{"id":11918,"date":"2020-12-05T09:55:52","date_gmt":"2020-12-05T09:55:52","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11918"},"modified":"2020-12-05T13:22:50","modified_gmt":"2020-12-05T13:22:50","slug":"lichteinfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=11918","title":{"rendered":"Lichteinfall"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-11919\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201202_154601-272x300.png\" alt=\"\" width=\"355\" height=\"392\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201202_154601-272x300.png 272w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201202_154601-768x848.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201202_154601-927x1024.png 927w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201202_154601.png 1057w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/p>\n<h5>Mir gef\u00e4llt gerade (u.a.) der Anblick dunkler Bilder, auf denen man au\u00dfer einem geringen Lichteinfall nicht wirklich etwas erkennen kann, aber zweifelsohne ist das eigene System darauf geeicht, etwas zu erkennen oder zu benennen, auch wenn es gar nicht wei\u00df, was da ist. In diesem Bild liegen schwarze, ausgetrocknete Bl\u00fctenschalen von einem Baum aus Lissabon herum, und obwohl sie tiefschwarz sind, erscheint immer irgendwo an ihnen eine Helligkeit, die scheinbar unvermeidbar ist, will man nicht einfach in die v\u00f6llige Dunkelheit schie\u00dfen, um eine Finsternis aufzunehmen. Denn gerade diese Unvermeidbarkeit des Lichten macht ja die Ebene der Finsternis erst m\u00f6glich, oder aber die Finsternis macht erst die Wahrnehmung des Lichtes m\u00f6glich. Verborgen und doch pr\u00e4sent in den unendlichen Weiten menschlicher Vorstellungskraft sind auch die Grenzen, die sich zum Beispiel auftun, wenn ich zwar sehe, dass etwas da ist, aber ich dort keineswegs hingehen will. Deutschland ist ja bekannt f\u00fcr seine treue Krimigemeinde, und rumknobeln, wer der M\u00f6rder ist, macht ja auch Spa\u00df. Aber nicht jeder Krimikomissar hat die Intelligenz eines Sherlock Holmes, von dem man erwarten kann, dass er einem vorf\u00fchrt, was logisches Denken ist. Hauptsache, man ist nicht selbst der M\u00f6rder, der gejagt wird. Da es zur Zeit\u00a0 in den Medien um Virusbew\u00e4ltigung in der Weihnachtszeit geht, kostet es auch unterwegs keinerlei M\u00fche, alle Sendungen abzuschalten und keine Neugier aufkommen zu lassen, um irgendwelche Beschl\u00fcsse zu h\u00f6ren, und auch zum Mitleiden muss man geeignet sein. Ber\u00fchrend fand ich den Bericht eines j\u00fcdischen Arztes, der seine Betroffenheit dar\u00fcber ausdr\u00fcckte \u00fcber einen schwer an Covid erkrankten Mann, der \u00fcber und \u00fcber mit Hakenkreuzen t\u00e4towiert war und ihn anflehte, ihm das Leben zu retten. Er hatte, wie er sagte, schon ein paar Mal Konfrontationen mit \u00e4hnlichen Situationen, also Patienten mit Ha\u00dfabzeichen auf ihren K\u00f6rpern, aber dieses eine Mal kam etwas in ihm hoch, das ihn fast \u00fcberw\u00e4ltigte, bevor er sich wieder in seinen \u00c4rztetreueschwur verwandeln konnte. Das fl\u00f6\u00dft mir Respekt ein wegen dem ungeheuren seelischen Fiasko, in das wir Menschen kommen k\u00f6nnen und froh sind, wenn wir die richtigen Entscheidungen treffen in Momenten, die \u00fcber Leben und Tod entscheiden, geistig wie k\u00f6rperlich. Was ich (auch) nicht mehr h\u00f6ren kann, ist dieses scheinheilige Geschwafle \u00fcber die in diversen Pflegeheimen abgeschobenen Omas und Opas. Meine Mutter hatte eine Freundin, die noch allein in ihrer Wohnung lebte und die in der N\u00e4he eines Altersheimes st\u00fcrzte, wo man sie dann hinbrachte und ihr einredete, sie m\u00fcsse da wohl besser jetzt auch bleiben. Als wir sie dann mal dort besuchten, geisterten unsere entsetzten Blicke \u00fcber die mit Beruhigungsmitteln abgestumpften Leben, und meine Mutter fl\u00fcsterte mir zu: Tu mir das nie an. Zum Gl\u00fcck kam ich nicht in diese Situation. In der Dunkelheit muss man den Blick sch\u00e4rfen und sich in den Differenzierungen \u00fcben, die einem geboten werden. Denn auch die Dunkelheit ist ein Raum, in dem man zur Ruhe kommen und die Geschehnisse sortieren kann, die durch einen hindurchgehen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mir gef\u00e4llt gerade (u.a.) der Anblick dunkler Bilder, auf denen man au\u00dfer einem geringen Lichteinfall nicht wirklich etwas erkennen kann, aber zweifelsohne ist das eigene System darauf geeicht, etwas zu erkennen oder zu benennen, auch wenn es gar nicht wei\u00df, was da ist. 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