{"id":10855,"date":"2020-07-24T08:47:53","date_gmt":"2020-07-24T08:47:53","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10855"},"modified":"2020-07-24T17:35:33","modified_gmt":"2020-07-24T17:35:33","slug":"diedadort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10855","title":{"rendered":"Diedadort"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10856\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200723_193708-249x300.jpg\" alt=\"\" width=\"327\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200723_193708-249x300.jpg 249w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200723_193708-768x925.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200723_193708-851x1024.jpg 851w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200723_193708.jpg 927w\" sizes=\"auto, (max-width: 327px) 100vw, 327px\" \/><\/p>\n<h5>Der \u00fcber dem Boden Schwebende auf dem Witzblatt sagt\u00a0 also zu ihr: Schwerkraft haben die da oben erfunden, um uns unten zu halten. Das fand ich zur Abwechslung mal wieder so erbaulich, dass ein Witz so trefflich ins Herz des schwer Sagbaren treffen kann. Ich hatte es vorgestern selbst in meinem Beitrag erw\u00e4hnt, dieses beliebte &#8218;Die da oben&#8216;, und wer und in welchem Kontext da jemand gemeint sein k\u00f6nnte. In Indien sind die da oben ja eher die G\u00f6tter, deren geheimnisvollen Taten und Entscheidungen man schicksalshaft ausgeliefert ist, weil man sie sonst in ihrer Kapazit\u00e4t als G\u00f6tter infrage stellt, was nat\u00fcrlich w\u00fcnschenswert w\u00e4re, aber nicht das, was wir gerne realistisch nennen. Noch einmal muss auch mit Dankbarkeit gesagt werden, dass man froh ist, nicht gef\u00e4hrdet zu sein, wenn man \u00fcber die Benutzung der Hagia Sophia eine zutiefst religi\u00f6se Meinung h\u00e4tte, wom\u00f6glich auf der falschen Seite. Und es hilft auch nicht, die vom Gottesglauben getragenen Systeme als die einzigen Menschenspalter zu betrachten, obwohl vieles darauf hinweist, dass sie das gut k\u00f6nnen. Und es muss schrecklich sein, das eigene, geliebte Hongkong zu verlieren, weil irgendwelche Diedaobens auf einmal das ganze Gef\u00fcge beherrschen wollen. Und \u00fcberhaupt muss und kann sich jedes System mal \u00fcberlegen, wieviel direkten Kontakt es eigentlich noch hat mit dem, was tats\u00e4chlich da drau\u00dfen in den K\u00f6pfen und den Leben der Menschen passiert, oder bis die bis ins Pers\u00f6nliche hineinschleichenden Manipulationsprozesse als solche \u00fcberhaupt erkannt werden. Und wieder ein T\u00f6nnies und wieder Hambacher Forst und der Respekt f\u00fcr die, die irgend etwas so au\u00dfer sich gebracht hat, dass nur die Aktion sie wieder in die Mitte ihres eigenen Systems bringt. Es gab auch Momente in der Zeitgeschichte, in denen Professoren, oder war es nur einer, der Welt verk\u00fcndeten, dass vor allem das himmlische Geschenk LSD in der Lage w\u00e4re bzw. ausschlie\u00dflich zu diesem Zweck erschienen war, um die d\u00fcsteren Verdichtungen des kollektiven Unbewu\u00dften zumindest genug zu lockern, damit zumindest ein paar durchs Netz schl\u00fcpfen konnten in den weiteren, ozeanischen Umtrieb. Also wenn ich an Angela Merkels Arbeitstag denke, sehe ich keinen Olymp, in dem k\u00f6stlicher Wein bis zur Neige geleert wird, sondern sie machen, was sie k\u00f6nnen, und ich mache auch, was ich kann. Auf jeden Fall habe ich das Gl\u00fcck, dass mich keiner daran hindert, die Verantwortung f\u00fcr meine Worte und Handlungen selbst zu \u00fcbernehmen. Und ich sehe auch, dass das f\u00fcr uns alle schlimm werden kann, wenn auf einmal zu viele Menschen zu wenig kaufen, weil der Reiz des Minimalistischen in die Gem\u00fcter getr\u00f6pfelt ist genau wie das vegane Essen, an dem sich still und leise neue Verkaufsketten bereichern k\u00f6nnen genau wie die Yogakurse, die bar allen Inhalts auch noch als Gymnastik ihre Dienste tun. Wer soll wen abhalten von was? Nat\u00fcrlich h\u00f6re ich K\u00fcbra G\u00fcm\u00fcsay aufmerksam zu (beim Lesen ihres Buches &#8218;Sprache und Sein&#8216;), wenn sie ihre klugen Gedanken f\u00fcr uns darlegt \u00fcber all das, was wir uns als ungl\u00e4ubige Bleichgesichter gar nicht vorstellen k\u00f6nnen, und dann ist man auf jeden Fall froh, dass wieder jemand, eine weitere Jemandin, ihre Sprache gefunden hat, mit der sie das ausdr\u00fccken kann, was ihr am Herzen liegt. Wo eben dieser Herzensstamm, an dem man herumliegen kann, das Zentrum jeder Menschenm\u00f6glichkeit bietet, und ja, wunderbar, dass ihr im Hambacher Forst so lange durchgehalten habt, dass es ein ernstes, nachvollziehbares Anliegen geworden ist, f\u00fcr das jedes weitere Opfer der Ausbeutung zuviel ist. Und wie und wo kann scheinbares Oben mit vage definiertem Unten zusammenfinden. Das findet doch alles zwischen Menschen statt, die etwas mitmachen oder nicht, mit positiven und negativen Konnotationen gesehen. Und dann die vielen Schattierungen, die zwischen Fiasko und Trag\u00f6die herumtanzen! Eine Anekdote meiner Mutter erz\u00e4hlt, wie sie mal im Dritten Reich auf der Stra\u00dfe lief und auf der anderen Seite lief eine Frau, die sie gut kannte und die bei ihr oft zu Gast gewesen war. Nun aber wehrte sie meine Mutter mit einer heftigen Geste ab, sie nicht zu begr\u00fc\u00dfen, und zeigte an ihrem Mantelaufschlag auf den gelben Stern. Beide gingen weiter, nur ich gehe zu dieser Begegnung zur\u00fcck mit der Frage: was h\u00e4tte ich da gemacht. Und es ist sicherlich heilsam, wenn es manchmal weder Antwort noch Meinung gibt \u00fcber das, was ich wirklich nicht wissen kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00fcber dem Boden Schwebende auf dem Witzblatt sagt\u00a0 also zu ihr: Schwerkraft haben die da oben erfunden, um uns unten zu halten. Das fand ich zur Abwechslung mal wieder so erbaulich, dass ein Witz so trefflich ins Herz des schwer Sagbaren treffen kann. Ich hatte es vorgestern selbst in meinem Beitrag erw\u00e4hnt, dieses beliebte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-10855","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10855","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10855"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10855\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10863,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10855\/revisions\/10863"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10855"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10855"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10855"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}