{"id":12727,"date":"2021-03-19T09:00:36","date_gmt":"2021-03-19T09:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=12727"},"modified":"2021-03-19T10:00:47","modified_gmt":"2021-03-19T10:00:47","slug":"verblenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=12727","title":{"rendered":"verblenden"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-12733\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210319_104523-300x297.jpg\" alt=\"\" width=\"366\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210319_104523-300x297.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210319_104523-768x759.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210319_104523.jpg 865w\" sizes=\"auto, (max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><\/p>\n<h5>Irgendwann einmal waren wir zu zweit unterwegs und landeten, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, vor dem K\u00f6lner Dom. Irgendwas wichtiges Kirchliches war da im Gange, und eine gro\u00dfe Menge der Gl\u00e4ubigen, wie man sie halt gerne (genderfrei) nennt, str\u00f6mte vom Inneren der Kirche hinaus auf den Vorplatz. &#8218;Dort&#8216;, wurde mir noch rechtzeitig vermittelt, denn auch wir hielten inne und schauten, &#8218;das ist Kardinal W\u00f6lki&#8216;. In dem Wunsch, etwas aufzunehmen, was mir bis dato unbekannt war, streifte mein Blick \u00fcber die aufwendigen Gew\u00e4nder, W\u00f6lki in so einem Dress mit sch\u00f6ner Spitzenarbeit, neben ihm noch ein Kardinal in schwarzer Kluft, beide mit Kardinalsh\u00fcten auf und\u00a0 ganz offensichtlich eingestimmt, den ausharrenden\u00a0 Sch\u00e4fchen wohlwollend entgegen zu treten. Zu unserem Staunen n\u00e4herte sich uns Kardinal W\u00f6lki auch und sch\u00fcttelte freundlich nickend unsere H\u00e4nde, das muss vor Corona gewesen sein, alle trugen noch die ganz normale Maske des \u00fcblichen Spiels. Nat\u00fcrlich taucht dieses Anekd\u00f6tchen auf, weil Rainer Maria Woelki, dessen Namen ich gerade nach dem Nachschauen korrigieren muss, gerade durch ein ziemlich bew\u00f6lktes Schicksal wandert. In den Nachrichten meinte jemand in Bezug auf den sich h\u00e4ufenden Kirchenaustritt der Herde: ausgerechnet jetzt, wo doch die Menschen so viel Unterst\u00fctzung von seitens der kirchlichen Einrichtungen br\u00e4uchten.\u00a0 Ist das wirklich, was die Menschen br\u00e4uchten? Eine weitere, irrlichternde Quelle, Glauben genannt? Und wer kann ihn wirklich infrage stellen, den Glauben, und sicherlich war der Spruch aus dem Volksmund &#8218;wer&#8217;s glaubt, wird selig&#8216;\u00a0 mal ernst gemeint. Man h\u00e4lt sich f\u00fcr schlicht und tut nicht so, als w\u00fcsste man alles selber, sondern glaubt eben an all die M\u00e4chte, die irgendwo ein Anderer hat, der es besser wei\u00df oder zumindest besser wissen m\u00fcsste. Das hellh\u00f6rig nach oben Strebende hat durchaus eine gute Wirkung, es vergr\u00f6\u00dfert das Volumen der Beziehungsm\u00f6glichkeiten, kein Zweifel. In Indien brauchte man den Olymp gar nicht verlassen, denn die G\u00f6tter bewohnten schlicht und einfach alles von Himmeln und Tempeln bis hinunter zur Seife. Ziemlich jeder Missbrauch ist noch getr\u00e4nkt davon, geistig untermauert, grenzenlos offenbart. Der Glaube ist keine Tugend, er ist eine Heimsuchung. Und es kann sehr lange dauern, bis man von sich sagen kann, dass man aus dem Dunstkreis der Glaubenssph\u00e4re getreten ist. Immer wieder glaubt man, etwas gewusst zu haben, was man gar nicht wissen kann. Man kann ja nur wissen, was man und wie man es selbst erlebt, und da kann man dann frohgemut wissen wollen, denn wer soll sonst wissen wollen, wer man ist. Wissen wollen vielleicht schon, aber was sag ich dann, wenn mich jemand was fragt, was mich angeht? Klar, wenn ich ein gl\u00e4ubiger Mensch bin, vertrete ich meinen Glauben, das kann wahrscheinlich die drohende \u00dcberflutung etwas eind\u00e4mmen, kann mich auf andere Ebenen transportieren, wo so ziemlich alles Schillernde m\u00f6glich ist, was Menschen gerne beauftragen m\u00f6chten an h\u00f6here Wesen , damit sie selbst nicht durch dringen m\u00fcssen durch das Dickicht der Verblendung. Das ist doch Verblendung, dieser Kardinal mit seiner albernen Spitzenrobe.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwann einmal waren wir zu zweit unterwegs und landeten, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, vor dem K\u00f6lner Dom. 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