{"id":11899,"date":"2020-12-04T08:53:35","date_gmt":"2020-12-04T08:53:35","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11899"},"modified":"2020-12-04T12:10:03","modified_gmt":"2020-12-04T12:10:03","slug":"meistern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=11899","title":{"rendered":"meistern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-11900\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201203_153112-289x300.jpg\" alt=\"\" width=\"359\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201203_153112-289x300.jpg 289w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201203_153112-768x798.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201203_153112.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/p>\n<h5>Es war einmal eine Zeit, da schmeckten die Erbsen s\u00fc\u00dfer, der Wein tiefer, und Maskentragen war noch nicht Mode gewesen. Man nannte es kurzum das Paradies und wollte daraus nat\u00fcrlich nicht getrieben werden, und das auch noch vom Herrgott pers\u00f6nlich. Und wann war das, wo er dachte (jetzt m\u00fcsste ich eigentlich &#8218;er&#8216; gro\u00df schreiben, damit der Unterschied klar bleibt), wo\u00a0 Er also dachte, der Adam w\u00e4re zu einsam und Er m\u00fcsste ihm Company zugesellen. Wenn es Ihn denn irgendwo gegeben haben oder geben sollte, dann w\u00e4re Er auf jeden Fall der Meister der Einsamkeit, denn neben Ihm soll&#8217;s\u00a0 keinen Zweiten geben, sonst w\u00e4re Er ja nicht der Eine. Und in dieser f\u00fcr die meisten Menschen geradezu unentbehrlichen Position ahnte Er gewisslich bereits, dass selbst so ein viriler Brocken wie Adam die totale Einsamkeit als belastend empfinden w\u00fcrde, schlie\u00dflich war er durch und durch Mensch. Und wie sollte es weitergehen, wenn nicht in diesem sch\u00f6nen Garten noch ein paar Weitere sich tummelten. So kam wohl die Idee mit der Lende auf, statt Lehm hier einfach ein St\u00fcckchen Fleisch, und schon war sie da. Ich muss das alles auch mal auf tieferer Kindesebene geh\u00f6rt haben, denn obwohl ich die Kr\u00e4fte der Illusionszerst\u00f6rung f\u00f6rdere und aktiviere, sp\u00fcre ich noch den letzten Hauch dieser Glaubensschwingung, die durchaus positiv belegt ist, kindlich halt. W\u00fcrde ich amtsm\u00e4\u00dfig eingesetzt werden, um eine weitere Analyse dieser bedeutsamen (christlichen) Urgeschichte zu erstellen, k\u00f6nnten mir sicherlich eine Menge Sachen dazu einfallen, die ebenso glaubhaft w\u00e4ren wie alles andere, was als glaubhaft daherkommt. Und die angebliche Heiligkeit mancher Legenden bedeutet weder, dass man nicht von jeder Geschichte etwas lernen kann, kann man durchaus, aber das kann und darf keineswegs hei\u00dfen, dass ich nicht meine eigene Vorstellungskraft in Bewegung setzen kann, zum Beispiel, wenn es mich interessiert, meine eigene Wahrnehmung wahrzunehmen. Interessant ist auch f\u00fcr mich, die Advents-und Weihnachtserleberin, dass tats\u00e4chlich etwas Geweihtes in der Luft liegt, das ganz offensichtlich bereitwilligen Einzug h\u00e4lt in die vielleicht eher unterk\u00fchlten Herzen. Aber das wei\u00df man ja auch nicht, welchen W\u00e4rmegrad all diese herumlaufenden Herzen haben, da packt einen eher ein kalter Schauder, bevor man sich wieder an den Dekolichterketten der Stra\u00dfen aufrichtet. Klar, Stockn\u00fcchternheit hat nichts Weihevolles, das w\u00fcrde sie ja v\u00f6llig pl\u00e4tten und w\u00e4re dann gar keine N\u00fcchternheit mehr, sondern ein kraftloses Etwas. Beim Weihevollen kann man auch seinen Sinnen nicht wirklich trauen. Dann noch ein Schu\u00df Nostalgie rein oder ein Blick in die luxuri\u00f6se Puppenstube, die man mal hatte, oder ach ja,wenn&#8217;s doch wenigstens mal wieder schneien w\u00fcrde, dann w\u00e4re alles nicht so schlimm, dabei ist es meist viel schlimmer. Tats\u00e4chlich aber hat es das Virus geschafft in seinen vielen Facetten, eine Weltverbindung herzustellen, die ihresgleichen sucht und nicht findet. Tats\u00e4chlich, das Leben ist dem Lebendigen geweiht und man kann nicht leugnen, dass es eine gewisse Meisterschaft braucht, um es zum Klingen und zum Gelingen zu bringen, trotz aller Katastrophen, und manchmal auch wegen ihnen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal eine Zeit, da schmeckten die Erbsen s\u00fc\u00dfer, der Wein tiefer, und Maskentragen war noch nicht Mode gewesen. 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