{"id":11138,"date":"2020-08-28T08:21:59","date_gmt":"2020-08-28T08:21:59","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11138"},"modified":"2020-08-28T08:21:59","modified_gmt":"2020-08-28T08:21:59","slug":"schrecklich-schoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=11138","title":{"rendered":"schrecklich\/sch\u00f6n"},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-11139\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200827_173557-194x300.png\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200827_173557-194x300.png 194w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200827_173557.png 557w\" sizes=\"auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-11140\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200827_173137-298x300.png\" alt=\"\" width=\"298\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200827_173137-298x300.png 298w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200827_173137-150x150.png 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200827_173137-768x773.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200827_173137-1017x1024.png 1017w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200827_173137.png 1033w\" sizes=\"auto, (max-width: 298px) 100vw, 298px\" \/><\/h1>\n<h5>Das Schreckliche und das Erschreckende f\u00e4llt einen manchmal an und kann in einer Herzgegend beim Aktivieren des F\u00fchlens behilflich sein. Meist zielt es irgendwo hin, wo man etwas schwer Durchschaubares oder Verdaubares zu entr\u00e4tseln sucht , oder wo es in einem weint um verlorene W\u00e4lder, um get\u00f6tete Tiere und Menschen. Hier ist doch die H\u00f6lle los, das ruft man nicht wirklich aus dem Fenster, obwohl es nicht schwer zu verstehen ist. Man kann es auch die g\u00f6ttliche Kom\u00f6die nennen oder das verlorene Paradies, schon immer war es alles f\u00fcr alle. In gewisser Weise und mit anderem Auge gesehen hat es durchweg eine inh\u00e4rente Vollkommenheit, denn alle weben mit am Gro\u00dfen Teppich, und \u00fcberall kn\u00fcpft und spinnt es ununterbrochen. Deswegen kann man ja sehen, wie sich bestimmte Muster bilden und wirken, und wie es einem langsam klar wird, dass ich am Ende des Tages keinem (au\u00dfer mir selbst) Rede und Antwort stehen muss f\u00fcr das, was ich da mitgestaltet habe und weiterhin mitgestalte. Wenn ich das von mir Verursachte an mich nehmen kann und es akzeptieren, dann kann das aussehen wie eine Ansammlung von Asche, und nicht immer ist Glut genug \u00fcbrig, um die lebendige Flamme wieder zu entfachen. Aber es kann auch sein, dass das trockene Laub verhei\u00dfungsvoll raschelt und ein Phoenix geboren wird. Das muss jemand erlebt haben, in welcher Form auch immer, sonst w\u00fcsste man nicht, dass auch d a s einen Wahrheitsgehalt in sich tr\u00e4gt. Dann gibt es das Erschreckende der Sensationsgier, die kichert, wenn einer gekreuzigt oder gefoltert wird. Die Traumatisierungen missbrauchter Kinder in zuk\u00fcnftigen B\u00fcrgern und B\u00fcrgerInnen. Das B\u00f6se hat tats\u00e4chlich dieses Banale an sich haften, das einen im Gl\u00fccksfall zwingt, genauer hinzuschauen und Klarheit dar\u00fcber zu erlangen, wie man es selbst sieht und empfindet und welche Resultate sich daraus erschlie\u00dfen lassen. Es ist auch nicht so, dass die eigene Sicht immer reicht, nein, sie muss nicht verglichen, aber wohl abgeglichen werden mit den anderen Weltbetrachtungen und Sehweisen, um sich selbst besser zu verstehen und dadurch auch Andere. Alles hat die notwendigen Konturen, mit denen man umgehen muss, will man die gesetzten Grenzen \u00f6ffnen zu freier Fahrt, frei hier gemeint als\u00a0 definierbaren Kompass f\u00fcr die eingeschlagene Richtung. Und wer will schon selbst schrecklich sein, dabei kennen wir alle unser eigenes Schrecklichsein. Als Jugendliche habe ich 9x den Film &#8218;Iwan der Schreckliche&#8216; gesehen, ein Meisterwerk von Sergej Eisenstein. Abgesehen davon hat mich fasziniert, wie er innerlich zum Volk sprach und sagte, er werde ihnen zeigen, wie schrecklich er sein konnte. Nat\u00fcrlich gab es einen Ausl\u00f6ser, vermutlich der bohrende Schmerz von etwas Geleugnetem, aber dennoch Zugesto\u00dfenem, das nicht sein durfte, aber dennoch da war. Die meisten schrecklichen Dinge werden geboren aus der Lieblosigkeit. Wo Lieblosigkeit herrscht, werden weiche Konturen zu harten Grenz\u00fcberg\u00e4ngen. Und manchmal m\u00fcssen viele sterben, weil ein einziger Mensch, oder soll ich hier Mann sagen, abgelehnt wird oder verraten, oder missbraucht. Wenn die Blindheit zunimmt und viele schon zu lange nicht mehr tun, was sie k\u00f6nnen. Wenn ein Volk ohnm\u00e4chtig abh\u00e4ngt, passiert dasselbe, als wenn ein Mensch ohnm\u00e4chtig abh\u00e4ngt. Niemand hat gesagt, wir m\u00fcssten etwas anderes werden als wir selbst. Aber das schon, das Sichselbstsein, oder eben tun, was man kann. Auch Asche ist Medizin.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schreckliche und das Erschreckende f\u00e4llt einen manchmal an und kann in einer Herzgegend beim Aktivieren des F\u00fchlens behilflich sein. 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