{"id":11225,"date":"2020-09-09T08:28:13","date_gmt":"2020-09-09T08:28:13","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11225"},"modified":"2020-09-09T08:28:13","modified_gmt":"2020-09-09T08:28:13","slug":"kanaele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=11225","title":{"rendered":"Kan\u00e4le"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-11226\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200909_074252-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"355\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200909_074252-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200909_074252-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200909_074252-768x769.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200909_074252-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200909_074252-500x500.jpg 500w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200909_074252.jpg 930w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/p>\n<h5>Neuerdings nenne ich das Virus zur Abwechslung mal eine Spalt-Tablette, einmal wegen der Spaltf\u00e4higkeit, und andrerseits wegen der drogen\u00e4hnlichen Wirkung des unsichtbaren Alarmerregers, der manche in die Schl\u00e4frigkeit des Gehorsams transportiert, und andere in die aufgeputschte Erregung, die wir zuweilen an uns selbst beobachten k\u00f6nnen. Emp\u00f6rt euch, ja, sehe ich auch so. Aber wie lange kann man so eine Emp\u00f6rung frischhalten, bevor sie ausleiert und von den Meinungsfeldern absorbiert wird. Eher doch diese Felder freiwillig verlassen und schauen, wie man selbst und die anderen sich so f\u00fchlen mit den Hervorkommnissen dieses surrealen Dramas. Man kann sich auch nicht wirklich schlecht f\u00fchlen, dass man nicht so viel leiden muss wie viele andere, M\u00fctter mit Kindern z.B., und das Ausma\u00df der Verzweiflung in den Bazaarstra\u00dfen der Welt kann man sich gar nicht vorstellen, so vielseitig ist es, und niemand kann diese Krater mit Gold stopfen, das gibt selbst das Kalb nicht her. Und die halbleeren S\u00e4le mit den zugebundenen Sitzfl\u00e4chen, die das einstige Einkommen halbieren und oft f\u00fcr ein Weitergehen nicht reichen. Da kann einen schon mal der Zorn packen, beim Hades, wenn noch mehr Kohle in die Autoindustrie usw. gescheffelt wird, und derweilen der auf Anregung gepolte Geist der Gesellschaft das Interesse verliert, sich in kulturell schwer zu beatmenden Kreativr\u00e4umen aufzuhalten. Aber wer sagt denn, es g\u00e4be keine Lichtblicke. Jede\/r kann Lichtblicke erzeugen, auch ein Hoffnungsstrahl kann zum Lichtblick werden. Nur, wie entsteht ein Lichtblick? Ich hatte eine Schockerfahrung mit meinem Smartphone, die mich in die N\u00e4he dieser Frage gebracht hat. Gewohnt, auf meinem YouTube Kanal die Weltnachrichten auf unterschiedlichen Kan\u00e4len nacheinander abrufen zu k\u00f6nnen, gemischt mit guter amerikanischer Comedy und Trump-Erkl\u00e4rern, fand ich auf einmal ein v\u00f6llig anderes Programm vor, es muss ein Knopfdruck gewesen sein, der eine total andere algorithmische Szenerie aufbaute, wo ich mal vermutlich irgendwen nachgeschaut habe, vielleicht einen Zen-Buddhisten zum Beispiel, und nun erschienen pl\u00f6tzlich nur noch Mantras und von westlichen Sch\u00fclerInnen flei\u00dfig und kompetent vorgetragene Sanskrit Texte, und Rezitationen, die einen hundertprozentig zu sich selbst f\u00fchren sollen. Ich schaute nur fl\u00fcchtig in all dieses Angebot und f\u00fcrchtete mich davor, irgendwo neugierig h\u00e4ngen zu bleiben und damit den Algorithmen-Alligator zu f\u00fcttern mit all dem Blut, das man hineinsch\u00fctten kann in die Dinge, das kostbar geistige Blut, das all dieses Denken transportiert. Ich vermisste ein wenig die Wachheit politischer ModeratorInnen, die den illusorischen Weltgehalt zu transportieren bestrebt sind. Illusorisch deshalb, weil er undurchdringlich ist (wie die religi\u00f6sen Lehren) in seiner stetig beweglichen Dichte, sodass die Klarheit, die man sucht, nur aus einem selbst kommen kann, was wiederum hinweist auf individuelles Gedankengut und eigene Sprache. Es geht ja nicht darum, es sich einfach zu machen, sondern vielleicht geht es darum, das Einfache als m\u00f6gliches Ma\u00df zu kontemplieren. Das Einfache, das f\u00fcr alle Anwesenden gleicherma\u00dfen gilt, n\u00e4mlich nur sich selbst sein zu k\u00f6nnen auf der Reise. Da lasse ich doch gerne die Kan\u00e4le mal ruhn.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuerdings nenne ich das Virus zur Abwechslung mal eine Spalt-Tablette, einmal wegen der Spaltf\u00e4higkeit, und andrerseits wegen der drogen\u00e4hnlichen Wirkung des unsichtbaren Alarmerregers, der manche in die Schl\u00e4frigkeit des Gehorsams transportiert, und andere in die aufgeputschte Erregung, die wir zuweilen an uns selbst beobachten k\u00f6nnen. Emp\u00f6rt euch, ja, sehe ich auch so. 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