{"id":12273,"date":"2021-01-22T08:48:56","date_gmt":"2021-01-22T08:48:56","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=12273"},"modified":"2021-01-22T18:58:44","modified_gmt":"2021-01-22T18:58:44","slug":"einweihen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=12273","title":{"rendered":"eingeweiht"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-12275\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20210119_170012-293x300.jpg\" alt=\"\" width=\"367\" height=\"376\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20210119_170012-293x300.jpg 293w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20210119_170012-768x786.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20210119_170012.jpg 986w\" sizes=\"auto, (max-width: 367px) 100vw, 367px\" \/><\/p>\n<h5>Vor allem gestern konnte man, sorry!, konnte ich nochmal so richtig hineinsinken in die Freude der neuen amerikanischen Pr\u00e4sidentschaft. War doch echt sch\u00f6n und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig entspannt,\u00a0 das Programm der Einweihung. Viele waren wahrscheinlich auch froh, dass sie nicht hatten sterben m\u00fcssen. Es gab ein sorgsam ausgew\u00e4hltes, kulturelles Programm mit einer Poetin auf der h\u00f6chsten Ebene der Vorstellungskraft. Schwarze so nat\u00fcrlich zusammen mit Wei\u00dfen, dass man die Trennung der Hautfarben ein fehlgeleitetes Produkt von Gehirnwellen halten k\u00f6nnte. Wann um Himmelswillen fing das denn an, dass sich das Feigenblatt von den Augen l\u00f6ste, und auf einmal sah man, dass viele anders waren als man selbst. Man ist heute ja noch manchmal \u00fcberrascht dar\u00fcber, oder h\u00e4lt das Menschliche f\u00fcr eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, also etwas, wovon man grunds\u00e4tzlich ausgehen kann in jedem Herumwandelnden, kann man aber nicht. Bidens wohldurchdachte Rede hat vermutlich den selben Wirkungskreis wie die Egomanie des Vorg\u00e4ngers. Nie wei\u00df man, wann sich wer, wo und durch wen\u00a0 angesprochen f\u00fchlt, aber klar ist auch, dass die Dinge sichtbar werden, auch das immer auf unterschiedliche Weise. Auf der Weltenb\u00fchne erschien auch die K\u00f6nigin des Tages, die junge Poetin Amanda Gorman, deren Beitrag ich am Sonntag eingeben werde, damit sie in meinem Archiv dabei ist. Wie oft h\u00f6rt man schon ein Gedicht, dessen Glanz alles \u00fcberstrahlt, sodass man tats\u00e4chlich wieder wei\u00df, dass Kunst auch der Aufstand ist gegen die Banalit\u00e4t, in deren durchgesessenen Aufenthaltsr\u00e4umen die Maske schon vor der Pandemie Usus war. Frisch ist das zeitlose Alter der Weisheit und kommt zum gro\u00dfen Gl\u00fcck auch in Zwanzigj\u00e4hrigen vor. Man m\u00f6chte die Hand an die sch\u00f6ne Schl\u00e4fe legen und selbst den Lorbeer aufsetzen. Auch die der Einladung gefolgten fr\u00fcheren Pr\u00e4sidenten bewegten sich ziemlich entspannt herum, vor allem die Obamas sind menschlich wirklich auffallend angenehm, sowie Kamala Harris und ihr Mann. Man hat eine Weile als Zeugin zuschauen k\u00f6nnen und sich vorstellen, wie einfach es w\u00e4re, respektvoll miteinander umzugehen, weil es in letzter Konsequenz \u00fcberzeugender ist als jeder Ehrgeiz und jeder Machthunger. Insofern kann man schon sagen, dass ein paar Stunden lang das Tr\u00f6pfchen Licht im Dunkel gewirkt hat, das ist schon viel, denn wer dabei war, kann es zumindest innerlich nicht leugnen. Und es leugnet auch keiner, dass da ein enormer Energiewechsel passiert ist. Vielleicht ein paar entt\u00e4uschte Tyrannen, denen nicht entgangen sein kann, dass in Akt III ein sehr schlechter Verlierer unterwegs war, das hassen sogar Mafiabosse. Einer, zu dem alle gekrochen sind, kriecht zur\u00fcck in sein eigenes Schicksal, und droht damit, dass er irgendwie wiederkehrt. Und genau da, wo man die Show gerne beendet s\u00e4he, geht das Spiel dann doch wieder weiter. Die Fahnen sind wegger\u00e4umt, die Lichter des Festes erloschen, Heerscharen von Polizisten aller Art froh, wieder ungeschoren nach Hause zu kommen. Aber wer wei\u00df, vielleicht h\u00e4tten sie auch gern mal eine tollen Kampf geliefert, daf\u00fcr werden sie ja schlie\u00dflich ausgebildet. Ansonsten beginnt die Arbeit. Au\u00dfer Armut und Krankheit geht es um T\u00e4ter. Vor allem T\u00e4ter, die nicht nur keine sein wollen, sondern die sich nicht als solche sehen. Wir haben unten in der Waschk\u00fcche einen Schalter, der mir hierzu einf\u00e4llt. Er ist v\u00f6llig \u00fcberdreht, gibt aber beim Weiterdrehen immer mal wieder einen lichten Moment her, bis man das Ding irgendwann stoppt. Es f\u00fchlt sich ganz nat\u00fcrlich an und geh\u00f6rt nun als akzeptierter Defekt zum Schalter, ja, es wird gar nicht mehr als Defekt wahrgenommen, man hat sich einfach daran gew\u00f6hnt, es so zu machen, denn es funktioniert ja. So kann man sich selbst auch anpassungsf\u00e4hig nennen, wenn man dem zuspielt, und zum Gl\u00fcck spielt das in der Waschk\u00fcche keine so gro\u00dfe Rolle, es dient nur zum Verstehen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor allem gestern konnte man, sorry!, konnte ich nochmal so richtig hineinsinken in die Freude der neuen amerikanischen Pr\u00e4sidentschaft. War doch echt sch\u00f6n und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig entspannt,\u00a0 das Programm der Einweihung. Viele waren wahrscheinlich auch froh, dass sie nicht hatten sterben m\u00fcssen. 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