{"id":11196,"date":"2020-09-04T08:22:26","date_gmt":"2020-09-04T08:22:26","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11196"},"modified":"2020-09-04T08:22:26","modified_gmt":"2020-09-04T08:22:26","slug":"massnahmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=11196","title":{"rendered":"Ma\u00dfnahmen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-11197\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200828_172354-300x208.jpg\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"252\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200828_172354-300x208.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200828_172354.jpg 358w\" sizes=\"auto, (max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/><\/p>\n<h5>Auf manchen Seiten in K\u00fcbra G\u00fcm\u00fcsay&#8217;s gutem Buch &#8222;Sprache und Sein&#8220; dachte es in mir: ja, kenn&#8216; ich auch. Denn nicht nur, wenn man ein Kopftuch tr\u00e4gt, kann man ein Gef\u00fchl von Heimischsein im eigenen Land vermissen. Vielleicht f\u00fchlen sich ja viel mehr Menschen, als wir ahnen, wie Fremdlinge. Auch kann man sich, wenn es durch Aufenthaltserlaubnis gesichert ist, f\u00fcr das Einheimischsein und f\u00fcr das Fremdsein entscheiden. An meinem indischen Heimatort f\u00fchlte ich mich meist sehr einheimisch (obwohl es immer auch die Hintert\u00fcr des Fremdseins gab), weil mein Fremdsein integriert werden konnte, eben durch einen Weg, der dort als Struktur existierte und mir den Rahmen schenkte f\u00fcr die Forschungen, an denen ich selbst interessiert war. Einmal, als ich von einem Visa\u00fcberpr\u00fcfer gefragt wurde, warum ich das, was ich mache, nicht in meinem Herkunftsland mache, konnte ich ihm vermitteln, dass es dieses Seinskonstrukt in Deutschland nicht gibt. Es bestand aus einem offenen Bereich, oft ein Tempel, in dem von dem (ein lebendiges Feuer) Verwaltenden vor allem Insichgehen erwartet wurde, und Herumpilgernde wollten von diesen Geistverwaltern auch gerne h\u00f6ren, was sich da innen so alles tut und wie man die als g\u00f6ttlich verstandenen Mechanismen zumindest etwas besser verstehen kann. Durch diesen Austausch kamen die Geistverwalter zu den Dingen, die sie in ihrem einfachen Dasein brauchten: sch\u00f6n \u00fcbersichtlich das Ganze, Nahrung vom feinsten, was Bhoomi, die liebende Erdmutter, zu geben hat. Einen Hauch dieser Atmosph\u00e4re habe ich noch selbst erlebt, da lag es schon im letzten Atemzug. Bevor die Habgier zugeschlagen hat und es nur noch um Geld ging, ging es noch viel um andere Dinge. Und man nahm schwierige Reisen auf sich, um N\u00e4chte mit Wesen herumzusitzen, die man als heilig empfand und die tiefgef\u00fchlten Worte mitsang bis in die Morgenstunden. Vergessen erz\u00e4hlen oder Erinnerung hervorlocken. Es stand im Zusammenhang mit den Reisewarnungen nach Spanien. Ja, das ist schlimm f\u00fcr die Betroffenen, und auf diesem Weg kann man auch die Berlin-PilgerInnen verstehen, die durch die auferlegten Schuzma\u00dfnahmen den Flow ihres Lebens in Gefahr sehen. Und er ist in Gefahr der Flow ist in Gefahr. Er war schon vor der Pandemie in Gefahr, als die gro\u00dfe Gaukelei noch flutschte und weitverbreitete und bereits verbrauchte Gedanken sich h\u00e4rtn\u00e4ckig in der Geselschaft hielten, so als w\u00fcrde der Mensch, der grunds\u00e4tzlich alles hat, was er oder sie zum Leben braucht, automatisch ablassen von der Habgier, nein, ganz im Gegenteil. Wenn in einer Gruppe Menschen oder einem Volk oder einer Welt mehr S\u00fcchtige oder Traumatisierte herumlaufen als, ja wie nennen wir denn jetzt die Anderen, die da \u00fcbrigbleiben w\u00fcrden, die halbwegs Gesunden oder nur ein bisschen Gesch\u00e4digten vom Abenteuer des Menschseins. Dabei gibt es gar nichts anderes zu bew\u00e4ltigen. Auch \u00fcber das Gold, das in die beliebten Reisel\u00e4nder flie\u00dft bzw. floss, kann man seine Seele verkaufen, oder sich selbst ganz und gar, bis man die Erinnerung an sich selbst verliert. Und jetzt auf einmal, ohne die geldtaschentragenden, tourenden Horden, steht man ganz alleine da und geht pleite. Das ist nicht sch\u00f6n, vor allem, wenn man Familie hat, wer will&#8217;s leugnen. Genauso sinnlos ist es , das Virus zu leugnen, da zum Gl\u00fcck an der politischen Spitze noch Frau Merkel sitzt, die man f\u00fcr gefeit h\u00e4lt gegen Verschw\u00f6rungstheorien oder QAnon Anh\u00e4ngerInnen, was man nachschlagen kann: eine abstruse Sekte, der sich Trump verbunden f\u00fchlt und die in ihm den Welterl\u00f6ser sehen, und die zum Erstaunen aller auch vielz\u00e4hlig in Berlin mitgeschritten sind gegen Virus-Ma\u00dfnahmen, im Blickschatten oder dem Schattenblick anderer B\u00fcrgerb\u00fcndnisse. Auch in der W\u00fcste in einem Damals waren diesselben Fragen aktuell: lebe ich das Leben, das ich leben m\u00f6chte, und wenn nicht, was hindert mich daran, es zu erschaffen. Und wenn es nicht mehr so weitergehen kann, wie es war, dann schweigt es in einem und wird still, bis neue Kr\u00e4fte sich wieder sammeln k\u00f6nnen &#8211; oder auch nicht.\u00a0 Neben meiner T\u00e4tigkeit beim Wortfindungsamt arbeite ich auch als Geheimagentin, Spezialfach Illusionsaufl\u00f6sung (Fachbegriff: Illusionkilling).<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf manchen Seiten in K\u00fcbra G\u00fcm\u00fcsay&#8217;s gutem Buch &#8222;Sprache und Sein&#8220; dachte es in mir: ja, kenn&#8216; ich auch. Denn nicht nur, wenn man ein Kopftuch tr\u00e4gt, kann man ein Gef\u00fchl von Heimischsein im eigenen Land vermissen. Vielleicht f\u00fchlen sich ja viel mehr Menschen, als wir ahnen, wie Fremdlinge. 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