{"id":12662,"date":"2021-03-13T10:06:12","date_gmt":"2021-03-13T10:06:12","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=12662"},"modified":"2021-03-13T10:12:02","modified_gmt":"2021-03-13T10:12:02","slug":"verbinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=12662","title":{"rendered":"verbinden"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-12663\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210312_150659-300x298.jpg\" alt=\"\" width=\"403\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210312_150659-300x298.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210312_150659-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210312_150659-768x763.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210312_150659.jpg 871w\" sizes=\"auto, (max-width: 403px) 100vw, 403px\" \/><br \/>\nDie zeitlose Praxis des Erfassens schwindender Erinnerung<\/h6>\n<h5>Eine der vielen heiteren Erinnerungen an Indien ist, dass ich mit den dort verbrachten Jahren lernen konnte, wie sehr die Menschen durch Tradition, Gewohnheit, oder aber mit den klimatischen Verh\u00e4ltnissen\u00a0 (noch) verbunden waren. Man konnte zum Beispiel davon ausgehen, dass, schien einmal drei Tage hinter einander nicht die Sonne, alle zugekn\u00f6pft und grau drauf waren, und am besten, man ging wenig raus, bis es vorbei war. Der Monsoon war anders als nur niesliges Grau, er war aufregend und wild, und vor allem brachte er erw\u00fcnschtes Wasser. Ich sage er &#8218;brachte&#8216;, denn viele Jahre brachte er gar nichts mehr au\u00dfer Schrecken und Not, und vor allem Angst, der Wasserzufluss k\u00f6nnte ganz und gar aufh\u00f6ren. Das geschah dann auch. Und wenn ich&#8217;s recht bedenke, wussten wir alle da schon, dass eine andere Zeit angebrochen war. Das alte Gef\u00fcge hielt nicht mehr stand, \u00fcberall erschienen L\u00fccken im Gewebe des Seins. Es gab kaum mehr gemeinsames Gedankengut au\u00dfer durch die leerer werdenden Rituale, ja, die hielten noch lange und halten auch heute noch an. Dann die aus verschiedenen Gr\u00fcnden ber\u00fchmten Wissensbewahrer und auch einige Wissensbewahrerinnen waren dabei, kein Zweifel, die sich mehr und mehr auf die ausl\u00e4ndischen Lernbegierigen konzentrierten, das ver\u00e4nderte auch sehr viel im moralischen und ethischen Gewebe, kurz, die Zeichen waren so ziemlich \u00fcberall zu sehen, man musste sie nur als solche wahrnehmen. In Indien ist das nicht so schwer, denn was auch noch alle wissen ist, dass man diesen Zeitstreifen, durch den wir gerade segeln, das dunkle Zeitalter nennt, da passt so ziemlich alles rein, was einem so an Unbeschreibbarem auff\u00e4llt, weil es vorher noch nicht ans Licht des Tages gekommen war. Und oft wei\u00df man ja nicht, was in einem Vorher alles schon tief innen da war, was dann aus seiner Verbannung gelockt oder gelockert wird und sich Bahn bricht, weil dieser Moment auf eine\u00a0 M\u00f6glichkeit st\u00f6\u00dft, eine Entsprechung. Nun kann man vieles, was sich im Inneren der Menschheit abspielt, nur begrenzt auf irgendeinen Punkt bringen, denn in letzter Konsequenz ist jeder Punkt anders und die Menschheit unter anderem auch ein intergalaktisches Konstellationsprogramm, und jede\/r sendet auf seine oder ihre Weise. Nun hat der globale Lockdown uns auf denkw\u00fcrdigste Weise in eine Art einheitliche Sperrung gebracht, oder besser eine Sperrigkeit, eben die Downlockung einer besonderen Art, und man f\u00fchlt vielleicht zuweilen mehr (mit) als vorher, wie es vielen geht, weil es einem selbst auch so geht. Immer wieder wird das Entlassen von Wellen erhofft und erw\u00fcnscht, und nun kommen neue Gefahren hinzu, die auf einmal alle fast gleicherma\u00dfen betreffen. Wie, jetzt auch noch die Kinder und immer mehr Jugendliche krank, dann aber auch die gesunde Frage, wie verr\u00fcckt ich mich machen lassen muss und m\u00f6chte, also wie gestalte ich meine eigene, ganz pers\u00f6nliche Handhabung der Umst\u00e4nde, damit, und das in jeder Situation, erhalten bleibt, was ich f\u00fcr wesentlich empfinde. Daf\u00fcr gibt es ja zum Gl\u00fcck keine Normen, denn wer sollte mich hindern an der Erschlie\u00dfung meines eigenen Lockdowns?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zeitlose Praxis des Erfassens schwindender Erinnerung Eine der vielen heiteren Erinnerungen an Indien ist, dass ich mit den dort verbrachten Jahren lernen konnte, wie sehr die Menschen durch Tradition, Gewohnheit, oder aber mit den klimatischen Verh\u00e4ltnissen\u00a0 (noch) verbunden waren. 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