{"id":11894,"date":"2020-12-03T08:59:23","date_gmt":"2020-12-03T08:59:23","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11894"},"modified":"2020-12-04T12:07:56","modified_gmt":"2020-12-04T12:07:56","slug":"hineinversetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=11894","title":{"rendered":"hineinversetzen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-11895\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201203_090008-300x289.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"344\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201203_090008-300x289.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201203_090008-768x740.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201203_090008.jpg 866w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><\/p>\n<h5>Wieweit man sich als Mensch in etwas oder jemanden hineinversetzen kann, wird immer von der jeweiligen Situation bestimmt sein, wobei man rechtzeitig wei\u00df, dass keinerlei Hineinversetzung eine Garantie f\u00fcr pr\u00e4zise Wahrnehmung ist. Irgendwann in diesem Corona Epos wollte ich mich ab und zu einmal hineinzuversetzen versuchen in die Ernsthaftigkeit der Lage, die sich in einiger r\u00e4umlichen Distanz zu mir abzuspielen scheint, und immer noch wei\u00df ich nicht, wie und wo sich innerhalb von 24 Stunden 14 000 Menschen anstecken k\u00f6nnen, vermutlich wei\u00df es niemand. Ich habe verstanden, dass der schwere Verlauf schrecklich ist, das will man nicht erleben. Eine Krankenschwester erz\u00e4hlte, dass sie oft Patient\/Innen hat sterben sehen, die nicht glauben wollten, dass es sie erwischt hat. Zwischen Glauben und Wissen schl\u00e4ngelt sich eine dunkle Schlucht durchs Niemandsland. Dann gibt es so ein Gesch\u00f6pf wie Donald Trump, denn gesch\u00f6pft ist ja jede\/r gleicherma\u00dfen, oder h\u00f6rt hier das gleiche Ma\u00df schon auf? Da \u00fcberall auf der Welt Fernseher stehen und unerm\u00fcdlich das in der Ferne gesehene in die Zimmerwelten tragen, kann man davon ausgehen, dass eine Menge Gehirne bewusst oder unbewusst versuchen, sich in die gegenw\u00e4rtige Situation im Wei\u00dfen Haus hinein zu versetzen. Und obwohl alle Zeitungen dar\u00fcber berichten, kann man nicht mal ahnen (doch, ahnen schon), was sich dort wirklich abspielt. Niemand hat es bisher erlebt, niemand f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, dass wir Teil dieser Performance werden, in der langsam aber sehr sicher jegliche Vernunft aus den Fugen ger\u00e4t, w\u00e4hrend drau\u00dfen vor der T\u00fcr sehr viele Menschen sterben, mehr als sonst. Dass Amerika und Indien an der Spitze der Infektionszahlen stehen, weist auf etwas hin, was nicht leicht zu erkennen ist, denn man muss sich hineinversetzen k\u00f6nnen in den kulturellen Background, um dann erst die oft verbl\u00fcffenden \u00c4hnlichkeiten zur Kenntnis zu nehmen. Narendra Modi ist genau wie Trump, obwoh Modi, allerdings mit demselben Stolz wie Trump, seine Kindheit hervorlobt, also ganz das einst amerikanische Ideal, eben vom Teehausboy zum Immobilienmogul. Fakt ist, dass sie beide genau wegen dieser Geschichten zum Helden gek\u00fcrt wurden, derselbe Traum, derselbe narzisstische Ehrgeiz. Dann die Pers\u00f6nlichkeit, die wegen der notwendigen Ausreden \u00fcber die nichterf\u00fcllten Versprechen in die m\u00fchelose Kunstfertigkeit der L\u00fcge versetzt wird und das Netz sich langsam zuzieht, bis die Verstrickungen nicht mehr zu bew\u00e4ltigen sind. Jeder kennt eine Dosis davon, deswegen wird das Erkennen mit dem Erwachen verbunden, was noch weit entfernt ist vom Handeln und seinen potentiellen M\u00f6glichkeiten. Dann der Mann in Trier, wo es einen einzigen Moment gegeben hat, als etwas in seiner Psyche endg\u00fcltig aus dem Ruder lief. Und k\u00f6nnen wir die Menschen wirklich sch\u00fctzen, wenn neue Pfosten in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone aufgestellt werden? Das vertrauensvolle Hineinversetzenk\u00f6nnen hat wohl mehr mit bereitwilliger Neigung zu tun, mich unter gewissen f\u00f6rderlichen Bedingungen sehen zu lassen oder zu zeigen, was eben m\u00f6glich ist in solcher W\u00e4rme, wenn die auf Eis gelegte Medizin auftauen kann und bereit ist f\u00fcr angenehme Verbindungen. Vielleicht geht es auch eher darum, einen guten Sitz in sich selbst zu finden, der in jeder Hinsicht zu einem passt. Bei der erfreulichen Sitzung kann es vorkommen, dass sich die Augen von selbst schlie\u00dfen und das H\u00f6rverm\u00f6gen dadurch an Kraft gewinnt. Man h\u00f6rt dann praktisch die Worte, die man selbst denkt, und kann sie mit Anderen teilen.<\/h5>\n<p><!--more--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieweit man sich als Mensch in etwas oder jemanden hineinversetzen kann, wird immer von der jeweiligen Situation bestimmt sein, wobei man rechtzeitig wei\u00df, dass keinerlei Hineinversetzung eine Garantie f\u00fcr pr\u00e4zise Wahrnehmung ist. 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