{"id":12544,"date":"2021-02-26T09:22:29","date_gmt":"2021-02-26T09:22:29","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=12544"},"modified":"2021-02-26T09:23:27","modified_gmt":"2021-02-26T09:23:27","slug":"alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=12544","title":{"rendered":"alle (?)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-12545\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/20210226_091337-300x300.png\" alt=\"\" width=\"369\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/20210226_091337-300x300.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/20210226_091337-150x150.png 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/20210226_091337-768x771.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/20210226_091337-365x365.png 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/20210226_091337-500x500.png 500w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/20210226_091337.png 828w\" sizes=\"auto, (max-width: 369px) 100vw, 369px\" \/><\/p>\n<h5>Lange bevor ich mich Joseph Beuys mit etwas tieferem Interesse zuwenden konnte, war mir sein ber\u00fchmter Satz dar\u00fcber, dass ein jeder ein K\u00fcnstler sei, bekannt, wei\u00df aber bis heute nicht, ob der zweite Satz, dass aber nicht alles Kunst sei, auch dazu geh\u00f6rt. Es stimmt ja, dass man Meister nahezu \u00fcberall finden kann, wo ein Mensch mit schaffensfreudiger Einstellung und einem Schuss Begabung in die Richtung seiner oder ihrer Neigungen steuert, dass dort dann eben bessere Br\u00f6tchen entstehen, bessere Qualit\u00e4t und menschenfreundliche Wirkung. Das kenne ich auch sehr gut von Indien, dass man hinter dem Holztisch eines kleinen Teeshops einen ernsthaften Menschen stehen sieht, der wei\u00df, dass er Gutes liefert. Das ist auch Kunst. \u00dcberhaupt bleibt es einem offen, das ganze Leben als ein Kunstwerk zu sehen, und es wurde ja auch ziemlich alles gemalt, von den G\u00f6ttern hinunter bis zu den Schlachtfeldern, wo der Mensch in seinen entmenschlichten Taten zu sehen ist, damit man wei\u00df, dass es auch dort schon da war. Die Kunst als eine Art Menschenarchiv in Bildform. Vor allem w\u00e4hrend des Lockdowns bin ich \u00f6fters mal an meinen B\u00fccherreihen entlanggegangen, was mir u.a. durchaus ein liebevolles L\u00e4cheln abringen kann \u00fcber diese exzellenten Begleiter und Begleiterinnen: wie h\u00e4tte ich \u00fcberleben k\u00f6nnen ohne sie. Und dann der Nu, wo mir klar wird, dass alle zwar auf individuellen Bahnen in ihrem Jetzt ankamen, aber mehr oder weniger um dieselben Themen kreisten, durch die auch der Teil des Geistes, der mich durchweht, gen\u00e4hrt wurde. Denn zum Gl\u00fcck gibt es Tatsachen, die nicht gekl\u00e4rt werden k\u00f6nnen, da unentwegt ein enormer sch\u00f6pferischer Prozess im Gange ist, der sich nur durch direkte Verbindung erleben l\u00e4sst. Durch das Eintauchen ins Ungewisse, was es nun mal ist, daran besteht doch kein Zweifel? Da wir in das Sch\u00f6pferische derart ungest\u00fcm hineingeworfen werden, kann man schon jedem Mann und jeder Frau, und (vor allem) auch den Kindern von Herzen zugestehen, dass sie wahre Lebenskunstwerke vollbringen, jeder Tag ein neuer Sch\u00f6pfungsakt, kaum kommt man zur Ruhe. Die, die wirklich zur Ruhe kommen wollten oder wollen, haben meist einen Weg gew\u00e4hlt, der ihren Bed\u00fcrfnissen entsprach, bewusst oder unbewusst. Als ich Beuys dann einmal intensiv zuh\u00f6rte, war ich erstaunt, wie sehr er selbst verk\u00f6rperte Kunst war. Man konnte sp\u00fcren, dass er keine Wahl hatte. Auf mich wirkte er gar auf eine bizarre Art und Weise erhellt, also angekommen im eigenen Innenraum. Er erz\u00e4hlte ja gern von einem Dachschaden, den er erlitten h\u00e4tte bei einem Absturz, schon m\u00f6glich. Kommt drauf an, wie man so etwas dann einordnet. In gewisser Weise kann selbst das K\u00fcnstliche eine Kunstform sein und ist es oft genug, und nat\u00fcrlich st\u00f6\u00dft man auf die unvermeidbare Frage, wie man Kunst definiert und ob man sie gemeinsam durch ihre festgelegten Kriterien deuten und verstehen kann, also als d a s, was sie ist, und\u00a0 d a s, was sie nicht ist. Und ob es sp\u00fcrbar und erkennbar ist. Es ist mir ein paar Mal passiert, dass sich meinem Blick etwas zeigte, was mich wacher werden lie\u00df (durch Francis Bacon z.B.), und zwar wacher, weil ein Bild mich in eine andere Wahrnehmung zwang als meine eigene Geschmacks -und Meinungsskala, und das kann nur Kunst. Nat\u00fcrlich ist sie auch, wenn man sie w\u00e4hlt als Weg, ein Pfad der Heilung. Man heilt sich, indem man sich entl\u00e4sst oder einl\u00e4sst auf eine Leinwand oder ein Papier oder einen Coyoten oder die ungewisse Existenz selbst. Und dadurch leert und lockert es sich innen. Dann noch t\u00e4glich das Notwendige durchackern, um die Samen der gew\u00fcnschten Fr\u00fcchte in die fruchtbare Erde zu senken. Kunst eben auf Biblisch.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lange bevor ich mich Joseph Beuys mit etwas tieferem Interesse zuwenden konnte, war mir sein ber\u00fchmter Satz dar\u00fcber, dass ein jeder ein K\u00fcnstler sei, bekannt, wei\u00df aber bis heute nicht, ob der zweite Satz, dass aber nicht alles Kunst sei, auch dazu geh\u00f6rt. 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