{"id":12374,"date":"2021-02-02T09:21:31","date_gmt":"2021-02-02T09:21:31","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=12374"},"modified":"2021-02-02T09:26:35","modified_gmt":"2021-02-02T09:26:35","slug":"klause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=12374","title":{"rendered":"Klause"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-12375\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/20210202_092408-292x300.jpg\" alt=\"\" width=\"361\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/20210202_092408-292x300.jpg 292w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/20210202_092408-768x788.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/20210202_092408.jpg 928w\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px\" \/><\/p>\n<h5>Da, wo nichts zu sehen ist, erschafft man gerne und schnell etwas, was man zu sehen glaubt. Auf dieser Ebene kann der Glaube genau so hartn\u00e4ckig sein wie der religi\u00f6se. \u00dcberhaupt ist es simpler, wenn man nicht alles genau wissen will, denn dadurch wird es komplex, und wenn die Komplexit\u00e4t der Wahrnehmungen nicht durchgearbeitet wird, gibt es Stau und geistige Verstopfung, vor allem, wenn man durch sich selbst wenig umsetzt von dem Hereingelssenen und Durchsortierten, sondern immer neue Ware zul\u00e4sst, bis man den \u00dcberblick verliert \u00fcber das Angesammelte und ein Druck entsteht mit einer Ahnung verbunden, dass man das alles nicht mehr bew\u00e4ltigen kann. Nicht umsonst, ja, gar nicht umsonst haben die Weisen der Erde darauf hingewiesen, dass weniger mehr sein kann. Nicht zuletzt, weil es dann einfacher wird, an den Staub heranzukommen, der sich gerne auf Geist und Materie legt. Von meinem eigenen Pandemie-Durchgang k\u00f6nnte ich (u.a.) sagen, dass ich den Gl\u00fcckskeks gegessen habe mit optimalen Bedingungen, die eine gewisse Gelassenheit erm\u00f6glichen, soweit der Zustand des Planeten das zul\u00e4sst. Denn auch wenn man die Eremit(en)innen-Klause zur Verf\u00fcgung hat, wei\u00df man doch tief im Inneren, dass es sie nicht mehr wirklich gibt, zumindest kann nur ein Teil in mir in dieser Richtung weiterleben. Ich bade auch nicht h\u00e4ufig in dem noch gr\u00f6\u00dferen Gl\u00fcck, lange genug in einer Welt, in diesem Fall der indischen, gelebt zu haben, als Indien noch glaubhaft vermitteln konnte, dass es das G\u00f6ttliche gibt. Dass hohe Ordnungen, die man wegen ihrer unerbittlichen Logik akzeptiert, einem wie eine liebende Mutter die Kraft schenken k\u00f6nnen, das Unertr\u00e4gliche tragen und das Unfassbare fassen zu k\u00f6nnen. Und daher wei\u00df ich, dass, hat man sich einmal wirklich eingelassen auf eine Erfahrung, zumindest soweit wie es einem m\u00f6glich war und ist, man einsteigt mit sich in die Dichte des R\u00e4tsels. Denn R\u00e4tsel wird es bei aller Belichtung wohl bleiben. Man darf ja nicht vergessen, dass st\u00e4ndig alle mitweben am Teppich, und selbst der kostbarste der Teppiche kann fadenscheinig werden und die Muster keine Erneuerung mehr kennen. Und dann gibt es nat\u00fcrlich schon so ziemlich alles, was man denken kann, und die Frage, ob \u00fcberhaupt unter Menschen etwas Neues geschehen kann, ist und bleibt eine gute und aktuelle Frage. Manche wollen die Reinheit Marias feiern, wie ich heute zuf\u00e4llig im letzten Satz des Priesters vor den Nachrichten h\u00f6rte, denn sie war wohl auch nach der Geburt des heiligen Kindes viele Tage unrein, bis sie dann wieder rein war und der Junge dem strengen Gott vorgef\u00fchrt werden konnte. Oder aber Joseph Beuys, der offensichtlich nicht anders konnte, als sich selbst ins Spiel bringen. Das war in seiner Seinskunst schon alles ziemlich frisch, nur kann es nat\u00fcrlich keiner nachmachen, weil niemand au\u00dfer Beuys Beuys ist, daran sieht man, wie selten das ist. Und vielleicht war es (nur) die Liebe, die in ihm steckte, eine starke Liebe, die sich dem Schein nicht beugte, sondern er hatte sich, \u00fcber welchen Weg auch immer, einen Raum erschaffen, wo er sich zeigen konnte und sein konnte, wer er war. Das wei\u00df nat\u00fcrlich nur der Mensch in seiner oder ihrer akzeptierten Einsamkeit, wer genau das nun\u00a0 ist hinter dem, was Andere f\u00fcr eine Maske wie ihre eigene halten, aber vielleicht wissen er oder sie es auch nicht.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da, wo nichts zu sehen ist, erschafft man gerne und schnell etwas, was man zu sehen glaubt. Auf dieser Ebene kann der Glaube genau so hartn\u00e4ckig sein wie der religi\u00f6se. \u00dcberhaupt ist es simpler, wenn man nicht alles genau wissen will, denn dadurch wird es komplex, und wenn die Komplexit\u00e4t der Wahrnehmungen nicht durchgearbeitet wird, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-12374","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12374"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12374\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12381,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12374\/revisions\/12381"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}