{"id":11522,"date":"2020-10-20T07:17:18","date_gmt":"2020-10-20T07:17:18","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11522"},"modified":"2020-10-20T07:23:28","modified_gmt":"2020-10-20T07:23:28","slug":"inzwischen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=11522","title":{"rendered":"Inzwischen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-11528\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201019_155151-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"505\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201019_155151-212x300.jpg 212w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201019_155151.jpg 619w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><\/p>\n<h5>So(so)! Warnstreik und weitere Ausgangsbeschr\u00e4nkungsma\u00dfnahmen, und Maskentragung auf den Hotspotstra\u00dfen undsoweiter. Der Geist wandert durch alles hindurch und bereitet sich vor auf das Winterleben im Jahre 2020, mein erstes Jahr ohne das indische Licht auf den Steinen und auf dem Leben und auf mir. Inzwischen hat (gestern) die junge indische Frau, die Ayesha, die ich meine Tochter nenne, geheiratet. Es war bei der Planung nicht vorhersehbar, dass die indische Regierung kein Visa mehr ausstellen w\u00fcrde, aber dann wurde aus dem Krankwerden doch schnell ein Sterben. Ich kenne die Zust\u00e4nde in indischen Krankenh\u00e4usern und wage kaum, mir das momentane Geschehen vorzustellen, wenn selbst auf den Leichenverbrennungspl\u00e4tzen noch nach Kastensystem sortiert wurde und wird. Und h\u00e4tte es eine Flugm\u00f6glichkeit gegeben, w\u00e4re ich geflogen in die Vorh\u00f6lle der Virenherrschaft? So schickt sie mir die Bilder des nach g\u00fcnstigen Sternen ausgerichteten Festes, wo keiner eine Maske tr\u00e4gt, aber alles an m\u00f6glichen Menschenansammlungen etwas einged\u00e4mmt wurde, was ich aus weiter Ferne sehr unterst\u00fctzt habe, denn es beg\u00fcnstigt auch die Ausgaben, unter deren Wucht die Verantwortlichen oft bis zum Lebensende \u00e4chzen. So kann ich ihr, der Ayesha, nur alles Gl\u00fcck der Erde w\u00fcnschen, was in diesen Seinsfeldern m\u00f6glich ist, und da ist vieles m\u00f6glich. Nicht, dass man sich das Leben im zum\u00f6blierten Reich der Schwiegereltern wirklich vorstellen kann, wo man als Frau viel l\u00e4cheln und dienen soll. Doch sie ist eifrig im Netz unterwegs und hat ein sehr angenehmes eigenes Denken, das kann sich schon durchsetzen, es kommt darauf an, wie es wahrgenommen werden wird. Was wir ja gleichzeitig landes\u00fcbergreifend teilen, ist der Widerstand gegen die Maskierung, obwohl auch wir in der Tasche, klaro, eine Maske tragen. Vor meiner Lesung am Samstag war ich kurz mal besorgt, ob etwas Gesagtes und Vernommenes an poetischem Output \u00fcberhaupt durch ein maskiertes Publikum dringen w\u00fcrde, und ja, es war eine wahre Erleichterung, selber die eigene Maske ablegen und aufatmen zu k\u00f6nnen. Was hilft es, Mitgef\u00fchl zu haben f\u00fcr die, die in ihrer Arbeit den ganzen Tag so ein Ding auf dem Gesicht tragen m\u00fcssen, nichts hilft es. Einem selbst hilft es, vieles a u c h Daseiende nicht aus den Augen zu verlieren. Es l\u00e4uft ja hinter dem Corona Vorspann alles weiter, und da will man ja der digitalen Revolution gegen\u00fcber nicht kleinlich sein, denn wenn man sich zwischendurch mal unterhalten will, hat man immerhin eine gro\u00dfe Auswahl zwischen philosophischen Darbietungen und Dialogen, und&#8230; ja, was ist auf der anderen Seite? Da muss wohl wieder Donald Trump hin, obwohl ich lieber Jim Jamusch genannt h\u00e4tte, aber man muss ihn ja weitger\u00e4umig genug halten,\u00a0 den Abstand zwischen den Dingen. Auch habe ich nicht vor, im Winter ein Murmeltier zu werden, und auch das visionierte Vorhaben darf\u00a0 nicht so eingeschr\u00e4nkt werden, dass man es im realen Kontext wieder weiten muss. Man tr\u00e4umt so ein bisschen vor sich hin von B\u00fcchern, die man endlich lesen kann und ist dankbar f\u00fcr das Prasseln der Feuerstelle. Mich pers\u00f6nlich muss man auch nicht auffordern, nur hinauszugehen, wenn es dringend n\u00f6tig ist. Ich erwarte eigentlich nur von mir und meinen F\u00fc\u00dfen, dass sie sich freiwillig einmal am Tag auf einem Waldweg bewegen, das muss ich noch willentlich festigen. Das ist zwar nicht der See dort im weit entfernten Zweit-Zuhause, aber es ist ja klar geworden, dass es dieses Jahr nicht der See sein wird, sondern ein &#8218;See &#8218;(Sieh), was kommt, und entwickle die entsprechende Handlungsweise. Schlie\u00dflich hat das Tagesdunkel auch was f\u00fcr sich, so wie vieles was f\u00fcr sich und f\u00fcr einen selbst hat, wenn man es mit einem wohlwollenden und wachen Auge betrachtet.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So(so)! Warnstreik und weitere Ausgangsbeschr\u00e4nkungsma\u00dfnahmen, und Maskentragung auf den Hotspotstra\u00dfen undsoweiter. Der Geist wandert durch alles hindurch und bereitet sich vor auf das Winterleben im Jahre 2020, mein erstes Jahr ohne das indische Licht auf den Steinen und auf dem Leben und auf mir. 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