{"id":12845,"date":"2021-04-02T08:36:21","date_gmt":"2021-04-02T08:36:21","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=12845"},"modified":"2021-04-02T08:36:21","modified_gmt":"2021-04-02T08:36:21","slug":"glauben-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=12845","title":{"rendered":"glauben"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-12846\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210401_100858-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"363\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210401_100858-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210401_100858-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210401_100858-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210401_100858-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210401_100858-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210401_100858-500x500.jpg 500w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210401_100858.jpg 1918w\" sizes=\"auto, (max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/><\/p>\n<h5>In meinem Freundeskreis wurde ich scherzhaft darum gebeten, ich m\u00f6ge dieses Jahr bitte nicht weiterhin irgend etwas \u00fcber Jesus ergr\u00fcnden wollen, was eh unergr\u00fcndbar bleibt in letzter Konsequenz (doch was hei\u00dft das?). Und nat\u00fcrlich kann ich das nicht versprechen oder gar beeinflussen, denn auch wenn ich den Geschichten des ber\u00fchmten\u00a0 Schicksalswanderers entfliehen wollte, w\u00e4re es nicht m\u00f6glich, weil es ganz offensichtlich in der Gemeinde der christlich Gl\u00e4ubigen un\u00fcberspringbar ist. Auch von Indien kenne ich die Selbstverst\u00e4ndlichkeit, mit der das Geglaubte immer wieder neu durchexerziert wird, und dass es ein unausgesprochenes Tabu gibt \u00fcber die Fragen, die zu stellen erlaubt sind. So, als m\u00fcsste man es nur auf eine bestimmte, vorgeschriebene Weise verstehen und es darf daran nicht ger\u00fcttelt werden. Und so werden die historischen Projektionen auf den Leidensmann immer wieder neu eingestampft in die allerdings stark erm\u00fcdete Bereitwilligkeit der Gemeinde, die, durch heftige Schockwellen getragen, sich (auch wieder mal) an den aktuellen Geschehnissen der Geschichtsverwalter (Priester) abarbeiten. F\u00fcrwahr, da ist weder Leitstern noch Licht zu sehen, sondern beklemmende Finsternis, die \u00fcber den Wiederholungen flimmert wie ein Tanz der Gespenster. Auch die Zeitungen f\u00fchlen sich ja verpflichtet, den unsterblichen Anekdoten Rechnung zu tragen, und so wird auf dem Titel der neuen &#8218;Zeit die Glaubensfrage angesprochen und ob das geht, ein Leben ohne Glauben, Fragezeichen. Nicht, dass etwa meine n\u00fcchterne Antwort &#8217;na klar geht das, warum sollte denn das nicht m\u00f6glich sein&#8216;, hier im Vordergrund stehen soll. Andrerseits, warum nicht. Als zum ersten Male der Satz &#8218;ich glaube an gar nichts&#8216; sich aus meinem Mund l\u00f6ste, war ich selbst wie erschrocken \u00fcber die radikal erscheinende Wucht des Satzes. Und nat\u00fcrlich f\u00e4llt mir auch auf, wie oft (noch) ein Satz mit &#8218;ich glaube&#8216; sich formuliert, und nat\u00fcrlich geht es auch hier um das akzeptiert Ungewisse, denn auch wenn ich glaube, dass es morgen regnet, ist auch der Wetterdienst nicht die letzte Garantie oder Autorit\u00e4t, denn wie h\u00e4ufig irren sie sich in der Prophezeiung. Als die Gedanken dann heute doch wieder um die gr\u00e4\u00dfliche Geschichte kreisten, h\u00f6rte ich auch zum ersten Mal davon, dass es sieben vermerkte und in die Ewigkeit verbannte S\u00e4tze gibt, die er, eben Jesus, am Kreuz noch von sich gegeben haben soll, das weckt wieder mein Interesse.\u00a0 Wir kennen ja alle die Flaschenpost, die haupts\u00e4chlich dadurch lustig wird, dass man sich darauf verlassen kann, dass ein gefl\u00fcsterter Satz, immer wieder weitergegeben in das n\u00e4chste Ohr, keine Chance hat, heil zum\/r Satzeingeber\/in zur\u00fcckzukehren, und herzliches Lachen folgt auf die verr\u00fccktesten Missverst\u00e4ndnisse. Aber hier: sieben S\u00e4tze, die makellos und unanfechtbar direkt vom Kreuz herunter zu uns gekommen sind und immer noch kommen, damit wir wissen, dass (auch) er verlassen wurde vom Vater, wo er ihn am meisten gebraucht h\u00e4tte. Aber nix!, kein Wunder, kein Robin Hood, der (oder eine Amazonenhorde, die zuf\u00e4llig vorbeireitet und dem schrecklichen Tun Einhalt gebietet) der also mit seinen Jungs dort auftritt und Klartext spricht. Aber welchen Klartext. F\u00fcr die gaffbereite Menge ist jeder beliebige Leidtragende oder Schicksalsbetroffene nur ein weiterer Beweis, dass es ihm selbst nicht passieren kann oder w\u00fcrde. Da wird halt der Andere, vermutlich rechtm\u00e4\u00dfig, in die Kniee gezwungen, bis er halt nicht mehr atmen kann. Und wieder ist einer an der grenzenlosen Dummheit und an dem, was da zur Zeit geglaubt wird, zugrunde gegangen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinem Freundeskreis wurde ich scherzhaft darum gebeten, ich m\u00f6ge dieses Jahr bitte nicht weiterhin irgend etwas \u00fcber Jesus ergr\u00fcnden wollen, was eh unergr\u00fcndbar bleibt in letzter Konsequenz (doch was hei\u00dft das?). 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