auf vorherigen Photos wie ein braver, h\u00fcbscher Soldat, der dann den stark ver\u00e4nderten Rest seines Erdendaseins damit verbrachte, seine Wunde zu zeigen. &#8218;Zeig mir deine Wunde&#8216; &#8211; ein wunderbarer Satz. Mit dem Zurechtgeschossensein meinte er vielleicht einen bis dato ungesehenen kleinen braunen (Nazi)Fleck, der sich in seiner Psyche h\u00e4tte ausbreiten k\u00f6nnen und nun durch den Sturz einfach abfiel von ihm wie ein f\u00e4lschlich getragenes Wahrzeichen. Auf jeden Fall scheint er (der Sturz) die Wirkung gehabt zu haben, die ihm, Beuys, keine andere Wahl mehr lie\u00df als sich selbst zu manifestieren, was ihm zweifelsfrei gut gelang. Man sagt, er habe den Kunstbegriff erweitert, aber vielleicht ging es mehr um die Erweiterung, die in Beuys stattgefunden hatte, sodass vor allem auffiel, dass bei aller Intelligenz seines Auftretens die Hemmschwelle zwischen ihm und den Menschen kaum existierte. Oder aber in solchem Ausma\u00df existierte, dass es ihm gelang, bis dato in der Kunstwelt unbekannte Provokationen auszuleben und sich an ihrer Wirkung zu erfreuen, denn Provokation ist ganz eindeutig ein aufw\u00fchlerisches Element, das man in bestimmten Zeiten und Umst\u00e4nden einsetzen kann, wenn man daf\u00fcr geeignet ist. Was er in meinem Samstagsbeitragsfreiraum zu suchen hat, oder was ich durch ihn durch den Spalt hereingeholt habe, ist der Kontext zu den Gr\u00fcndonnerstags-und Karfreitags-Tagen, wo Einer, den man auch gerne den Heiland nennt, von der oberen und der unteren Schicht der\u00a0 Gesellschaft vernichtet wurde, da deutet man ja auch bis heute so vieles hinein. Das &#8218;auch&#8216; gilt dem Titel &#8218;Heiland&#8216;, den die &#8218;Zeit&#8216; in einer der letzten Ausgaben mit Beuys verbunden hat, vermutlich mit Ironie. Aber dass der Begriff \u00fcberhaupt auftauchte, l\u00e4sst einen doch nachdenklich werden. Ein Heiland, der nur K\u00fcnstler sein wollte, wenn alle K\u00fcnstler sein durften, sonst gar nicht. Unleugbar ist es aufschlussreich, \u00fcber ihn nachzudenken, und vielleicht gerade d a n n, wenn man am liebsten damit aufh\u00f6ren w\u00fcrde. Man steht dem Ungewissen frontal gegen\u00fcber, denn um es zu erfassen, kann es auf Reflektion und Form nicht verzichten!\u00a0 Daher die anregende Unruhe undsoweiter.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Film von Beuys tauchte wieder auf, diesmal im Haus, und klar m\u00f6chte man ihn noch einmal sehen, denn es sind schon (wieder) ein paar Jahre her, dass wir ihn gesehen haben in einer Zeit, als die Filmtheater noch ge\u00f6ffnet hatten.F\u00fcr mich war er auch ohne Lockdown nur der e i n e Film des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-12852","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12852","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12852"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12852\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12859,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12852\/revisions\/12859"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12852"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12852"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12852"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}